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18. September 2026
Christine Bürg & Marianne Waldenfels
Wie lässt sich das Gehirn möglichst lange gesund halten? Die Neurologen Prof. Dr. Stefan Lorenz und Dr. Georg Haber erklären, welche Rolle Bewegung, Schlaf, Ernährung und soziale Kontakte spielen – und welche Warnzeichen auf eine beginnende Demenz hindeuten können


Mit
Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl & Dr. med. Georg Haber
Demenz gehört zu den Erkrankungen, vor denen viele Menschen im Alter besonders große Angst haben. Gleichzeitig wächst das Wissen darüber, dass wir unserer Gehirngesundheit nicht völlig ausgeliefert sind. Bewegung, Schlaf, Stoffwechsel und soziale Kontakte gehören zu den Faktoren, die dabei eine Rolle spielen können. Doch wie viel lässt sich tatsächlich beeinflussen? Und woran erkennt man, dass Vergesslichkeit mehr sein könnte als eine normale Begleiterscheinung des Älterwerdens?
Die Neurologen Prof. Dr. Stefan Lorenzl und Dr. Georg Haber beschäftigen sich mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Im Interview erklären sie, was heute unter Brain Health verstanden wird, welche Faktoren für die Demenzprävention wichtig sein können und was sie selbst tun, um ihr Gehirn möglichst lange gesund zu halten.
Was genau versteht man unter Brain Health?
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Brain Health, auf Deutsch Gehirngesundheit, ist eigentlich ein Teil der Longevity-Medizin beziehungsweise daraus entstanden. In der Präventivmedizin konzentriert man sich inzwischen stärker auf das Gehirn. Vorher ging es immer um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskelerkrankungen oder Orthopädie, die Neurologie, also die Nervenheilkunde, war davon eigentlich ausgenommen.
Durch die zunehmende Beschäftigung mit dem Magen-Darm-Trakt und der sogenannten Gut-Brain-Achse ist auch die Gehirngesundheit stärker in den Fokus gerückt. Im Zusammenhang mit Brain Health stehen vor allem Erkrankungen im Fokus, vor denen viele Menschen heute Angst haben – etwa Alzheimer und Parkinson, aber auch degenerative Muskelerkrankungen.
Ziel ist es, mit den Methoden der modernen Medizin die Häufigkeit solcher Erkrankungen zu verringern, ihren Ausbruch möglichst zu verhindern, aber natürlich auch, sie zu bekämpfen. Dabei spielt die Präventivmedizin eine große Rolle.
Über 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Demenz, die meisten von ihnen mit Alzheimer. Die Zahlen sollen weiter steigen. Weshalb ist das so?
Dr. Georg Haber: Das hat zum einen mit der alternden Bevölkerung zu tun. Aufgrund der besseren medizinischen Versorgung und der steigenden Lebenserwartung werden die Menschen älter. Der typische Fall der Alzheimer-Erkrankung ist die senile Form, also die Alzheimer-Erkrankung jenseits des 65. Lebensjahres. Allein aufgrund dieses statistischen Effekts erkranken mehr Menschen an Alzheimer-Demenz.
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Bei diesen Zahlen muss man allerdings unterscheiden: Sie sind global zu betrachten. In Europa sehen wir eher eine Abflachung beziehungsweise Verlangsamung dieser Tendenz, sicherlich auch aufgrund eines stärkeren Gesundheitsbewusstseins – etwa bei Ernährung, Bewegung und Sport. In anderen Ländern, zum Beispiel in asiatischen Ländern, steigt dagegen mit dem zunehmenden Konsum ungesunder Nahrungsmittel und weniger Bewegung auch das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, deutlicher.
Wie erkennt man eine beginnende Demenz? Dass uns ein Name nicht einfällt oder wir einen Termin vergessen, kennen wir schließlich alle. Ab wann sollte man ärztlichen Rat suchen?
Dr. Georg Haber: Im Endeffekt geht es um Alltagstätigkeiten, die man normalerweise durchführt. Wenn man merkt, dass man dabei Probleme bekommt, ob im beruflichen oder privaten Umfeld, oder vielleicht auch von anderen darauf hingewiesen wird, sollte man genauer hinschauen.
Oft denkt man zunächst, dass man aufgrund von viel psychischem Stress unkonzentriert ist, mehr Dinge vergisst oder sich Sachen schlechter merken kann. Wenn man aber vom eigenen Umfeld wiederholt darauf angesprochen wird und andere fragen: „Sag mal, ist bei dir alles in Ordnung?“, wäre das auf jeden Fall ein Zeitpunkt, an dem man sich ärztlich vorstellen sollte.
Was lässt sich in einer Demenzsprechstunde abklären?
