
© Freepik
25. Februar 2026
Hanja Niederhammer
Schonend gegen Haarausfall: So funktioniert die Mesotherapie - Wirkung, Kosten, Sitzungen & Ergebnisse im Überblick
Haarausfall ist ein vielschichtiges Thema - emotional wie medizinisch. Und er betrifft mehr Menschen, als oft angenommen: hormonell bedingt, genetisch, stressassoziiert oder einfach altersabhängig. Wer nicht direkt zur Haartransplantation greifen will, sondern eine schonende, natürliche Regenerationsmethode sucht, stößt früher oder später auf die Mesotherapie für Haare.
Das Prinzip: Mit feinsten Mikroinjektionen werden spezifisch zusammengestellte Wirkstoffe direkt in die Kopfhaut eingebracht - genau dort, wo Haarwurzeln Nährstoffe brauchen. Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern, die Zellregeneration zu stimulieren und so das natürliche Haarwachstum zu fördern. Die Methode gilt als gut verträglich, ambulant durchführbar und wissenschaftlich zunehmend interessant.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Mesotherapie für die Haare funktioniert, für wen sie sich eignet und welche Ergebnisse realistisch erreichbar sind. Außerdem klären wir, wie viele Sitzungen sinnvoll sind, mit welchen Kosten zu rechnen ist und worauf Sie bei Nachsorge und möglichen Risiken achten sollten.
Die Mesotherapie für Haare - auch unter dem Begriff Mesohair bekannt - ist eine spezielle Form der Mesotherapie, die gezielt bei diffusem oder hormonell bedingtem Haarausfall eingesetzt wird. Dabei werden individuell zusammengestellte Wirkstoffmischungen aus Vitaminen, Aminosäuren, Mineralstoffen und durchblutungsfördernden Substanzen mit feinen Nadeln direkt in die Kopfhaut injiziert.
Ziel ist es, die Haarfollikel zu nähren, die lokale Durchblutung anzuregen und ein regeneratives Mikroklima zu schaffen, das das Haarwachstum stimuliert und Haarausfall bremst. Die Behandlung kann außerdem die Struktur und Dichte der Haare verbessern, indem sie die Kopfhautfunktion stabilisiert und das Zellmilieu normalisiert.
Im Zentrum der Mesotherapie steht neben der Injektionstechnik die gezielte Auswahl bioaktiver Substanzen, die direkt in das Haarfollikelmilieu eingebracht werden. Dort entfalten sie ihre Wirkung genau an den Schnittstellen, an denen das Haarwachstum reguliert wird: Zellstoffwechsel, Mikrozirkulation, Entzündungsregulation und struktureller Aufbau der Haarwurzel.
Die Zusammensetzung des Wirkstoffcocktails richtet sich nach Haartyp, Ausprägung des Haarausfalls und therapeutischem Ziel.
Optional werden - je nach Indikation - Wachstumsfaktoren, Peptide oder niedermolekulare Hyaluronsäure ergänzt.
Ziel der Injektionen ist es, das biologische Milieu rund um die Haarwurzel zu optimieren für ein aktiveres, nachhaltigeres Haarwachstum:
Gegen Haarausfall kommen verschiedene Methoden zum Einsatz: von äußerlich angewendeten Mitteln wie Minoxidil über systemische Therapien wie Finasterid bis hin zu PRP oder operativen Verfahren wie der Haartransplantation. Die Mesotherapie stellt eine schonende, nicht-chirurgische Alternative dar. Sie wirkt direkt am Haarfollikel, ohne in den Hormonhaushalt einzugreifen oder das Gewebe chirurgisch zu verändern.
Mesotherapie vs. Minoxidil - wer gewinnt?
Ein systematischer Review (2024) verglich 11 klinische Studien zur Mesotherapie mit klassischen Haarwuchsbehandlungen. Das Ergebnis:
Fazit der Autoren: Mesotherapie könnte eine „sichere und wirksame Alternative“ zu klassischen topischen Therapien sein - insbesondere bei Patienten, die Minoxidil nicht vertragen oder keine systemische Therapie wünschen.
Mesotherapie richtet sich an Menschen, die nach einer sanften, aber gezielten Methode suchen, um beginnenden Haarausfall zu stoppen oder die Haarstruktur zu verbessern - ohne systemische Medikamente oder längere Ausfallzeiten.
Voraussetzung ist, dass die Haarwurzeln grundsätzlich noch aktiv sind. Denn nur dort, wo der Follikel noch „reagiert“, können die injizierten Wirkstoffe ihre regenerative Wirkung entfalten.
Die Mesotherapie kommt für verschiedene Formen von Haarausfall infrage:
Auch nach einer Haartransplantation oder bei geschwächter Kopfhaut kann die Mesotherapie helfen, das Hautmilieu zu stabilisieren und das Nachwachsen zu unterstützen.
Aus medizinischer Sicht sollte auf eine Mesotherapie verzichtet werden, wenn:
Ein Vorgespräch in der Praxis ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Methode für Ihre individuelle Situation geeignet ist.
Die Mesotherapie für die Haare ist ein ambulantes Verfahren, das in wenigen Schritten durchgeführt wird. Die Sitzungen dauern meist nicht länger als 30 Minuten und erfordern keine Ausfallzeit. Sie sind in der Regel sofort wieder gesellschaftsfähig.
