
© Freepik
15. Juli 2026
Christine Bürg & Hanja Niederhammer
Sonnenschäden entstehen oft lange bevor sie sichtbar werden. Dermatologin Dr. Hanna Halter erklärt, welche Behandlungen und Wirkstoffe tatsächlich helfen – und was sich nicht mehr rückgängig machen lässt

Mit
Dr. med. Hanna M. D. Halter
Ein Sonnenbrand heilt meist innerhalb weniger Tage ab. Die eigentlichen Sonnenschäden entstehen jedoch schleichend, oft über Jahre hinweg und lange bevor sie sichtbar werden. Pigmentflecken, Falten und Elastizitätsverlust sind häufig die Folge einer chronischen UV-Belastung.
Während UVB-Strahlen vor allem Sonnenbrand verursachen, dringen UVA-Strahlen deutlich tiefer in die Haut ein. Dort fördern sie oxidativen Stress, schädigen Kollagen- und Elastinfasern und beschleunigen die natürliche Hautalterung.
Dermatolog:innen sprechen in diesem Zusammenhang von Photoaging, einer vorzeitigen Hautalterung, die durch chronische UV-Belastung entsteht. Typische Folgen sind Pigmentflecken, Falten, Elastizitätsverlust und ein ungleichmäßiger Teint.
„Bereits entstandene Sonnenschäden lassen sich in der Regel nicht vollständig rückgängig machen“, erklärt Dermatologin Dr. med. Hanna Halter.
Chronische UV-Exposition führe zu strukturellen Veränderungen der Haut, unter anderem zu Kollagenabbau, Veränderungen der elastischen Fasern, Pigmentverschiebungen und auch zu DNA-Schäden in den Hautzellen.
Die gute Nachricht: Das Hautbild lässt sich heute häufig deutlich verbessern. Dr. Hanna Halter erklärt, welche Wirkstoffe und Behandlungen sich bewährt haben, wann Laser oder chemische Peelings sinnvoll sein können und warum konsequenter Sonnenschutz die wichtigste Anti-Aging-Maßnahme bleibt.
Typische Anzeichen sonnengeschädigter Haut sind Pigmentflecken, Falten, Elastizitätsverlust, raue oder trockene Haut sowie ein ungleichmäßiger Teint. Bei langjähriger UV-Belastung können außerdem aktinische Keratosen entstehen, die dermatologisch abgeklärt werden sollten.

Sonnenschäden entstehen oft lange bevor sie sichtbar werden. Dermatologin Dr. Hanna Halter erklärt, welche Behandlungen und Wirkstoffe tatsächlich helfen – und was sich nicht mehr rückgängig machen lässt
Christine Bürg & Hanja Niederhammer

Mit
Dr. med. Hanna M. D. Halter

Laser, Retinol, Biostimulatoren: Welche Anti-Aging-Methoden wirken tatsächlich? Dermatologin Dr. Susanne Steinkraus erklärt, welche Verfahren wissenschaftlich sinnvoll sind und worauf es für gesunde Haut ankommt
Christine Bürg & Marianne Waldenfels

Ein Interview mit
Dr. med. Susanne Steinkraus

Warum Erfahrung in der Nasenchirurgie entscheidend ist, welche Risiken eine Nasenkorrektur birgt und wie natürliche Ergebnisse gelingen. Professor Dr. Johannes Veit über moderne Rhinoplastik und individuelle Ästhetik
Christine Bürg and Marianne Waldenfels

Ein Interview mit
Prof. Dr. med. Johannes a. Veit

Von Solarium bis Skincare-Trends: Dermatologin Dr. Hanna Halter erklärt die häufigsten Fehler in der Hautpflege
Sophie Rodewyk

Ein Interview mit
Dr. med. Hanna M. D. Halter

Sollte man Retinol im Sommer vermeiden? Dermatologin Dr. med. Elisabeth Zott erklärt, warum der Wirkstoff nicht automatisch problematisch ist und welche Fehler viele bei Sonne machen
Christine Bürg & Marianne Waldenfels

Mit
Dr. med. Elisabeth Zott

Wie verliert die Haut Kollagen? Welche Behandlungen helfen wirklich? Dr. Lukas Kohler erklärt Ursachen der Hautalterung, Kollagenstimulation, Sculptra und moderne Anti-Aging-Methoden.
Christine Bürg & Marianne Waldenfels

