
© Anh Nguyen
19. April 2026
Marianne Waldenfels
Kann Brot dick machen, ohne dass wir mehr essen? Eine neue Studie zeigt: Brot und andere Kohlenhydrate könnten den Stoffwechsel verlangsamen – mit unerwarteten Folgen für das Gewicht
Jahrelang galt eine einfache Regel: Wer nicht mehr Kalorien isst, nimmt auch nicht zu.
Doch genau dieses Prinzip gerät jetzt ins Wanken.
Eine neue Studie zeigt: Brot und andere Kohlenhydrate könnten den Stoffwechsel so verändern, dass der Körper weniger Energie verbrennt – und dadurch zunimmt, selbst ohne mehr zu essen.
Das ist besonders brisant, denn Brot gehört zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln im deutschen Alltag – vom Frühstücksbrötchen bis zum Abendbrot. Trotzdem hält sich seit Jahren der Verdacht, dass Kohlenhydrate Gewichtszunahme begünstigen könnten.
Forscher der Osaka Metropolitan University haben nun genauer untersucht, wie Lebensmittel wie Brot, Reis und Weizenmehl den Energiehaushalt beeinflussen. Im Fokus standen dabei nicht nur Kalorien, sondern auch Essverhalten, Energieverbrauch und biochemische Prozesse im Körper.
Im Versuch erhielten Mäuse verschiedene Futtermischungen:
Die Ergebnisse waren unerwartet:
Dies deutet darauf hin, dass nicht nur die Kalorienmenge entscheidend ist, sondern wie der Körper Energie verarbeitet.
Die Analyse zeigte konkrete Veränderungen:
Die Mäuse hatten einen reduzierten Energieverbrauch – der Körper verbrannte also weniger Kalorien und schaltete gewissermaßen in einen „Energiesparmodus". Es gab erhöhte im Blut, was die Fett-Speicherung erleichterte. Gleichzeitig sanken die Spiegel essenzieller , was den Protein-Stoffwechsel beeinträchtigte. In der Leber wurde verstärkt Fett gebildet (Lipogenese), unterstützt durch aktivierte Fett-Gene.
Wichtig: Nach Wegfall der kohlenhydratreichen Nahrung normalisierten sich die Werte wieder – ein reversibler Effekt
Die Studie verwendete raffinierte Kohlenhydrate (Weißmehlprodukte). Vollkornprodukte unterscheiden sich deutlich:
Weißbrot hat einen hohen glykämischen Index mit schnellen Zucker-Spitzen, wenige Ballaststoffe und wenig Mikronährstoffe – das belastet den Stoffwechsel stärker.
Vollkornbrot hingegen hat einen niedrigeren glykämischen Index mit langsamer Zucker-Freisetzung, reichlich Ballaststoffe für bessere Sättigung und viele B-Vitamine sowie Mineralstoffe – insgesamt schonender für den Stoffwechsel.
Stärken:
Grenzen:
Die Forscher planen bereits Humanstudien, um die Ergebnisse zu validieren.
Die Studie rechtfertigt kein Brot-Verbot, sondern betont:
Beispiel für ein ausgewogenes Frühstück:
Brot macht nicht automatisch dick. Entscheidend ist die Gesamternährung, Portionsgröße und Kombination mit anderen Nährstoffen. Vollkornprodukte sind in Maßen unbedenklich.
Ja, viele Menschen nehmen mit Brot in der Ernährung ab – besonders mit Vollkorn, in Kombination mit Bewegung und Kalorienbewusstsein.
Die Mäuse hatten einen verlangsamten Stoffwechsel und speicherten Fett effizienter, obwohl sie nicht mehr Kalorien aufnahmen.
Noch nicht direkt. Humanstudien sind nötig, aber die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise auf mögliche Stoffwechsel-Effekte.
Vollkornbrot, Roggenmischbrot oder Sauerteigbrot mit hohem Ballaststoffgehalt und niedrigem glykämischen Index.
Die Osaka-Studie zeigt eindrucksvoll: Gewichtszunahme hängt nicht nur von Kalorien ab, sondern auch vom Stoffwechsel. Kohlenhydratreiche Ernährung kann diesen beeinflussen – besonders wenn sie einseitig ist.