Vor der ersten Sitzung findet ein ärztliches Beratungsgespräch statt: Dabei werden die Form des Haarausfalls, mögliche Ursachen, Vorerkrankungen und Kontraindikationen geklärt. Anschließend wird ein individueller Wirkstoffcocktail zusammengestellt - je nach Haarzustand, Geschlecht und Therapieziel.
Vor der Behandlung:
Die Kopfhaut wird gründlich gereinigt und bei Bedarf mit einer lokal wirkenden Betäubungscreme vorbereitet - besonders bei empfindlicher Haut.
Während der Behandlung:
Mit einer feinen Nadel oder Mesopistole wird der Wirkstoff in kleinen Mengen direkt in die oberen Hautschichten der Kopfhaut injiziert. Das Verfahren ist in der Regel gut verträglich - die meisten Patienten empfinden höchstens ein leichtes Pieksen oder Prickeln.
Nach der Behandlung:
Leichte Rötungen oder Schwellungen sind möglich, klingen aber meist innerhalb weniger Stunden ab. Direkt im Anschluss sollten Sonne, Sauna und intensive Haarpflegeprodukte für etwa 24 Stunden gemieden werden. Sanfte Pflege und ein UV-Schutz für die Kopfhaut sind in der Anfangszeit sinnvoll.
Wie oft eine Mesotherapie für die Haare durchgeführt werden sollte, hängt vom individuellen Befund ab. In den meisten Fällen empfehlen Ärztinnen und Ärzte eine kurweise Behandlung mit 3 bis 6 Sitzungen, jeweils im Abstand von 2 bis 4 Wochen. Ziel ist es, die Haarfollikel gezielt zu stimulieren und das Gewebe auf Regeneration einzustellen.
Um den erzielten Effekt zu stabilisieren, sind regelmäßige Auffrischungsbehandlungen alle 4 bis 6 Monate sinnvoll - insbesondere bei andauernden Auslösern wie hormonellen Schwankungen oder genetisch bedingtem Haarausfall.
Wie gut die Mesotherapie wirkt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem vom individuellen Ausgangszustand und der Aktivität der Haarfollikel. Wichtig ist: Die Methode zielt auf eine biologische Regeneration ab, nicht auf einen Soforteffekt. Geduld ist also Teil des Konzepts.
Erste sichtbare Veränderungen zeigen sich bei vielen Patientinnen und Patienten nach zwei bis drei Sitzungen, also nach etwa vier bis acht Wochen. Typische erste Veränderungen sind:
Das Haarwachstum selbst braucht naturgemäß länger: Die Anagenphase - also die aktive Wachstumsphase - wird durch die Behandlung verlängert, was sich nach etwa zwei bis drei Monaten deutlicher zeigt.
Bei gutem Ansprechen und entsprechender Nachsorge kann der Effekt der Mesotherapie für die Haare mehrere Monate anhalten. Viele Fachpraxen empfehlen eine Auffrischung nach etwa sechs Monaten, um die stimulierenden Impulse aufrechtzuerhalten.
Besonders bei chronischem oder hormonell bedingtem Haarausfall ist eine längerfristige Begleittherapie sinnvoll - ähnlich wie bei anderen dermatologischen Regenerationsverfahren.
Wer sich für eine Mesotherapie bei Haarausfall interessiert, möchte natürlich auch wissen: Wie hoch sind die Kosten? Und: Wird etwas davon übernommen? Hier finden Sie die wichtigsten Infos im Überblick.
Die Mesotherapie für die Haare liegt preislich meist zwischen 150 und 350 Euro pro Sitzung, abhängig von Wirkstoffcocktail, Technik und Praxisstandort. Viele Anbieter empfehlen 3 bis 6 Behandlungen, oft im vergünstigten Paket.
Mesotherapie für die Haare - Preis und Qualität: Nicht allein der Preis pro Sitzung ist entscheidend, sondern auch ärztliche Erfahrung, Wirkstoffqualität und Hygiene in der Anwendung.
Da es sich bei der Mesotherapie um ein nicht erstattungsfähiges Verfahren der ästhetischen Medizin handelt, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten nicht. Auch private Kassen zahlen in der Regel nur in Ausnahmefällen - etwa bei medizinisch nachweisbarem Haarverlust nach Chemo- oder Strahlentherapie.
Unser Tipp: Lassen Sie sich vor Behandlungsbeginn einen individuellen Kostenplan erstellen und klären Sie frühzeitig, ob und in welchem Umfang Ihre Versicherung Kosten übernimmt - gerade bei privaten Kassen gibt es teils Spielraum bei funktionellen Indikationen.
Die Mesotherapie für die Haare ist in der Regel nicht schmerzhaft. Viele spüren nur ein leichtes Pieksen oder Prickeln - auf Wunsch kann eine betäubende Creme verwendet werden.
Mesotherapie für die Haare selber zu machen wird nicht empfohlen. Die Injektionen gehören in erfahrene Hände - falsche Technik oder unsteriles Arbeiten können zu Komplikationen führen.
Typische Nebenwirkungen sind Rötungen, kleine Blutergüsse oder leichte Schwellungen an der Einstichstelle. Schwerwiegende Reaktionen sind selten, wenn die Behandlung fachgerecht durchgeführt wird.