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27. Februar 2026
PMC Redaktion
HYROX, ein neuartiges Zirkeltraining, kombiniert Ausdauer- und Kraftsport. Was bringt es für die Gesundheit, welche Risiken birgt es und wie bereitet man sich optimal auf Wettkämpfe vor?
HYROX ist der weltweit am schnellsten wachsende Fitness-Wettkampf – und das aus gutem Grund. Doch bevor man mit dem Training beginnt, sollte man genau verstehen, was HYROX dem Körper bringt, welche Risiken es gibt und wie man sich optimal vorbereitet.
HYROX ist ein standardisierter Fitness-Wettkampf, der 2017 in Deutschland gegründet wurde. Das Konzept ist simpel, aber herausfordernd: 8 km Laufen + 8 Fitness-Stationen – und das in einem Stück, ohne Pause.
Jede Runde (1 km Lauf) endet an einer Workstation:
Station 1: SkiErg (Skilanglauf-Ergomater) – 1.000 m
Station 2: Sled Push (Schlitten schieben) – 50 m
Station 3: Sled Pull (Schlitten ziehen) – 50 m
Station 4: Burpee Broad Jumps (Burpees mit Weitsprung) – 80 m
Station 5: Rudern (Ruderergometer) – 1.000 m
Station 6: Farmers Carry (Kettlebell tragen) – 200 m
Station 7: Sandbag Lunges (Ausfallschritte mit Sandsack) – 100 m
Station 8: Wall Balls (Medizinball-Würfe) – 7 bis 100 Wiederholungen
Das Gewicht variiert je nach Kategorie (Open, Pro, Mixed Doubles etc.). HYROX findet weltweit in über 50 Städten statt und ist damit deutlich zugänglicher als viele andere Wettkampfformate.
HYROX wurde 2017 von Christian Toetzke und Moritz Fürste in Hamburg gegründet. Toetzke, ein erfahrener Sportmanager, und Fürste, zweifacher Olympiasieger im Hockey, entwickelten das Konzept mit dem Ziel, einen Fitness-Wettkampf zu schaffen, der für Breitensportler genauso zugänglich ist wie für Leistungsathleten. Die Idee: ein standardisiertes Format, das weltweit vergleichbare Ergebnisse liefert – unabhängig von Ort, Wetter oder Tagesform. Was 2017 mit einer Handvoll Events in Deutschland begann, ist heute eine globale Bewegung mit Rennen in über 50 Städten auf mehreren Kontinenten.
HYROX kombiniert aerobe Ausdauer (Laufen, Rowing, SkiErg) mit anaeroben Belastungen (Sled Push, Wall Balls). Diese Mischung trainiert das Herz-Kreislauf-System auf besonders effektive Weise. Studien zeigen, dass kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining die maximale Sauerstoffaufnahme (VO₂max) signifikant verbessert – ein zentraler Marker für Herzgesundheit und Langlebigkeit.
Anders als isoliertes Krafttraining aktiviert HYROX-Training nahezu alle Muskelgruppen gleichzeitig. Der Sled Push stärkt Quadrizeps, Gesäß und Rumpf; der Farmers Carry trainiert Griffkraft, Schultern und Core; die Sandbag Lunges fordern Beine und Stabilisatoren.
Vorteile für die Muskulatur im Überblick:
Das HYROX-Format erzeugt einen hohen Kalorienverbrauch – je nach Fitness und Körpergewicht verbrennen Athleten zwischen 800 und 1.500 kcal während eines Events. Durch den sogenannten Nachbrenneffekt (EPOC) bleibt der Stoffwechsel noch Stunden nach dem Training erhöht.
Ausdauersport in Kombination mit hochintensiven Elementen fördert die Ausschüttung von Endorphinen, Serotonin und Dopamin. Viele HYROX-Athleten berichten von verbesserter Stressresistenz, besserem Schlaf und einem stärkeren Selbstbewusstsein – nicht zuletzt durch das Erreichen konkreter, messbarer Ziele.
HYROX hat weltweit eine aktive Community aufgebaut. Gruppentraining, geteilte Ziele und der gemeinsame Wettkampf fördern soziale Bindungen – ein oft unterschätzter Gesundheitsfaktor.
So attraktiv HYROX auch ist – wer unvorbereitet oder mit schlechter Technik trainiert, setzt sich erheblichen Verletzungsrisiken aus.
Knieprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden. Die Kombination aus langen Laufstrecken und tiefen Lunges unter Gewicht belastet Knorpel, Sehnen und Bänder erheblich. Besonders gefährdet sind Athleten mit bereits bestehenden Knieproblemen oder schlechter Squattechnik.
Rückenschmerzen und -verletzungen entstehen vor allem beim Sled Push, Sled Pull und Farmers Carry. Wer den Rumpf nicht ausreichend aktiviert oder zu viel Gewicht wählt, riskiert Muskelverspannungen bis hin zu Bandscheibenproblemen.
Schulterverletzungen kommen häufig beim SkiErg und bei Wall Balls vor, wenn die Bewegungsqualität unter Erschöpfung leidet.
Überlastungssyndrome wie Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints) oder Plantarfasziitis entstehen durch zu schnelle Steigerung des Laufvolumens – ein klassischer Anfängerfehler.
In der ersten Phase geht es darum, die aeroben Grundlagen zu schaffen und die Bewegungsqualität zu sichern.