Ein Interview mit
Dr. med. Lukas H. Kohler
Die Haut besitzt eine erstaunliche Fähigkeit zur Regeneration. Tag für Tag repariert sie kleine Zellschäden, ersetzt abgestorbene Hautzellen und erneuert ihre Oberfläche. Doch diese natürlichen Reparaturmechanismen haben Grenzen, insbesondere nach jahrelanger UV-Belastung.
„Was wir jedoch sehr gut können, ist, das Erscheinungsbild und teilweise auch die Hautstruktur deutlich zu verbessern. Konsequenter Sonnenschutz verhindert weitere Schäden und gibt der Haut die Möglichkeit, ihre eigenen Reparaturmechanismen besser zu nutzen,“ so Dr. Halter.
Wirkstoffe wie Retinoide könnten die Kollagenneubildung fördern und Pigmentunregelmäßigkeiten verbessern. Je nach Befund stünden zudem chemische Peelings, IPL, fraktionierte Lasertherapien oder andere energiebasierte Verfahren zur Verfügung.
Vollständig ungeschehen machen lassen sich UV-Schäden jedoch nicht. „Die Haut hat ein ‚UV-Gedächtnis‘. Insbesondere bereits entstandene DNA-Schäden und das daraus resultierende langfristig erhöhte Hautkrebsrisiko lassen sich nicht einfach auslöschen.“ Deshalb seien neben der ästhetischen Behandlung regelmäßige Hautkrebsvorsorge und konsequenter UV-Schutz entscheidend.
Keine Creme kann bereits entstandene UV-Schäden vollständig rückgängig machen. Dennoch gibt es eine Reihe von Wirkstoffen, deren Nutzen wissenschaftlich gut untersucht ist. Sie können die Hautbarriere stärken, Pigmentflecken aufhellen, die Kollagenbildung fördern und feine Falten sichtbar reduzieren. Entscheidend ist dabei weniger die Anzahl der Inhaltsstoffe als deren regelmäßige Anwendung – und der tägliche Sonnenschutz.
Retinoide gehören zu den am besten untersuchten Wirkstoffen gegen lichtbedingte Hautalterung. Als Vitamin-A-Derivate fördern sie die Zellerneuerung und regen die Kollagenbildung an. Dadurch können feine Falten gemildert, die Hautstruktur verbessert und Pigmentunregelmäßigkeiten ausgeglichen werden.
Je nach Produkt kommen unterschiedliche Formen zum Einsatz. Während verschreibungspflichtiges Tretinoin besonders wirksam ist, enthalten frei verkäufliche Pflegeprodukte meist Retinol oder Retinal. Diese wirken etwas langsamer, werden aber häufig besser vertragen.
Dr. Hanna Halter warnt allerdings davor, zu schnelle Ergebnisse zu erwarten. „Viele Wirkstoffe entfalten ihre Wirkung erst über Monate hinweg. Kurzfristige Anwendungen oder häufige Produktwechsel führen oft dazu, dass ihr tatsächliches Potenzial gar nicht ausgeschöpft wird.“
Retinoide sollten langsam in die Pflegeroutine integriert und vorzugsweise abends angewendet werden. Da sie die Haut anfangs empfindlicher machen können, gehört ein täglicher Sonnenschutz unbedingt dazu.
Neben Retinoiden haben sich weitere Inhaltsstoffe wissenschaftlich bewährt. Vitamin C wirkt als Antioxidans, neutralisiert freie Radikale und unterstützt die Kollagenbildung. Bei regelmäßiger Anwendung kann es außerdem dazu beitragen, sonnenbedingte Pigmentflecken aufzuhellen und den Hautton auszugleichen. Besonders sinnvoll ist die Anwendung am Morgen unter einem Sonnenschutz.
Niacinamid (Vitamin B3) stärkt die Hautbarriere, reduziert Feuchtigkeitsverlust und wirkt entzündungshemmend. Gleichzeitig kann der Wirkstoff Pigmentflecken und Rötungen abschwächen und den Teint ebenmäßiger erscheinen lassen.
Auch Ceramide und Hyaluronsäure können die Regeneration sonnengeschädigter Haut unterstützen. Ceramide helfen, die natürliche Hautbarriere wieder aufzubauen, während Hyaluronsäure Feuchtigkeit bindet und Trockenheitsfältchen mildert. Zwar können beide UV-Schäden nicht reparieren, sie ergänzen jedoch andere Anti-Aging-Wirkstoffe sinnvoll.
Fruchtsäuren (AHAs) wie Glykol- oder Milchsäure fördern die Zellerneuerung und können oberflächliche Pigmentflecken sowie raue Haut sichtbar verbessern. Da sie die Haut vorübergehend empfindlicher gegenüber UV-Strahlung machen, sollten sie vorzugsweise abends angewendet werden. Tagsüber ist konsequenter Sonnenschutz besonders wichtig.
