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In den früheren Phasen der Wechseljahre leiden einige Frauen an Herzrasen und Herzstolpern
10. März 2026
Sharon Burbat
Welche Symptome treten in den Wechseljahren auf? Von Hitzewallungen bis Schlafstörungen: Überblick über erste Anzeichen, häufige Beschwerden und den typischen Verlauf
Zu den häufigsten und typischen Symptomen der Wechseljahre zählen:
Diese Beschwerden treten besonders häufig auf, müssen jedoch nicht bei jeder Frau vorkommen. Art, Intensität und Zeitpunkt können stark variieren.
Neben diesen häufigen Symptomen gibt es zahlreiche weitere mögliche Beschwerden, die im Zusammenhang mit den hormonellen Veränderungen stehen können. Im Folgenden finden Sie eine umfassende Übersicht.
Schlafprobleme gehören zu den ersten und häufigsten Anzeichen der Wechseljahre und treten oft schon in der Prämenopause auf, noch bevor andere typische Symptome wie Hitzewallungen beginnen. Viele Frauen berichten von Schwierigkeiten beim Einschlafen, häufigem nächtlichen Aufwachen oder frühmorgendlichem Erwachen, ohne wieder einschlafen zu können.
Wie entstehen Schlafstörungen? Der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst die Produktion von Melatonin, dem Schlafhormon, und beeinträchtigt die Tiefschlafphasen. Zudem wirkt sich der Hormonmangel auf die Körpertemperaturregulation aus, was zu nächtlichen Schweißausbrüchen führen kann, die den Schlaf zusätzlich stören.
Übrigens: Frauen benötigen durchschnittlich eine halbe Stunde mehr Schlaf pro Nacht als Männer und reagieren sensibler auf Störgeräusche. Die Schlafprobleme bessern sich bei den meisten Frauen nach den Wechseljahren wieder.
Wenn die stimmungsaufhellende Wirkung der Östrogene nachlässt, erleben viele Frauen emotionale Achterbahnfahrten, die an das prämenstruelle Syndrom (PMS) erinnern. Diese Stimmungsschwankungen gehören zu den frühen Symptomen und treten häufig schon zu Beginn der Perimenopause auf.
Wie äußern sich Stimmungsschwankungen? Betroffene berichten von plötzlicher Gereiztheit, grundloser Traurigkeit, innerer Unruhe und allgemeiner Unzufriedenheit. Manche Frauen haben das Gefühl, eine Wesensveränderung durchzumachen und "nicht mehr sie selbst" zu sein. Die Stimmung kann innerhalb kürzester Zeit von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt wechseln.
Warum passiert das? Östrogen beeinflusst die Produktion von Serotonin und anderen Neurotransmittern, die für die Stimmungsregulation zuständig sind. Die hormonellen Schwankungen in der Perimenopause führen zu einem Ungleichgewicht dieser Botenstoffe im Gehirn.
Nächtliches Schwitzen kann so intensiv sein, dass Nachthemd und Bettwäsche durchnässt sind und gewechselt werden müssen. Diese Schweißausbrüche stören nicht nur den Schlaf der betroffenen Frau, sondern oft auch den des Partners.
Warum kommt es zu nächtlichem Schwitzen? Es wird vermutet, dass der sinkende Östrogenspiegel den Hypothalamus beeinflusst, jenen Teil des Gehirns, der die Körpertemperatur reguliert. Dieser reagiert überempfindlich und sendet fälschlicherweise das Signal, dass der Körper überhitzt sei. Als Reaktion weiten sich die Blutgefäße und die Schweißproduktion wird massiv angekurbelt.
Hitzewallungen sind das bekannteste und für viele Frauen belastendste Symptom der Wechseljahre. Etwa 75 Prozent aller Frauen sind davon betroffen. Im Gegensatz zu Schlafstörungen treten Hitzewallungen meist erst mit Beginn der eigentlichen Menopause auf und nicht zu den ersten Anzeichen.
