
2. August 2023
Lena Saemann
Fett weg durch Kälte? Wie Coolsculpting funktioniert, wann Kryolipolyse sinnvoll sein kann und was Ärzte zur Behandlung sagen.

Mit
Dr. med. Juliane Bodo
Hartnäckige Fettpolster an Bauch, Hüfte oder Oberschenkeln lassen sich oft nur schwer wegtrainieren. Seit einigen Jahren versprechen Verfahren wie das sogenannte Coolsculpting eine Fettreduktion ohne Operation. Die Methode, medizinisch Kryolipolyse genannt, arbeitet mit kontrollierter Kälte. Doch wie wirksam ist die Behandlung tatsächlich – und für wen eignet sie sich?
„Coolsculpting eignet sich vor allem für kleinere Fettdepots, die trotz Sport und bewusster Ernährung bestehen bleiben“, sagt Dr. Juliane Bodo, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Berlin.
Die Grundidee hinter der Methode: Fettzellen reagieren empfindlicher auf Kälte als umliegendes Gewebe. Beim Coolsculpting wird die gewünschte Körperregion mithilfe eines speziellen Applikators kontrolliert heruntergekühlt. Die Temperatur liegt dabei bei etwa vier Grad Celsius.
Während der Behandlung wird das Gewebe leicht angesaugt und etwa eine Stunde lang gekühlt. Die Fettzellen sollen dadurch absterben und in den Wochen danach über das Lymphsystem vom Körper abgebaut werden. Haut, Muskeln und umliegendes Gewebe bleiben nach Angaben der Anbieter unbeschädigt.
Typische Behandlungszonen sind:
Nach der Behandlung wird das Gewebe häufig zusätzlich massiert, um den Abtransport der Fettzellen zu unterstützen.
Fachleute betonen jedoch, dass Coolsculpting keine klassische Methode zur Gewichtsreduktion ist. Die Behandlung richtet sich vor allem an Menschen mit normalem oder leicht erhöhtem Gewicht, die einzelne Problemzonen behandeln möchten.
„Die Kryolipolyse ersetzt weder Sport noch eine “, erklärt Dr. Bodo. „Sie eignet sich eher zur Konturierung bestimmter Körperbereiche.“

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Bei größeren Fettansammlungen könne unter Umständen eine operative Fettabsaugung sinnvoller sein.
Nach Angaben von Ärzten und Herstellern werden erste Veränderungen meist nach sechs bis acht Wochen sichtbar. Das endgültige Ergebnis entwickelt sich häufig erst nach mehreren Monaten. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt unter anderem von Körperregion, Stoffwechsel und individuellen Voraussetzungen ab.
Ein Vorteil der Methode: Die behandelten Fettzellen sollen dauerhaft entfernt werden. „Bei einer Diät schrumpfen Fettzellen lediglich“, sagt Dr. Bodo. „Bei der Kryolipolyse wird ihre Anzahl in den behandelten Bereichen reduziert.“
Die Behandlung gilt als vergleichsweise schonend. Viele Patienten empfinden laut Ärzten vor allem das Ansaugen zu Beginn als unangenehm. Durch die starke Kühlung entsteht anschließend häufig ein lokaler Betäubungseffekt.
Nach der Sitzung kann es vorübergehend zu Rötungen, Druckempfindlichkeit oder einem Muskelkater-ähnlichen Gefühl kommen. Schwerwiegende Nebenwirkungen gelten als selten, können aber nicht ausgeschlossen werden.
Coolsculpting wurde ursprünglich in den USA entwickelt und ist dort von der Gesundheitsbehörde FDA zugelassen. Studien zeigen, dass die Methode kleinere Fettdepots sichtbar reduzieren kann. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die Ergebnisse individuell unterschiedlich ausfallen und die Behandlung keine Alternative zu medizinisch notwendiger Gewichtsreduktion bei starkem Übergewicht darstellt.
In Deutschland wird die Kryolipolyse mittlerweile von zahlreichen dermatologischen und ästhetisch-chirurgischen Praxen angeboten.
Coolsculpting gehört zu den bekanntesten nicht-operativen Verfahren zur Behandlung kleiner Fettpolster. Die Methode kann für Menschen interessant sein, die gezielt einzelne Körperregionen behandeln möchten und keinen chirurgischen Eingriff wünschen. Eine allgemeine Gewichtsabnahme ersetzt die Kryolipolyse allerdings nicht.