Laufen: 3× pro Woche, moderate Intensität (Zone 2), Aufbau auf ca. 30–40 km pro Woche. Die meisten Athleten unterschätzen die Laufkomponente – wer die 8 km nicht komfortabel laufen kann, wird an den Stationen einbrechen.
Krafttraining: 2–3× pro Woche mit Fokus auf funktionelle Grundbewegungen: Squats, Lunges, Deadlifts, Rows, Overhead Press. Technik vor Last.
Geräte kennenlernen: Wer keinen Zugang zum SkiErg oder Sled hat, sollte gezielt ein Box-Gym oder eine HYROX-Trainingsstätte suchen.
In dieser Phase wird das Training zunehmend wettkampfspezifisch:
Volumen reduzieren, Intensität leicht halten. Der Körper braucht Zeit, um Superkompensation zu erreichen. Schlaf, Ernährung und mentale Vorbereitung stehen im Vordergrund.
Hier ein schematischer Überblick für Einsteiger ohne HYROX-Erfahrung:
Wochen 1–3: Grundlagen & Technik (4× pro Woche)
Wochen 4–6: Volumenaufbau (5× pro Woche)
Wochen 7–9: Spezifisches Training (5× pro Woche)
Wochen 10–11: Wettkampf-Simulation (5× pro Woche)
Woche 12: Tapering (3× pro Woche)
Empfohlene Trainingszeiten pro Einheit: 45–75 Minuten. Qualität schlägt immer Quantität.
HYROX-Training ist kalorienintensiv. Wer die Leistung verbessern will, muss ausreichend essen – besonders Kohlenhydrate als primärer Energielieferant und Protein für Muskelaufbau und -reparatur.
Empfehlungen:
Am Wettkampftag: 2–3 Stunden vorher eine kohlenhydratreiche, leichte Mahlzeit. Kein Experiment mit neuen Lebensmitteln.
Ohne ausreichende Erholung kein Fortschritt. Zu den wichtigsten Regenerationsmaßnahmen gehören:
Eine der meistgestellten Fragen lautet: „Was ist der Unterschied zwischen HYROX, CrossFit, Triathlon und OCR?" Der Vergleich hilft nicht nur bei der Entscheidung, sondern erklärt auch, warum HYROX für viele Athleten das attraktivste Format ist.
CrossFit und HYROX teilen die funktionelle Fitness-Philosophie, unterscheiden sich aber grundlegend in Struktur und Zugänglichkeit.
HYROX:
CrossFit:
Fazit: HYROX ist vorhersehbarer und einsteigerfreundlicher. CrossFit bietet mehr Abwechslung und stärker entwickelte Gemeinschaftsstrukturen (Boxes), fordert aber mehr technisches Vorwissen – besonders beim Gewichtheben.
Triathlon (Schwimmen, Radfahren, Laufen) ist das bekannteste Ausdauer-Multisport-Format. HYROX unterscheidet sich durch den Kraft-Ausdauer-Mix fundamental.
HYROX:
Triathlon:
Fazit: Triathlon ist das Format für reine Ausdauertypen. HYROX eignet sich besser für alle, die Kraft und Cardio gleichwertig trainieren wollen – und für alle, die nicht stundenlang auf dem Rad sitzen möchten.
Hindernisrennen wie Spartan Race oder Tough Mudder haben viele Gemeinsamkeiten mit HYROX – aber auch entscheidende Unterschiede.
HYROX:
OCR:
Fazit: OCR-Events bieten mehr Erlebnischarakter und Outdoor-Atmosphäre. HYROX punktet mit klarer Leistungsmessung, wetterunabhängigem Format und besserer Vergleichbarkeit über Zeit und Standorte hinweg.
Wie lange trainiert man für ein HYROX-Event? Für absolute Einsteiger empfiehlt sich eine Vorbereitungszeit von mindestens 12–16 Wochen. Erfahrene Ausdauer- oder Kraftsportler können sich innerhalb von 8 Wochen gezielt vorbereiten.
Ist HYROX für Anfänger geeignet? Grundsätzlich ja – die Open-Kategorie ist für alle zugänglich. Wichtig ist jedoch eine solide Grundfitness vor dem Start. Wer noch nie regelmäßig Sport getrieben hat, sollte zunächst eine allgemeine Fitness-Basis aufbauen.
Was kostet ein HYROX-Starterpaket? Die Anmeldegebühren liegen je nach Veranstaltungsort und Buchungszeitpunkt typischerweise zwischen 80 und 150 Euro.
Welche Ausrüstung brauche ich? Ein guter Laufschuh mit ausreichend Dämpfung ist essenziell. Viele Athleten nutzen zudem Trainingshosen aus dehnbarem Material, Handschuhe für den Sled und Magnesiumpulver für den Farmers Carry.
Kann man HYROX mit anderen Sportarten kombinieren? Ja. HYROX ergänzt sich gut mit Schwimmen, Radfahren und klassischem Krafttraining. Wichtig ist eine durchdachte Wochenplanung, um Übertraining zu vermeiden.
HYROX ist weit mehr als ein Trend – es ist ein effektives, ganzheitliches Trainingsformat mit nachweisbaren Gesundheitsvorteilen für Herz, Muskulatur und Psyche. Gleichzeitig gilt: Wer unvorbereitet startet oder Technik und Erholung vernachlässigt, riskiert Verletzungen.
Die Formel für Erfolg: Strukturierte Vorbereitung, saubere Bewegungstechnik, ausreichend Schlaf und Ernährung – dann steht einem erfolgreichen HYROX-Finish nichts im Weg.