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Wir machen ambulante Voruntersuchungen und Screening-Untersuchungen. Mit verschiedenen Tests, dazu gehören die neurologische Untersuchung, aber auch kleine Gedächtnistests und Aufgaben, kann man sehr gut unterscheiden, ob jemand beispielsweise eine Depression oder eine Demenzerkrankung hat oder ob eine andere Erkrankung dahintersteckt.
Auch andere Erkrankungen, etwa Parkinson, können mit einer geistigen Einschränkung einhergehen. Es muss nicht immer gleich eine Alzheimer-Demenz sein. Vieles können wir ambulant abklären. In manchen Situationen ist aber auch eine stationäre Aufnahme notwendig.
Es gibt verschiedene Labormarker, außerdem kann man das Nervenwasser untersuchen. Heute können wir sehr genau eingrenzen, um welche Form einer geistigen Leistungseinschränkung es sich handelt und darauf basierend individuelle Therapieoptionen entwickeln.
Ein erheblicher Teil der Risikofaktoren für Demenz gilt als beeinflussbar. Welche Rolle spielen diese Faktoren?
Dr. Georg Haber: Zunächst muss man wissen, dass das, was landläufig als Alzheimer-Demenz bezeichnet wird, auch eine Mischform sein kann. Häufig kommt eine vaskuläre Komponente hinzu, beispielsweise durch kleinere Schlaganfälle oder eine Mikroangiopathie. Das kann eine bestehende neurodegenerative Erkrankung verschlechtern beziehungsweise ihr Fortschreiten beschleunigen.
Demenz ist zunächst ein Syndrom, also eine Summe von Symptomen. Das sagt noch nichts über die Ursache der Gedächtnisstörung aus. Bei der Alzheimer-Demenz führen bestimmte neurodegenerative Mechanismen dazu, dass Hirnzellen zugrunde gehen, insbesondere in Arealen, die für das Gedächtnis zuständig sind.
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Beeinflussen können wir beispielsweise Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes. Weitere Faktoren sind Bewegungsmangel, eine Zunahme des Körpergewichts und des Körperfetts sowie Schlafstörungen und Schlafmangel. Gerade Schlaf wird meiner Meinung nach in Diagnostik und Therapie noch zu wenig berücksichtigt.
Hinzu kommen vermehrter oder regelmäßiger Alkoholkonsum, insbesondere Hochprozentiges, und ein ungesundes Essverhalten. Das sind Faktoren, die in der Präventivmedizin und gerade im Bereich Longevity eine große Rolle spielen. Dass Lebensstilfaktoren relevant sind, ist inzwischen auch durch wissenschaftliche Daten untermauert.
Gibt es eine Altersgrenze für Demenz oder kann sie auch sehr früh auftreten?
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Es gibt leider sehr frühe Formen, insbesondere familiäre Formen der Alzheimer-Demenz, die bereits mit Mitte oder Ende 30 beginnen können. Das kann beispielsweise dadurch auffallen, dass Betroffene plötzlich Schwierigkeiten im Beruf bekommen und Dinge tun, die nicht zu dem passen, was man von ihnen kennt.
Frühzeichen können auch zunehmende Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit sein. Wenn jemand beispielsweise gewohnt war, einem Vortrag problemlos zu folgen und das Gehörte zu behalten, und das plötzlich nicht mehr gelingt, kann das auffallen. Auch eine zunehmende geistige Abwesenheit kann ein frühes Zeichen sein.
Ist das eigene Risiko erhöht, wenn bereits jemand in der Familie an Demenz erkrankt ist?
Dr. Georg Haber: Es gibt auf jeden Fall eine genetische Komponente. Wenn Demenzerkrankungen in der Familie vorkommen, besteht ein erhöhtes Risiko. Gerade wenn Gedächtnisprobleme schon vergleichsweise früh, beispielsweise in der sechsten oder siebten Lebensdekade, aufgetreten sind, kann es sinnvoll sein, früher aktiv zu werden und das eigene Risiko abklären zu lassen.
Was kann man konkret tun, um einer Demenz möglichst vorzubeugen?
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Am Anfang steht die Abschätzung des eigenen Risikoprofils. Dazu gehören beispielsweise neurologische Untersuchungen. Wer möchte oder sich als Risikopatient empfindet, kann auch über eine genetische Untersuchung nachdenken.
Daneben kann man Blutwerte untersuchen oder eine Schlafanalyse machen und sich anschauen, welche Faktoren sich beeinflussen lassen: Gibt es einen Prädiabetes oder Bluthochdruck? Wie ist der Schlaf? Wie geht es dem Magen-Darm-Trakt? Bewege ich mich ausreichend?
Wichtig finde ich außerdem eine gewisse Regelmäßigkeit im Leben. Das ist im heutigen Berufsalltag nicht immer einfach, aber man kann sich feste Anker schaffen. Früher gab es beispielsweise den Fastentag am Freitag. Solche festen Punkte waren bereits auf ein gesundes Leben ausgerichtet. Man muss also gar nicht immer etwas Neues erfinden, sondern kann auch schauen, was sich an Altbewährtem übernehmen lässt.
