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24. Juni 2026
Marianne Waldenfels
Was hilft wirklich gegen Hitze? Arzt Dr. Sebastian Karl erklärt, wie Sie Kreislauf, Schlaf und Konzentration schützen und welche Warnsignale Sie ernst nehmen sollten.
Hitzewellen sind längst kein Ausnahmephänomen mehr. Und: Sie belasten Körper und Psyche weit mehr, als viele vermuten. Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Konzentrationsschwäche oder Kreislaufbeschwerden können schon bei Temperaturen über 30 Grad auftreten.
Im Buch 1-Minuten-Strategie Hitze (GU Verlag) zeigt der Arzt und Molekularmediziner Dr. Sebastian Karl, wie sich Hitzestress mit einfachen, wissenschaftlich fundierten Maßnahmen im Alltag reduzieren lässt. Im Interview erklärt Karl unter anderem, wann Sport zur Belastung wird, warum Lüften nicht immer sinnvoll ist und mit welchen einfachen Strategien Sie auch an heißen Tagen gesund und leistungsfähig bleiben.
Was sollte man tun, wenn bei Hitze Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen auftreten?
Das sind auf jeden Fall Warnsignale, die man sehr ernst nehmen sollte. Es ist unbedingt ratsam, dann sofort in den Schatten zu gehen. Noch besser ist ein kühler Ort, wenn einer in der Nähe ist. Und man sollte den Körper kühlen. Das kann man zum Beispiel mit Wasser aus einer Sprühflasche oder mit feuchten Tüchern tun. Auch kalte Getränke helfen dabei, die Körpertemperatur zu senken.

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Autor und Wissenschaftler: Dr. med. Sebastian Karl, Arzt am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim
Wann ist Lüften bei Hitze überhaupt sinnvoll?
Das bringt nur dann etwas, wenn es draußen kälter ist als drinnen. Das ist häufig nachts und in den frühen Morgenstunden der Fall. Dann ist lüften sinnvoll. Je nachdem, wo man wohnt, sollte man die Luftverschmutzung mitbedenken – die kann bei Hitze nämlich erhöht sein.
Wie viel Bewegung ist bei Hitze noch gesund? Ab welchen Temperaturen sollte man mit Sport vorsichtig sein?
Das ist sehr individuell, es gibt da nicht die eine Temperaturschwelle. Auf jeden Fall würde ich den meisten Menschen raten, eher auf Sport zu verzichten, wenn es eine Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes gibt – das ist ab einer gefühlten Temperatur von 32°C der Fall.
Wie viel sollte man an heißen Tagen trinken?
Für die meisten Menschen sind zwei bis drei Liter am Tag angemessen. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen – Herz- oder Nierenerkrankungen beispielsweise – sollten ihre Trinkmenge individuell ärztlich absprechen.

1-Minuten-Strategie Hitze von Dr. med. Sebastian Karl (GU Verlag): Die besten Hacks gegen gefährliche Folgen von extrem hohen Temperaturen
Was kommt bei Hitze auf den Teller – und was eher nicht?
Es gibt keine Lebensmittel, die man bei Hitze unbedingt vermeiden sollte. Es ist ratsam, anstelle üppiger Mahlzeiten eher mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt zu essen. Und bei Hitze bieten sich insbesondere wasserreiche Lebensmittel wie Gurken oder Wassermelonen.
Wie gelingt es, sich trotz Hitze im Schlaf zu erholen?
Da fängt die Vorbereitung schon vor dem Schlafen an: Wer tagsüber ausreichend trinkt, schläft auch nachts besser. Eine kühle Dusche vor dem Schlafengehen oder ein feuchtes Tuch auf der Stirn können ebenfalls helfen. Und wer auf Schlafkleidung nicht verzichten will, kann diese kurz vor dem Ins-Bett-Gehen noch ins Gefrierfach legen.
Kann man eine bessere Hitzetoleranz auch trainieren?
Durchaus. Damit fängt man aber am besten schon vor Beginn einer Hitzewelle an, wenn es zwar warm, aber noch nicht heiß ist. Dann kann regelmäßiges Ausdauertraining helfen, bei dem man die Dauer langsam steigert.
Kann große Hitze den Körper wirklich schneller altern lassen?
Das legt zumindest eine große Studie aus Taiwan nahe. Die hat festgestellt, dass der Unterschied zwischen dem biologischen und dem chronologischen Alter einer Person umso höher war, je mehr Hitzewellen diese Person in ihrem Leben ausgesetzt war.

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