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Besonders häufig treten in der Postmenopause Beschwerden wie Rücken- und Gelenkschmerzen auf
7. Juni 2026
Sharon Burbat
Die Postmenopause beeinflusst Knochen, Herz, Stoffwechsel und Wohlbefinden. Lesen Sie hier, welche Symptome typisch sind und was jetzt hilft
Viele Frauen gehen davon aus, dass die Wechseljahre mit der letzten Regelblutung enden. Tatsächlich beginnt danach jedoch ein neuer Lebensabschnitt: die Postmenopause. In dieser Phase haben sich die Hormone dauerhaft umgestellt, wodurch sich Veränderungen bei Knochen, Haut, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System bemerkbar machen können.
Während Beschwerden wie Hitzewallungen häufig nachlassen, rücken andere Themen stärker in den Fokus – etwa Gewichtszunahme, Osteoporose oder Scheidentrockenheit.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann die Postmenopause beginnt, welche Symptome typisch sind, welche gesundheitlichen Risiken bestehen und was Sie selbst für Ihr Wohlbefinden tun können.
Als Postmenopause (von lat. „post" = nach) bezeichnet man den Lebensabschnitt, der ein Jahr nach der letzten Regelblutung beginnt. Ab diesem Zeitpunkt sind die Hormonschwankungen der Wechseljahre weitgehend abgeklungen, der Östrogen- und Progesteronspiegel bleibt dauerhaft niedrig.
Dadurch lassen viele klassische Wechseljahresbeschwerden nach, gleichzeitig können langfristige Folgen des Östrogenmangels auftreten. Besonders betroffen sind Knochen, Herz-Kreislauf-System, Haut, Schleimhäute und Stoffwechsel.
Der Beginn der Postmenopause lässt sich erst rückwirkend bestimmen. Mediziner sprechen von einer Menopause, wenn die letzte Regelblutung mindestens zwölf Monate zurückliegt.
In Deutschland tritt die Menopause durchschnittlich zwischen dem 51. und 52. Lebensjahr ein. Die Postmenopause kann sich über zehn bis fünfzehn Jahre erstrecken und geht meist zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr in das höhere Lebensalter über.
Besonders die ersten Jahre gelten als wichtige Phase für die Gesundheitsvorsorge, da der Knochenabbau beschleunigt sein kann und sich Veränderungen des Stoffwechsels bemerkbar machen.
Viele Beschwerden der Postmenopause ähneln denen früherer Wechseljahresphasen, werden aber häufig milder. Typische Symptome sind:
Östrogene spielen eine wichtige Rolle bei der Feuchtigkeitsspeicherung der Haut. Fehlen sie, wird die Haut trockener, dünner und weniger elastisch – Falten entstehen schneller. Regelmäßige Pflege mit feuchtigkeitsspendenden Cremes ist daher besonders wichtig. Auch Altersflecken durch eine veränderte Pigmenteinlagerung können vermehrt auftreten.
Viele Frauen stellen fest, dass sie nach den Wechseljahren leichter zunehmen. Selbst bei unveränderter Ernährung kann das Körpergewicht steigen.
Ein Grund dafür ist der natürliche Verlust von Muskelmasse mit zunehmendem Alter. Da Muskeln Energie verbrauchen, sinkt der tägliche Kalorienbedarf. Gleichzeitig verändert sich durch den Östrogenmangel die Fettverteilung im Körper. Fett wird nun häufiger im Bauchraum gespeichert statt an Hüfte und Oberschenkeln.
Dieses sogenannte viszerale Bauchfett gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes.
Regelmäßige Bewegung und Krafttraining können helfen, Muskelmasse zu erhalten und einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken.
Osteoporose (Knochenschwund) zählt zu den bedeutendsten Gesundheitsrisiken in der Postmenopause.
Östrogen trägt wesentlich dazu bei, die Knochensubstanz zu erhalten. Sinkt der Hormonspiegel dauerhaft, kann der Knochenabbau beschleunigt werden. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche, insbesondere an Wirbelsäule, Hüfte und Handgelenken.
Eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D sowie regelmäßiger Sport können dazu beitragen, die Knochengesundheit zu unterstützen. Frauen mit erhöhtem Risiko sollten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über eine Knochendichtemessung sprechen.
Mit dem sinkenden Östrogenspiegel verändert sich auch das Herz-Kreislauf-System.
Blutdruck, Cholesterinwerte und Stoffwechsel können sich ungünstig entwickeln. Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher besonders wichtig.
Blutungen nach der Menopause sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
Hinter sogenannten postmenopausalen Blutungen können harmlose Ursachen wie Schleimhautveränderungen oder Polypen stecken. In einigen Fällen können sie jedoch auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen.
Je früher die Ursache untersucht wird, desto besser können mögliche Erkrankungen behandelt werden.
Folgende Untersuchungen sollten Frauen in der Postmenopause regelmäßig wahrnehmen:
Da der Kalorienbedarf sinkt, aber der Nährstoffbedarf gleich bleibt, sollte die Ernährung gezielt angepasst werden. Empfehlenswert ist eine Kombination aus:
Mit zunehmendem Alter nimmt die Nährstoffaufnahme im Darm ab. Besonders wichtig sind jetzt Vitamin D (für Knochen und Immunsystem), B-Vitamine (für Nerven und Energie) sowie Omega-3-Fettsäuren (für Herz und Gelenke). Bei nachgewiesenem Mangel können Nahrungsergänzungsmittel oder Vitalstoffinfusionen sinnvoll sein.
Regelmäßige Bewegung ist in der Postmenopause besonders wertvoll. Ausdauertraining (Radfahren, Schwimmen, Spazieren) stärkt das Herz-Kreislauf-System. Krafttraining ist zusätzlich essenziell, um Muskelmasse zu erhalten, den Stoffwechsel zu unterstützen und die Knochendichte zu verbessern. Idealerweise kombiniert man beides 3–4 Mal pro Woche.
Phytoöstrogene sind pflanzliche Wirkstoffe, die sich an Östrogenrezeptoren binden und hormonähnliche Effekte entfalten – wenn auch schwächer als körpereigenes Östrogen. Sie können typische Beschwerden wie Hitzewallungen lindern. Relevante Pflanzen sind Rotklee, Nachtkerze und Hopfen. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Bei stark erhöhtem Knochenbruchrisiko oder ausgeprägten Beschwerden kann eine bioidentische Hormontherapie in Betracht gezogen werden. Dabei wird der individuelle Hormonstatus ermittelt und der Haushalt gezielt mit bioidentischen Cremes oder Kapseln ausgeglichen. Die Entscheidung sollte immer in enger Absprache mit einer Fachärztin oder einem Facharzt getroffen werden.
Die Postmenopause dauert meist zehn bis fünfzehn Jahre. Sie beginnt zwölf Monate nach der letzten Regelblutung.
Zu den häufigsten Symptomen gehören Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, trockene Haut, Scheidentrockenheit, Libidoverlust sowie Gelenk- und Rückenschmerzen.
Der sinkende Östrogenspiegel verändert die Fettverteilung im Körper. Gleichzeitig nimmt die Muskelmasse ab, wodurch der Energieverbrauch sinkt.
Ja. Auch Jahre nach der Menopause können Hitzewallungen und Schweißausbrüche noch auftreten, meist jedoch schwächer als während der Wechseljahre.
Vitamin D, Calcium, B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle für Knochen, Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel.
Jede Blutung nach der Menopause sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Die Postmenopause ist weit mehr als das Ende der Wechseljahre. Sie markiert eine neue Lebensphase, in der sich viele Prozesse im Körper dauerhaft verändern.
Mit regelmäßiger Vorsorge, einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und einer individuellen medizinischen Betreuung lassen sich viele Beschwerden lindern und gesundheitliche Risiken reduzieren.