Welche Rolle spielt das Mikrobiom für die Gehirngesundheit?
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen dazu, inwiefern das Darmmikrobiom an der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen beteiligt sein könnte. Gute Untersuchungen gibt es vor allem zu Parkinson, inzwischen beschäftigt man sich aber auch bei anderen neurologischen Erkrankungen und bei Alzheimer damit.
Ob es sinnvoll ist, das eigene Mikrobiom untersuchen und anschließend „sanieren“ zu lassen, ist allerdings noch relativ fraglich. Ich halte andere Dinge für wichtiger: regelmäßiges Essen, zwischendurch Fastenperioden, ausreichend Flüssigkeit und ein regelmäßiger Stuhlgang. Außerdem sollte man herausfinden, welche Lebensmittel einem persönlich guttun und welche beispielsweise Blähungen oder ein unangenehmes Völlegefühl verursachen.
Interessant finde ich auch heimische Kräuter, mit denen wir uns in der Forschung beschäftigen. Menschen haben über Jahrtausende Kräuter, Pilze und Wurzeln gegessen. Auch diese Nahrungsmittel haben Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt und das Mikrobiom. Man braucht also nicht unbedingt exotische Lebensmittel, sondern kann auch heimische Kräuter nutzen und mit anderen kombinieren.
Wie lange sollte man schlafen – oder ist die Qualität des Schlafes entscheidender?
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Die Schlafqualität ist entscheidend, also beispielsweise die Anzahl und Tiefe der REM-Phasen. Manche Menschen brauchen genetisch bedingt weniger Schlaf, andere mehr.
Auch kurze Nickerchen tagsüber, beispielsweise in der Mittagspause, können positiv sein. Gerade mit zunehmendem Alter kann der Körper mehr Ruhephasen benötigen. Das sind Regenerationsphasen, die auch für das Gehirn wichtig sein können.
Dazu kommt die Schlafhygiene. Man sollte das Gehirn unmittelbar vor dem Einschlafen nicht zu stark stimulieren – beispielsweise durch Fernsehen, Social Media oder das Handy. Ich habe mir angewöhnt, den Computer auszuschalten und stattdessen noch ein paar Seiten in einem Buch zu lesen. Damit schlafe ich besser ein.
Auch zu viel Alkohol vor dem Schlafengehen ist ungünstig. Der Schlaf ist dann eher matt und oberflächlich. Je älter man wird, desto wichtiger wird es, auf solche Faktoren zu achten.
Wie viel Alkohol ist aus Ihrer Sicht noch in Ordnung? Oder ist es am besten, gar nichts zu trinken?
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Es gibt neuere Berichte, die sagen: Zero Alkohol, also wirklich null Alkohol. Alles andere ist schädlich. Aber dann müsste man natürlich sagen – Entschuldigung an die Leser –, dass beispielsweise die Franzosen und Italiener alle dement sein müssten. Das ist ja nicht der Fall.
Ich selbst trinke beispielsweise am Wochenende einmal ein Glas oder ein halbes Glas Wein, aber zum Essen und in Gemeinschaft. Das ist für mich das Entscheidende: Wenn man gemeinsam etwas isst, ein bisschen feiert, am Wochenende endlich einmal zusammen am Tisch sitzt, ohne dass irgendwelche Aufgaben anstehen, miteinander redet und nachdenkt, dann kann Alkohol meiner Ansicht nach durchaus dazugehören. Aber man muss ihn einschränken. Er ist wirklich eine Gefahr.
Alkohol ist heute zudem praktisch überall erhältlich. Auf Zigarettenpackungen steht deutlich, welche schweren Krankheiten Rauchen verursachen kann. Auf Alkoholflaschen findet man nichts Vergleichbares. Fairerweise müsste meiner Meinung nach eigentlich auch dort ein entsprechender Hinweis stehen.
Welche Art von Bewegung ist für die Demenzprävention sinnvoll?
Dr. Georg Haber: Man muss auch hier auf sich selbst hören. Wenn jemand 30 Jahre lang einen Bürojob hatte und sich kaum bewegt hat, ist es fraglich, ob es der Gesundheit dient, plötzlich einen Marathon laufen zu wollen.
Sinnvoller finde ich eine moderate Intensität und eine gewisse Regelmäßigkeit, wobei es auch Ruhephasen geben sollte. Ich würde eher auf aeroben Ausdauersport setzen als auf intensiven Kraftsport mit Höchstleistungen.
