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Therapien neurologischer Erkrankungen – Medikamente & Verfahren

Thrombolytische Therapie und intravaskuläre Thrombektomie

Beide sind wichtige Maßnahmen in der Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls. Ziel der Lyse: Das Blutgerinnsel schnell aufzulösen und die Durchblutung wiederherzustellen, um Schäden zu begrenzen. Ist das Gerinnsel zu groß oder kann medikamentös nicht aufgelöst werden, kommt die intravaskuläre Thrombektomie zum Einsatz. Dabei wird katheterbasiert versucht, das Gerinnsel herauszuziehen oder abzusaugen und so die Durchblutung wiederherzustellen.

Medikamentöse Parkinsontherapie

Ziel ist, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen und so die Beschwerden zu lindern oder den Verlauf zu verlangsamen. Es stehen dafür folgende Medikamentengruppen zur Verfügung: L-Dopa, das im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird; Dopaminantagonisten, die Bindungsstellen in den Nervenzellen anregen; MAO-B-Hemmer, die den Abbau von Dopamin im Gehirn blockieren. Sie werden nach einem verordneten Schema eingenommen, das individuell abgestimmt wird. Im weiteren Verlauf wird die medikamentöse Therapie angepasst und erweitert.

Medikamentöse Schmerztherapie

Zur medikamentösen Behandlung von akuten und chronischen Schmerzsyndromen stehen eine Reihe möglicher Analgetika (Schmerzmedikamente) zur Verfügung. Je nach Ursache der Schmerzen und Akuität gibt es unterschiedliche Substanzklassen (nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac, antineuropathisch wirksame Medikamente wie Antidepressiva oder Antiepileptika, Opioide, Cannabinoide etc.) sowie verschiedene Applikationsformen (lokal, oral, intravenös etc.).

Immunmodulatorische/immunsuppressive Therapie

Sie werden z. B. zur Behandlung von MS eingesetzt. Immunmodulatorisch heißt: Die Immunantwort wird nicht vollständig unterdrückt, sondern umprogrammiert. Die Immunmodulatoren sollen entweder das Gleichgewicht zwischen entzündungshemmenden und -fördernden Faktoren wiederherstellen oder gezielt gegen entzündungsfördernde Immunzellen vorgehen und diese reduzieren. Immunsuppressiv heißt: Die Immunzellen werden in ihrer Funktion unterdrückt, um ihre schädigende Wirkung auf das Nervensystem zu verhindern.

Medikamentöse Behandlung der Alzheimer-Krankheit

Die Therapie erfolgt medikamentös mit einem individuellen Behandlungsplan. Neue Hoffnung liefert eine Antikörpertherapie. Hierbei wird der Antikörper Lecanemab, der die Amyloid-Ablagerung im Gehirn reduziert, intravenös verabreicht. Die Therapie ist im frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit geeignet, nicht aber bei anderen Formen der Demenz. Der Wirkstoff ist seit April 2025 zugelassen, mit einer Zulassung der Therapie wird frühestens im Herbst 2025 gerechnet. Hauptziel aller Behandlungen ist, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.