Immer wieder sorgen neue Inhaltsstoffe oder Social-Media-Trends für große Erwartungen. Aus Sicht von Dr. Hanna Halter sollte man solche Versprechen jedoch kritisch betrachten.
„Retinol wird manchmal überschätzt, wenn es um ausgeprägte Lichtschäden geht – es kann die Hautstruktur langfristig verbessern, ersetzt aber keine gezielten medizinischen Verfahren bei stärkeren Veränderungen.“
Unterschätzt werde dagegen ausgerechnet die wichtigste Maßnahme überhaupt: „Konsequenter breitbandiger Sonnenschutz ist kein ‚Wirkstoff‘ im klassischen Sinne, aber die wichtigste Maßnahme überhaupt – sowohl zur Vorbeugung als auch zur Stabilisierung von Behandlungsergebnissen.“
Gerade diese Kombination aus täglichem UV-Schutz, einer individuell abgestimmten Hautpflege und – wenn nötig – dermatologischen Behandlungen führt langfristig zu den besten Ergebnissen.
Frühe Sonnenschäden lassen sich häufig mit einer konsequenten Hautpflege sichtbar verbessern. Sind Pigmentflecken jedoch ausgeprägt, haben sich tiefere Falten entwickelt oder hat die Haut deutlich an Elastizität verloren, stoßen Cremes und Seren an ihre Grenzen.
„Bei sonnengeschädigter Haut gibt es nicht das eine beste Verfahren. Entscheidend ist, welche Veränderung im Vordergrund steht: Pigmentflecken, Gefäßerweiterungen, raue aktinische Areale, Falten oder ein Verlust an Elastizität. Häufig erzielen individuell kombinierte Behandlungen die besten Ergebnisse“, erklärt Dr. Hanna Halter.
Je nach Art und Ausprägung der Sonnenschäden kommen unterschiedliche dermatologische Verfahren infrage. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, ob Pigmentflecken, Falten oder ein Elastizitätsverlust im Vordergrund stehen.
Laser- und lichtbasierte Verfahren gehören heute zu den wirksamsten Behandlungen gegen sichtbare Sonnenschäden. Nach Einschätzung von Dr. Halter eignen sich Pigmentlaser oder IPL (Intense Pulsed Light) besonders für solare Lentigines – besser bekannt als Altersflecken – sowie für unregelmäßige Pigmentierungen. IPL kann zusätzlich erweiterte Äderchen, diffuse Rötungen und sonnenbedingte Gefäßveränderungen verbessern.
Bei stärker ausgeprägter Lichtalterung mit Falten, rauer Hautoberfläche und Elastizitätsverlust erzielen fraktionierte CO₂- oder Er:YAG-Laser häufig die besten Ergebnisse.
„Sie tragen kontrolliert Gewebe ab und stimulieren eine ausgeprägte Kollagenneubildung.“ Nichtablative fraktionierte Laser verursachten zwar weniger Ausfallzeit, benötigten dafür aber meist mehrere Sitzungen und erzielten bei tiefen Falten geringere Effekte, erläutert die Dermatologin.
Chemische Peelings eignen sich vor allem für flächige und eher oberflächliche Sonnenschäden. Leichte Peelings mit Glykol-, Frucht- oder Salicylsäure können fahle Haut, feine Rauigkeiten und oberflächliche Pigmentverschiebungen verbessern.
Mittelstarke Peelings mit Trichloressigsäure (TCA) wirken tiefer und kommen insbesondere bei feinen Falten, ausgeprägteren Pigmentstörungen oder aktinisch geschädigter Haut zum Einsatz.
Auch Microneedling gehört inzwischen zu den etablierten Verfahren gegen Zeichen der Hautalterung.
„Microneedling ist vor allem ein Verfahren zur Kollageninduktion. Es eignet sich für feine Linien, vergrößerte Poren, eine unregelmäßige Hauttextur, leichte Elastizitätsverluste und zusätzlich für atrophe Aknenarben“, erklärt Dr. Hanna Halter.
Bei klassischen Pigmentflecken sei die Wirkung allerdings meist weniger unmittelbar als bei einem Pigmentlaser oder einer IPL-Behandlung. Dafür könne Microneedling auch bei dunkleren Hauttypen häufig gut eingesetzt werden und gehe meist mit einer kürzeren Ausfallzeit einher.