Wie fühlen sich Hitzewallungen an? Eine Hitzewallung beginnt typischerweise mit einem plötzlichen Hitzegefühl, das vom Brustbereich aufsteigt und sich über Hals und Gesicht ausbreitet. Die Haut rötet sich sichtbar, besonders im Gesicht, am Hals und auf der Brust. Innerhalb von Sekunden beginnt intensives Schwitzen, gefolgt von Frösteln, wenn der Körper wieder abkühlt. Eine Episode dauert meist 30 Sekunden bis 5 Minuten.
Wie entstehen Hitzewallungen? Der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst den Hypothalamus, das Temperaturkontrollzentrum im Gehirn. Dieser reagiert überempfindlich auf kleinste Temperaturschwankungen und löst irrtümlich Kühlmechanismen aus, obwohl die Körpertemperatur normal ist. Die Blutgefäße weiten sich plötzlich, Blut schießt an die Hautoberfläche – die Hitzewallung entsteht.
Wann wird es besser? Die meisten Frauen erleben Hitzewallungen über einen Zeitraum von 2 bis 5 Jahren. Bei etwa 10 Prozent können sie jedoch bis zu 10 Jahre oder länger anhalten. Die Intensität nimmt in der Postmenopause meist ab.
Mit der Hormonumstellung kommt es zu einem beschleunigten Abbau der Knochendichte. Östrogen spielt eine wichtige Rolle beim Knochenaufbau und hemmt knochenabbauende Zellen. Nach der Menopause verlieren Frauen jährlich 1-2 Prozent ihrer Knochenmasse, in den ersten Jahren nach der Menopause sogar bis zu 5 Prozent pro Jahr.
Was ist Osteoporose? Bei Osteoporose werden die Knochen zunehmend porös und brüchig. Das Risiko für Knochenbrüche, insbesondere an Wirbelkörpern, Hüfte und Handgelenken, steigt erheblich. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend und verursacht anfangs keine Schmerzen.
Weil während der Wechseljahre die Scheide schlechter durchblutet wird und die Drüsen im Gebärmutterhals weniger Schleim produzieren, wird die Schleimhaut in der Scheide trockener und dünner. Dies ist ein typisches Symptom der Postmenopause und betrifft etwa 40-50 Prozent der Frauen.
Begleitsymptome:
Es kommt häufig vor, dass Frauen insbesondere nach der Menopause weniger Interesse an Sex haben. Der sinkende Spiegel der Sexualhormone, insbesondere Testosteron und Östrogen, spielt dabei eine zentrale Rolle. Etwa 20-40 Prozent der Frauen in den Wechseljahren berichten von verminderter Libido.
Interessant: In manchen Fällen tritt das Gegenteil ein – manche Frauen erleben eine Zunahme der Libido, möglicherweise weil der Wegfall der Verhütung befreiend wirkt oder weil das relative Verhältnis von Testosteron zu Östrogen sich ändert.
Wenn sich Wassereinlagerungen in der Brust bilden und sich ihr Aufbau ändert, weil sich die Drüsen, die Milch produzieren, zurückbilden und sich das Bindegewebe vermehrt, können Spannungsgefühle, ziehende Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit auftreten. Diese Symptome sind besonders in der Perimenopause ausgeprägt, wenn die Hormonspiegel noch stark schwanken.
Nicht nur der Körper, auch die Seele kann leiden, wenn die Wechseljahre beginnen. Antriebslosigkeit, anhaltende Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit sind mögliche Anzeichen. Das Risiko für Depressionen ist während der Perimenopause etwa doppelt so hoch wie vorher.
Während der Perimenopause wird der Zyklus unregelmäßiger. Die Blutung kann seltener, stärker, häufiger oder schwächer sein. Manche Frauen erleben Zwischenblutungen oder sehr lange Blutungen. Dies ist eines der ersten und deutlichsten Anzeichen der beginnenden Wechseljahre.
