© PMC | AI

Prostata-Diagnostik

Die multiparametrische Magnetresonanztomographie der Prostata, kurz mpMRT, ist heute eines der wichtigsten Verfahren zur Früherkennung und Abklärung des Prostatakarzinoms, der häufigsten Krebserkrankung des Mannes. Die Untersuchung kommt vollständig ohne ionisierende Strahlung aus und beruht auf drei Säulen: einer hochauflösenden Darstellung der Anatomie, der Beurteilung der Durchblutung des Gewebes sowie der Messung der Zelldichte. Aus dem Zusammenspiel dieser Informationen lassen sich verdächtige Areale zuverlässig lokalisieren und gutartige von möglicherweise bösartigen Veränderungen unterscheiden.

Sinnvoll ist eine mpMRT vor allem dann, wenn der PSA-Wert erhöht ist, ein unklarer Tastbefund vorliegt oder eine familiäre Vorbelastung besteht. Die Befundung erfolgt nach einem international standardisierten Bewertungssystem, dem PI-RADS-Score, der eine einheitliche und vergleichbare Einschätzung des Risikos ermöglicht. Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass unnötige Gewebeentnahmen vermieden werden können: Zeigt die MRT keine auffälligen Areale, ist das Risiko für einen übersehenen, behandlungsbedürftigen Tumor gering. Umgekehrt lässt sich eine Biopsie bei verdächtigem Befund gezielt steuern, indem die MRT-Bilder mit dem Ultraschall überlagert werden, was die Trefferquote klinisch relevanter Karzinome deutlich erhöht. Auch für die Stadieneinteilung, die Therapieplanung und die Verlaufskontrolle nach einer Behandlung liefert die mpMRT entscheidende Informationen.