Sport wirkt außerdem antidepressiv. Er hat einen Effekt auf die Stimmung und die Psyche und gibt einem ein gutes Gefühl. Und wer sich regelmäßig bewegt und dadurch eine einigermaßen gute Muskelmasse und einen guten Grundumsatz hat, beugt gleichzeitig Übergewicht und einem metabolischen Syndrom vor. Auch das wäre wiederum ein Risikofaktor für eine Demenz.
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Es gibt auch Minimalprogramme. 30 Minuten Bewegung oder Spazierengehen pro Tag sollte man irgendwie unterbringen – und wenn es abends nach der Arbeit ist. Man kommt dadurch selbst ein bisschen zur Ruhe. Bewegung fördert auch die geistige Ruhe und die Möglichkeit, sich einmal auf etwas anderes zu konzentrieren.
Natürlich ist auch das sehr individuell. Ich jogge am Wochenende ab und zu mit meinem Hund. Dabei kann man auch andere Übungen einbauen, beispielsweise einmal seitwärts oder rückwärts laufen. Rückwärtslaufen stimuliert das Kleinhirn, das Cerebellum, das auch für Gedächtnisprozesse eine Rolle spielt. Durch die Kombination unterschiedlicher Bewegungsabläufe wird auch das Gedächtnis stimuliert.
Ich war vor etwa 30 Jahren in China und habe damals in Peking ältere Menschen gesehen, die Gymnastik und isometrische Dehnübungen gemacht haben. Damit habe ich inzwischen selbst langsam angefangen. Man dehnt einfach einmal die Gelenke. Im Alltag gebrauchen wir unsere Gelenke schließlich gar nicht so vielfältig. Wir schlagen vielleicht die Beine übereinander und legen sie abends flach ins Bett – das war es dann.
Solche Dehnübungen helfen auch dabei, eine eigene Körpererfahrung zu entwickeln: Was kann mein Körper, und wo liegen seine Grenzen? Das ist sehr wichtig.
Erkranken Menschen in besonders stressigen Berufen häufiger an Demenz?
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Topmanager oder Menschen, die viel arbeiten, werden nicht grundsätzlich häufiger dement. Diese Erkrankungen sind nicht monokausal. Auch wer einen genetischen Hintergrund hat, kann noch viel tun, und viel Arbeit oder hoher Druck bedeuten nicht automatisch, dass jemand eine Demenz entwickelt.
Problematisch kann es meiner Meinung nach werden, wenn jemand dauerhaft unter großem Druck steht, keinen Ausgleich hat und diesen Druck isoliert erlebt. Berufsgruppen, die generell häufiger eine Demenz entwickeln, gibt es in diesem Sinne aber nicht.
Bei Parkinson ist die Situation teilweise anders. Landwirtschaftliche Arbeit ist in Deutschland inzwischen unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkannt. Hier spielen unter anderem Pestizide eine Rolle. Chemikalien und Pestizide können auch bei anderen neurodegenerativen beziehungsweise neurologischen Erkrankungen von Bedeutung sein.
Was tun Sie beide selbst, um Ihr Gehirn gesund zu halten?
Dr. Georg Haber: Ich versuche in meinem Alltag beispielsweise nie den Aufzug zu nehmen, sondern möglichst immer die Treppe. Ich gehe viel zu Fuß und kürze Wege nicht ab. Außerdem mache ich ein- bis zweimal pro Woche Ausdauersport.
Und: Ich putze mir mit der linken Hand und auf einem Bein stehend zwei Minuten lang die Zähne. Einfach, um die Koordination beizubehalten. Das geht letztlich in dieselbe Richtung wie rückwärts oder seitwärts zu laufen: einmal etwas anderes machen und nicht immer monoton den gleichen Tagesrhythmus durchgehen.
Prof. Dr. Stefan Lorenzl: Regelmäßige Bewegung ist für mich ebenfalls wichtig. Außerdem achte ich darauf, unter Menschen zu kommen und mich nicht nur auf die Familie zu beschränken. Unser Gehirn braucht den Austausch mit anderen Menschen. Das stimuliert uns und hilft auch dabei, uns selbst einzuordnen.
Natur und Spiritualität spielen für mich ebenfalls eine Rolle. Ich beschäftige mich beispielsweise mit Bonsai. Dazu kommen Lesen, Museumsbesuche und das Lernen neuer Dinge. Ich habe das Glück, mindestens einmal pro Woche Englisch zu sprechen, und versuche jetzt zusätzlich, Italienisch zu lernen.
Ich glaube, ein gesundes Gehirn hat Interesse daran, Neues zu lernen. Das bedeutet nicht, dass man sich permanent beschäftigen oder stressen muss. Ich kann auch ein oder zwei Stunden am Strand liegen, in den Himmel schauen und die Wolken beobachten. Auch das tut gut. Entscheidend ist für mich, interessiert und motiviert zu bleiben. Wenn man merkt, dass dieses Interesse nachlässt und sich zunehmend Desinteresse einstellt, sollte man etwas dagegen tun.

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