
© Damir Mijailovic
Kudzu soll Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und helfen, den Blutdruck zu senken
1. Februar 2026
Birgitta Dunckel
Kudzu wird bei Wechseljahresbeschwerden und zur Alkoholreduktion diskutiert. Wie die japanische Heilpflanze wirklich helfen kann und worauf man achten sollte
Lange war Kudzu außerhalb Asiens kaum bekannt. Inzwischen taucht die Pflanze immer häufiger in Online-Shops, Gesundheitsblogs und naturmedizinischen Foren auf. Besonders Menschen, die nach pflanzlichen Alternativen suchen, interessieren sich für die Wurzel aus der Traditionellen Chinesischen Medizin – etwa bei Wechseljahresbeschwerden oder dem Wunsch, weniger Alkohol zu trinken.
Kein Wunder also, dass Forscher die Pflanze inzwischen genauer untersuchen. Vor allem ein Stoff namens Puerarin steht dabei im Mittelpunkt.
Kudzu (Pueraria montana) ist eine schnell wachsende Kletterpflanze aus Asien. Ursprünglich stammt sie aus China, Japan und Indien. Dort wird die Wurzel seit Jahrhunderten genutzt – nicht nur in der Naturheilkunde, sondern teilweise auch in der Küche.
Die Pflanze wächst allerdings so aggressiv, dass sie in Teilen der USA inzwischen als Problem gilt. Ganze Bäume und Häuser werden dort von Kudzu überwuchert. Genau diese Widerstandskraft hat aber auch das wissenschaftliche Interesse geweckt.
Verwendet wird vor allem die Wurzel. Sie enthält verschiedene Pflanzenstoffe, denen positive Effekte auf den Körper zugeschrieben werden.
Das liegt vor allem an möglichen Wirkungen, die immer wieder diskutiert werden. Kudzu soll unter anderem:
Vieles davon ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig bewiesen. Trotzdem gilt Kudzu für viele als spannende Heilpflanze, weil erste Studien durchaus interessant klingen.
Besonders bekannt wurde Kudzu durch Untersuchungen aus den USA. Forscher der Harvard Medical School beobachteten, dass Teilnehmer nach der Einnahme von Kudzu-Extrakt weniger Bier tranken als die Vergleichsgruppe.
Warum das so sein könnte, darüber wird noch diskutiert. Einige Wissenschaftler vermuten, dass Puerarin beeinflusst, wie Alkohol vom Körper aufgenommen wird. Dadurch könnte das Gefühl einsetzen, „genug“ getrunken zu haben.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Kudzu eine Therapie ersetzt. Bei Alkoholabhängigkeit bleibt medizinische Hilfe entscheidend.
Trotzdem berichten viele Menschen, dass sie mit Kudzu bewusster trinken oder weniger Verlangen verspüren. Ob dahinter tatsächlich die Pflanze steckt oder auch der Placebo-Effekt eine Rolle spielt, lässt sich schwer sagen.
Auch in diesem Bereich wird Kudzu immer häufiger positiv besprochen. Der Grund: Die Pflanze enthält Isoflavone. Diese sekundären Pflanzenstoffe ähneln in ihrer Struktur dem weiblichen Hormon Östrogen.
Einige Frauen nutzen Kudzu deshalb bei:
Kleinere Studien deuten darauf hin, dass sich Beschwerden tatsächlich verbessern könnten. Gleichzeitig betonen Experten aber, dass die Datenlage noch relativ dünn ist. Verlässliche Aussagen lassen sich bisher kaum treffen.
Im Fokus der Forschung stehen vor allem die sogenannten Isoflavone sowie Puerarin.
Dieser Pflanzenstoff gehört zu den Flavonoiden. Ihm werden gefäßerweiternde und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. In einigen asiatischen Ländern wird Puerarin sogar ergänzend in der Medizin eingesetzt.
Dazu zählen Stoffe wie Daidzein oder Genistein. Weil sie hormonähnlich wirken, interessieren sich Forscher besonders für mögliche Effekte während der Wechseljahre.
Daneben enthält Kudzu auch Stärke und Ballaststoffe. In Japan wird die Wurzel traditionell zum Andicken von Speisen verwendet.
Hierzulande wird Kudzu meist als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Typisch sind:
Viele bevorzugen Kapseln, weil die Dosierung einfacher ist. Das Pulver landet dagegen oft im Smoothie oder in heißem Wasser.
Wie schnell eine Wirkung eintritt, ist schwer zu sagen. Manche berichten schon nach wenigen Tagen von Veränderungen, andere merken wochenlang keinen Unterschied.
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist inzwischen riesig – und nicht jedes Produkt hält, was die Verpackung verspricht.
Wer Kudzu kaufen möchte, sollte deshalb auf:
Hochwertige Präparate geben meist an, wie hoch der Anteil an Puerarin oder Isoflavonen ist. Bei extrem billigen Produkten ohne genaue Deklaration sollte man skeptisch sein.
Ganz harmlos ist die Pflanze nicht. Vor allem wegen der hormonähnlichen Isoflavone sollte Kudzu nicht dauerhaft und unkontrolliert eingenommen werden.
Vorsichtig sein sollten insbesondere:
Außerdem kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen. Wer regelmäßig Arzneimittel nimmt oder unter chronischen Erkrankungen leidet, sollte vorher ärztlichen Rat einholen.
Kudzu gehört zu den spannendsten Heilpflanzen aus der asiatischen Naturmedizin. Vor allem die mögliche Wirkung auf Alkohol-Verlangen und Wechseljahresbeschwerden macht die Pflanze interessant.
Die bisherigen Studien liefern durchaus Hinweise darauf, dass bestimmte Inhaltsstoffe tatsächlich einen Effekt haben könnten. Gleichzeitig ist vieles noch nicht ausreichend erforscht.
Wer Kudzu ausprobieren möchte, sollte deshalb keine Wunder erwarten – und auf qualitativ hochwertige Produkte achten. Als unterstützendes Naturheilmittel kann die Pflanze interessant sein. Eine medizinische Behandlung ersetzt sie jedoch nicht.
Traditionell wird Kudzu unter anderem bei Wechseljahresbeschwerden, Magenproblemen und Alkohol-Verlangen eingesetzt.
Dafür gibt es bislang keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Einige Nutzer berichten allerdings von positiven Erfahrungen.
Das ist individuell unterschiedlich. Manche bemerken nach wenigen Tagen Veränderungen, andere erst nach mehreren Wochen.
Ja. Besonders Menschen mit Diabetes oder bei Einnahme bestimmter Medikamente sollten vorsichtig sein.
Ja. Kudzu wird in Deutschland legal als Nahrungsergänzungsmittel verkauft.

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