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30. Juni 2023
Margit Hiebl
Die Berliner Psychologin Eva Kaczor erklärt Psychedelic Breath: eine dynamische Atemtechnik mit elektronischer Musik, die in meditative Bewusstseinszustände führt. So funktioniert das Atemritual
Psychedelic Breath: Atemtechnik für veränderte Bewusstseinszustände
Ob beim Burning Man Festival im Black Rock Desert, bei Team-Events oder in Einzel-Sessions: Tausende Menschen lassen sich von der Berliner Psychologin und Purpose-Coach Eva Kaczor regelmäßig auf einem Trip zu sich selbst begleiten. Ihre Methode heißt Psychedelic Breath – eine dynamische Atemtechnik, die mit elektronischer Musik arbeitet und in meditative Bewusstseinszustände führen kann. Wir sprachen mit Eva Kaczor über ihr Atemritual, das Menschen mit ihrem inneren Wissen verbinden soll.
Was ist Psychedelic Breath?
Ein dynamisches, altes Atemritual, das einen ganz natürlich in andere Bewusstseinszustände versetzen kann. Und es arbeitet mit elektronischer Musik, Deep House, meist mit einem Live-DJ-Set. So möchte ich Menschen mit ihrem inneren Wissen verbinden: das, was sie wissen, ohne es gelernt zu haben. Es ist ein Weg in einen meditativen Zustand, der auch sehr tief gehen kann.
Wie funktioniert Psychedelic Breath??
Wir beginnen mit zwei Minuten schnell atmen. Dann 30 Sekunden nicht atmen. Das steigert sich bis zu vier Minuten dynamisch atmen und einer Minute breath retention. Das ist aber keine starre Regel – jeder kann entscheiden, wie schnell geatmet wird und wie lange nicht. Insgesamt sind es zehn Zyklen. Es ist keine entspannte Atemtechnik, sondern eine bewusste Aktivierung im sympathischen Nervensystem.
Welche Rolle spielt die Musik, gibt sie den Pace vor?
Nein – aber die Musiktracks haben eine Dramaturgie und sind den Atemzyklen angepasst. Jeder hat eine Konnotation, die ich auch mit Worten hineingebe: Es beginnt rhythmisch und langsam. In Zyklus fünf und sechs gehen wir tief in die Emotion hinein, was sich nicht schön anfühlen muss – da sind die Tracks eher düster. Dann werden sie wieder melodiöser und .
Sie arbeiten auch mit ätherischen Ölen und Räucherwerk?
Am Anfang nehme ich Pfefferminz und Eukalyptus, auch um die Atemwege zu befreien. Dann folgen belebende Zitrusnoten, später spirituelle Düfte von Weihrauch, Copal oder Palo Santo, die auch reinigende Wirkung haben. Zum Ausklang beruhigender Lavendel und Sandelholz.
Wie häufig sollte man auf diese Reise gehen?
Das muss jeder für sich entdecken. Die Gesamtsession – wir setzen da auch Topics und geben Erklärungen – dauert 90 Minuten. Das jeden Tag, wäre unrealistisch. Man kann auch kürzere Session daraus machen, sonst vielleicht einmal die Woche? Ich finde es schöner, Integrationszeit zu haben und sich anzuschauen, was damit in seinem Leben passiert.
Die Technik arbeitet mit zehn Atemzyklen: Man beginnt mit zwei Minuten schnellem Atmen, gefolgt von 30 Sekunden Atem anhalten (breath retention). Dies steigert sich bis zu vier Minuten dynamischem Atmen und einer Minute ohne Atem. Jeder kann selbst entscheiden, wie schnell geatmet wird und wie lange pausiert wird.
Nein, Psychedelic Breath ist keine entspannte Atemtechnik, sondern eine bewusste Aktivierung im sympathischen Nervensystem. Es geht um dynamisches, aktives Atmen, das energetisierend wirkt und tiefe emotionale Prozesse anstoßen kann.
Die Musik gibt nicht den Pace vor, hat aber eine Dramaturgie, die den Atemzyklen angepasst ist. Sie beginnt rhythmisch und langsam, wird in den Zyklen fünf und sechs düsterer (wenn es emotional tiefer geht) und dann wieder melodiöser, um die Stimmung zu heben. Meist wird mit Live-DJ-Sets gearbeitet.
Eine vollständige Session dauert etwa 90 Minuten und beinhaltet auch Erklärungen und thematische Einführungen. Es gibt aber auch kürzere Varianten für die persönliche Praxis zu Hause.
Psychedelic Breath wird in verschiedenen Settings angeboten: bei Festivals wie dem Burning Man, bei Corporate Team-Events, in Gruppen-Sessions und auch in individuellen Einzel-Sessions. Die Technik kann sowohl in größeren Gruppen als auch im intimen Rahmen praktiziert werden.
Da die Technik das sympathische Nervensystem bewusst aktiviert und emotionale Prozesse anstoßen kann, sollten Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen (Herz-Kreislauf-Probleme, psychische Erkrankungen) vorher Rücksprache mit einem Arzt halten. Generell ist es wichtig, die Technik zunächst mit einem erfahrenen Guide zu lernen.