Die beste Behandlung gegen lichtbedingte Hautalterung beginnt lange bevor Pigmentflecken oder Falten entstehen. Denn jede ungeschützte UV-Exposition trägt dazu bei, dass sich Hautschäden im Laufe der Jahre summieren. Dermatolog:innen sprechen deshalb von der kumulativen UV-Dosis – also der gesamten Sonnenstrahlung, der die Haut im Laufe des Lebens ausgesetzt ist
„Viele greifen erst dann zu Behandlungen, wenn sichtbare Schäden wie Pigmentflecken oder Falten bereits entstanden sind, vernachlässigen aber die wichtigste Grundlage: konsequenten Sonnenschutz über das ganze Jahr hinweg, auch an bewölkten Tagen und im Alltag."
Ein Breitband-Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 schützt sowohl vor UVB- als auch vor UVA-Strahlen und sollte deshalb fester Bestandteil der täglichen Hautpflege sein – unabhängig von der Jahreszeit.
Sonnenschäden sind nicht nur ein kosmetisches Thema. Langjährige UV-Belastung erhöht auch das Risiko für aktinische Keratosen und verschiedene Formen von Hautkrebs.
Dr. Hanna Halter betont deshalb, dass zwischen lichtbedingter Hautalterung und medizinisch relevanten Hautveränderungen unterschieden werden müsse. Neue oder sich verändernde Pigmentmale, raue Hautstellen oder nicht heilende Krusten sollten immer dermatologisch abgeklärt werden.
Regelmäßige Hautkrebsvorsorge ist insbesondere für Menschen mit heller Haut, vielen Pigmentmalen oder hoher UV-Belastung sinnvoll.
Sonnenschäden gehören zu den wichtigsten Ursachen vorzeitiger Hautalterung. Während sich Trockenheit oder eine geschwächte Hautbarriere häufig gut behandeln lassen, können tiefer liegende Veränderungen wie Kollagenabbau oder DNA-Schäden nicht vollständig rückgängig gemacht werden.
„Sonnenschäden können wir heute sichtbar und strukturell deutlich verbessern, aber nicht vollständig ungeschehen machen“, fasst Dr. Hanna Halter zusammen.
Moderne Wirkstoffe wie Retinoide, Vitamin C oder Niacinamid können die Hautregeneration unterstützen und das Hautbild sichtbar verbessern. Bei ausgeprägteren Veränderungen stehen heute zudem wirksame dermatologische Verfahren wie Laser, IPL, chemische Peelings oder Microneedling zur Verfügung.
„Zusammengefasst gilt: Der größte Fehler ist nicht eine falsche Methode, sondern das Fehlen einer langfristigen Strategie. Effektive Vorbeugung und Behandlung basieren immer auf konsequentem UV-Schutz, realistischen Erwartungen und einer individuell abgestimmten Kombination aus medizinischen und ästhetischen Maßnahmen,“ so Dr. Hanna Halter.
Nein. Bereits entstandene UV-Schäden lassen sich in der Regel nicht vollständig rückgängig machen. Moderne Hautpflege und dermatologische Behandlungen können das Hautbild jedoch häufig deutlich verbessern und die Hautregeneration unterstützen.
Zu den wissenschaftlich am besten untersuchten Wirkstoffen zählen Retinoide, Vitamin C, Niacinamid, Ceramide und Fruchtsäuren. Sie können die Hautstruktur verbessern, Pigmentflecken reduzieren und die Hautbarriere stärken. Die wichtigste Maßnahme bleibt jedoch täglicher Sonnenschutz.
Oberflächliche Pigmentflecken können durch medizinische Hautpflege oder chemische Peelings heller werden. Ausgeprägte Altersflecken sprechen häufig besonders gut auf Pigmentlaser oder IPL-Behandlungen an.
Laser kommen vor allem bei ausgeprägten Pigmentflecken, Falten und Elastizitätsverlust zum Einsatz. Microneedling eignet sich insbesondere zur Verbesserung der Hautstruktur, feiner Linien, vergrößerter Poren und leichter Narben. Welche Behandlung sinnvoll ist, sollte individuell dermatologisch entschieden werden.
Natürliche Öle oder Pflanzenextrakte können die Hautpflege sinnvoll ergänzen, wissenschaftlich am besten untersucht sind jedoch Retinoide, Vitamin C, Niacinamid sowie konsequenter Sonnenschutz.
Der wirksamste Schutz besteht in einem konsequenten täglichen Sonnenschutz mit einem Breitbandfilter gegen UVA- und UVB-Strahlen. Ergänzend helfen eine individuell abgestimmte Hautpflege und regelmäßige Hautkrebsvorsorge, langfristige UV-Schäden zu vermeiden.