
© Jonathan Borba
22. Juni 2026
Marianne Waldenfels
Berberin, Fat Burner oder Flohsamenschalen? Erfahren Sie, welche Nahrungsergänzungsmittel Sie unter Ozempic oder Wegovy kritisch prüfen sollten
Viele Menschen nehmen während einer Behandlung mit Ozempic oder Wegovy zusätzlich Vitamine oder andere Nahrungsergänzungsmittel ein. Sie vermuten, dass ihr Körper durch die geringere Nahrungsaufnahme Unterstützung braucht. Ganz so einfach ist es jedoch nicht.
Der Wirkstoff Semaglutid verändert nicht nur das Essverhalten, sondern beeinflusst auch die Verdauung. Dadurch können einige Nahrungsergänzungsmittel anders vertragen werden oder Nebenwirkungen verstärken. Gleichzeitig gilt: Weniger Appetit bedeutet nicht automatisch, dass ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel entsteht. Ob Supplements tatsächlich sinnvoll sind, hängt von der Ernährung und dem individuellen Bedarf ab
Berberin, Zimt-Extrakt, Bockshornklee und Chrom werden oft als sanfte Diabetes-Helfer und natürliches „Ozempic“ beworben. Bei einer Therapie mit der Abnehmspritze könnten sie jedoch gefährlich werden, wie wissenschaftliche Arbeiten herausgefunden haben.

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Denn sie können den Blutzucker zusätzlich beeinflussen, insbesondere dann, wenn neben Ozempic weitere Diabetesmedikamente eingesetzt werden.
Mögliche Warnzeichen einer Unterzuckerung sind unter anderem:
Treten solche Beschwerden auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Manche Nutzer möchten die Gewichtsabnahme zusätzlich beschleunigen und greifen deshalb zu Fat Burnern oder frei verkäuflichen Appetitzüglern.
Viele dieser Produkte enthalten hohe Mengen Koffein oder Inhaltsstoffe wie Guarana, Grüntee-Extrakt oder Synephrin. Sie können Herzrasen, Nervosität oder Schlafstörungen fördern und bestehende Nebenwirkungen von Ozempic, etwa Übelkeit oder Magenbeschwerden, zusätzlich verstärken.
Einen wissenschaftlich gesicherten Vorteil für die Gewichtsabnahme in Kombination mit Semaglutid gibt es bislang nicht.
Ballaststoffe sind gesund, aber bei Ozempic droht ein „Stau“. Eine zu hohe Menge an Quellstoffen in einem langsamer arbeitenden Magen kann zu schmerzhaften Blähungen (Meteorismus) und einer Verstopfung führen. Wenn Sie Ballaststoffe einnehmen, dann am besten nur in kleinen Dosen und mit extrem viel Wasser.
Studien zeigen, dass Semaglutid die Magenentleerung signifikant verlangsamt - ein zentraler Mechanismus der Abnehmspritze. Nahrung bleibt dadurch länger im Magen, bevor sie in den Dünndarm gelangt. Genau dieser Effekt trägt dazu bei, dass das Sättigungsgefühl länger anhält und viele Menschen automatisch weniger essen.
Gleichzeitig kann sich dadurch aber auch verändern, wann bestimmte Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel im Darm aufgenommen werden. Manche Nutzer berichten deshalb über eine veränderte Verträglichkeit einzelner Präparate oder stärkere Magen-Darm-Beschwerden.
Nicht einzelne Präparate sind meist das Problem, sondern die Art, wie sie eingenommen werden. Wer möglichst viele Supplements kombiniert, tut seinem Körper nicht automatisch etwas Gutes. Im Gegenteil: Je mehr Präparate gleichzeitig verwendet werden, desto schwieriger wird es, Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten richtig einzuordnen.
Diese Fehler kommen besonders häufig vor.
Viele Menschen starten mit einem Multivitaminpräparat, Magnesium, Omega-3 und Proteinpulver gleichzeitig. Treten anschließend Übelkeit, Blähungen oder Durchfall auf, lässt sich kaum noch erkennen, welches Produkt dafür verantwortlich ist.
Besser ist es, neue Nahrungsergänzungsmittel einzeln einzuführen und die Verträglichkeit einige Tage zu beobachten.
Wer unter Ozempic weniger isst, befürchtet häufig automatisch einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel. Tatsächlich entsteht ein solcher Mangel aber nicht zwangsläufig. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Ernährung, der Dauer der Behandlung und möglichen Vorerkrankungen ab.
Übelkeit, Völlegefühl oder Verdauungsbeschwerden gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen von Semaglutid. Werden gleichzeitig mehrere Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, können jedoch auch diese die Beschwerden verstärken oder selbst schlecht vertragen werden.
Deshalb lohnt es sich, bei neu auftretenden Symptomen immer auch die verwendeten Supplements zu überprüfen.
Davon ist ohne ärztliche Rücksprache eher abzuraten. Berberin kann den Blutzucker zusätzlich beeinflussen. Besonders wenn neben Ozempic weitere Medikamente gegen Diabetes eingenommen werden, kann das Risiko einer Unterzuckerung steigen.
Omega-3-Fettsäuren gelten als gut verträglich. In Einzelfällen kann es durch die verzögerte Magenentleerung zu Aufstoßen kommen. Die Einnahme zu einer Mahlzeit kann helfen.
Grundsätzlich ja. Allerdings können einige Magnesiumverbindungen – beispielsweise Magnesiumcitrat – den Darm zusätzlich anregen. Wer bereits unter Durchfall leidet, sollte auf die individuelle Verträglichkeit achten.
Nein. Eine geringere Nahrungsaufnahme bedeutet nicht automatisch, dass ein Vitaminmangel entsteht. Ob Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, hängt von der individuellen Ernährung und möglichen Mangelzuständen ab
Da Ozempic und Wegovy einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt werden, gibt es keinen vorgeschriebenen zeitlichen Abstand zu Nahrungsergänzungsmitteln.
Allerdings verlangsamt Semaglutid die Magenentleerung. Dadurch kann sich der Zeitpunkt verändern, zu dem bestimmte Wirkstoffe den Darm erreichen und aufgenommen werden.
Wenn Symptome wie anhaltende Übelkeit, ausgeprägte Müdigkeit, Schwindel oder andere ungewöhnliche Beschwerden auftreten, sollten Sie dies abklären lassen. Hilfreich ist es, eine Übersicht aller eingenommenen Supplements mitzubringen, um mögliche Zusammenhänge besser beurteilen zu können
Nahrungsergänzungsmittel sind unter Ozempic oder Wegovy nicht grundsätzlich tabu. Einige Präparate sollten jedoch mit Vorsicht verwendet werden, insbesondere blutzuckersenkende Pflanzenstoffe, Fat Burner oder hoch dosierte Ballaststoffpräparate.
Wer Supplements gezielt statt vorsorglich einnimmt und ungewöhnliche Beschwerden ernst nimmt, reduziert das Risiko für unerwünschte Wechselwirkungen oder zusätzliche Nebenwirkungen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Ozempic oder Wegovy einnehmen und unsicher sind, ob ein Nahrungsergänzungsmittel für Sie geeignet ist, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.