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Röntgendiagnostik
Die klassische Röntgendiagnostik ist generell die erste und am schnellsten verfügbare Methode der Bildgebung. Sie arbeitet mit Röntgenstrahlen, die den Körper durchdringen und je nach Gewebe unterschiedlich stark abgeschwächt werden. Knochen erscheinen deshalb deutlich heller als weiches Gewebe, weil sie die Strahlung stärker aufhalten. Das Röntgen wird vor allem dann eingesetzt, wenn sich der Arzt einen ersten Überblick verschaffen möchte, etwa bei Verdacht auf einen Knochenbruch, Gelenkverletzungen, Verschleißveränderungen, Fehlstellungen oder auch Erkrankungen der Lunge. Auch bei Husten, Atemnot oder Verdacht auf Lungenentzündung wird häufig ein Röntgenbild des Brustkorbes angefertigt. Ebenso beim Zahnarzt ist das Röntgen ein zuverlässiges Diagnosetool. Der große Vorteil des Röntgens liegt in seiner Schnelligkeit, der breiten Verfügbarkeit und vergleichsweise einfachen Durchführung. Die Aussagekraft ist allerdings begrenzt, wenn es um feine Weichteilstrukturen, Bänder, Nerven oder frühe entzündliche Veränderungen geht. Oft ist hier zur genaueren Abklärung eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig.
Computertomographie (CT)
Die Computertomographie ist ebenfalls ein röntgenbasiertes Verfahren, liefert jedoch keine einfachen Projektionsbilder, sondern hochauflösende Schnittbilder des Körpers. Organe, Knochen, Gefäße und innere Verletzungen können dadurch viel präziser dargestellt werden, was beispielsweise in der Notfallmedizin bei Polytrauma, bei Verdacht auf innere Blutungen, Schlaganfall, Lungenembolie oder komplexe Knochenfrakturen besonders wichtig ist. Aber auch bei Tumorerkrankungen, Entzündungen im Bauchraum und unklaren Befunden spielt das CT eine wichtige Rolle. Der behandelnde Arzt wird sich immer dann für ein CT entscheiden, wenn er ein ganz genaues Bild der Gesamtsituation erhalten möchte. Im Gegensatz zum herkömmlichen Röntgen lassen sich mit einem CT Strukturen schichtweise zeigen, womit eine deutlich bessere räumliche Einordnung möglich ist. So lässt sich beispielsweise erkennen, ob eine Blutung vorliegt, ob unvollständig ein Organ verletzt ist, ob sich ein Tumor ausgebreitet hat oder ob eine Gefäßverengung oder sogar ein Gefäßverschluss vorliegt. Die Rückschlüsse aus einem CT sind daher oft sehr konkret und entscheidend für das weitere Vorgehen – egal ob es sich um eine medikamentöse Therapie handelt, eine engmaschige Überwachung oder sogar eine Operation.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Die Magnetresonanztomographie arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit starken Magnetfeldern und Radiowellen. Diese sind besonders gut dafür geeignet, Weichteile sehr detailliert darzustellen, weshalb sie vor allem bei Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Bandscheiben, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bändern sowie in der Tumordiagnostik zum Einsatz kommt. Des Weiteren wird das MRT auch dann gewählt, wenn Beschwerden bestehen, die sich nicht ausreichend mit einem Röntgenbild erklären lassen; etwa bei anhaltenden Rückenschmerzen mit Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall oder bei Knieverletzungen mit möglichem Meniskus- oder Kreuzbandriss. Aber auch bei neurologischen Symptomen wie Lähmungen, Gefühlsstörungen oder unklaren Kopfschmerzen kann der Arzt ein MRT anordnen. Der Hauptmehrwert des MRT ist seine hervorragende Weichteilauflösung. Damit wird nicht nur aufgezeigt, ob eine Veränderung vorliegt, sondern auch, welches Gewebe betroffen und wie ausgeprägt der Schaden ist. Dadurch lässt sich zum Beispiel erkennen, ob ein Band angerissen oder vollständig gerissen ist, ob eine Bandscheibe auf einen Nerv drückt oder ob ein Tumor in umliegendes Gewebe eingewachsen ist. Auch Knochenmarkveränderungen, die auf einem normalen Röntgenbild unsichtbar wären, können im MRT sichtbar gemacht werden. Vor allem in der Orthopädie, der Neurologie und der Onkologie sind die Ergebnisse aus einem MRT für eine Therapieentscheidung wichtig. Spielen diese doch eine wichtige Rolle dabei, sich letztendlich zwischen einer konservativen Behandlung, einer gezielten Intervention und einer Operation zu entscheiden.
Sonographie (Ultraschall)
Die Sonographie, auch Ultraschall genannt, ist ein bildgebendes Verfahren ganz ohne Strahlenbelastung, da sie ausschließlich mit Schallwellen arbeitet. Genau das macht sie gerade für Untersuchungen des Bauchraums, der Schilddrüse und der Gefäße besonders wertvoll. Ein Ultraschall wird häufig dafür eingesetzt, wenn eine schnelle und schonende Untersuchung vonnöten ist, zum Beispiel bei Bauchschmerzen, Verdacht auf Gallensteine, Leberveränderungen, Nierenstau oder Schilddrüsenknoten sowie bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung. Ein wesentlicher Vorteil des Ultraschalls liegt darin, dass nicht nur Strukturen, sondern auch Bewegungen und Strömungen sichtbar gemacht werden können. So kann beispielsweise mit der sogenannten Doppler- oder Duplexsonographie aufgezeigt werden, wie Blut durch die Gefäße fließt und ob Verengungen oder Verschlüsse bestehen. Außerdem eignet sich der Ultraschall sehr gut zur Steuerung von Eingriffen, etwa bei Punktionen, Biopsien oder Injektionen, weil das medizinische Fachpersonal die Nadel in Echtzeit verfolgen kann. Aus den Befunden einer Sonographie lassen sich abschließend Rückschlüsse auf Organvergrößerungen, Flüssigkeitsansammlungen, Zysten, Knoten, Entzündungen oder Gefäßveränderungen ziehen.
Mammadiagnostik
Die Mammadiagnostik ist ein spezialisierter Bereich der Bildgebung der Brust und dient vor allem der Früherkennung sowie der genauen Abklärung von Brustveränderungen. Sie umfasst vor allem die Mammographie, also die Röntgenuntersuchung der Brust, eingesetzt im Rahmen der Vorsorge, aber auch wenn Beschwerden oder Auffälligkeiten wie zum Beispiel tastbare Knoten oder Schmerzen bestehen. Die Mammographie ist deshalb so wichtig, weil sie besonders gut feine Gewebsverdichtungen und Mikroverkalkungen sichtbar machen kann. Und gerade diese kleinen Veränderungen können frühzeitige Hinweise auf Brustkrebs sein, noch bevor ein Tumor tastbar wird.