Eine bestehende Migräne kann sich während der Wechseljahre verschlimmern, insbesondere in der Perimenopause, wenn der Östrogenspiegel stark schwankt. Viele Frauen berichten über häufigere Kopfschmerzen. Nach der Menopause bessert sich dies bei den meisten wieder.
Wie auch in der Pubertät leiden Frauen während der Wechseljahre häufiger an Schwindel oder Schwindelanfällen. Die Hormonumstellung wirkt sich auf das vegetative Nervensystem aus, was den Gleichgewichtssinn im Ohr durcheinander bringt. Übelkeit kann ein Begleitsymptom sein.
Durchschnittlich nehmen Frauen in den Wechseljahren fünf bis sieben Kilogramm zu. Der Stoffwechsel verlangsamt sich um etwa 15 Prozent, der Grundumsatz sinkt. Gleichzeitig verändert sich die Fettverteilung im Körper dramatisch: Das Fett lagert sich weniger an Hüften und Oberschenkeln, sondern vermehrt am Bauch an. Die Körperform verändert sich von der "Birne" zum "Apfel".
In den früheren Phasen der Wechseljahre leiden einige Frauen an Herzrasen und Herzstolpern. Später, gemeinsam mit den Hitzewallungen, berichten manche von Herzklopfen und Schwindel. Östrogen hat eine schützende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System. Nach der Menopause steigt das Herzinfarktrisiko deutlich an und gleicht sich dem der Männer an.
Gelenkbeschwerden an Knie, Hüfte, Fingern und Schultern gehören zu den häufigsten, aber am wenigsten bekannten Wechseljahresbeschwerden. Etwa 50-70 Prozent der Frauen sind betroffen. Die Symptome entstehen durch beschleunigte Degeneration der Gelenkknorpel, da Östrogen auch hier eine schützende Wirkung hat.
Die Haarfollikel schrumpfen, wodurch das Haar langsamer wächst und leichter ausfällt. Das Kopfhaar wird dünner und weniger dicht. Manchmal wachsen auch die Achselhaare nicht mehr nach. Dies liegt am veränderten Verhältnis von Östrogen zu Androgenen.
Müdigkeit und Erschöpfung sind oft Folge der Schlafstörungen und nächtlichen Schweißausbrüche während der Wechseljahre, stehen aber auch im direkten Zusammenhang mit den hormonellen Veränderungen und Stimmungsschwankungen. Viele Frauen berichten von anhaltender Energielosigkeit.
Nicht nur Hitzewallungen, Schlafprobleme und Stress können der Konzentration schaden, der schwankende Östrogenspiegel selbst kann ein Grund sein. Viele Frauen berichten von "Brain Fog" – einem nebligen Gefühl im Kopf. Konzentrationsprobleme verschwinden nach den Wechseljahren meist wieder.
Die Haut wird dünner, weniger elastisch und trockener. Östrogene sorgen dafür, dass die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt ist. Da während der Wechseljahre etwa 30 Prozent weniger Kollagen produziert wird und die Talgproduktion abnimmt, wird die Haut anfälliger für Trockenheit und Faltenbildung.
Das gilt auch für:
Blasenschwäche ist ein häufiges, aber oft verschwiegenes Symptom während der Wechseljahre. Eine Reizblase oder Dranginkontinenz mit plötzlichem, nicht zu beherrschenden Harndrang zusammen mit Urinverlust betrifft etwa 30-40 Prozent der Frauen nach der Menopause.
Ursachen:
Der Stoffwechsel verändert sich, er wird träge und die hormonellen Veränderungen wirken sich auf das Verdauungssystem aus. Die Folge: Blähungen, Verstopfung und Verdauungsbeschwerden. Etwa 40 Prozent der Frauen berichten über vermehrte Verdauungsprobleme.
In den Wechseljahren steigt das Risiko für Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit. Östrogen hat eine gefäßerweiternde Wirkung und schützt die Blutgefäße. Nach der Menopause fällt dieser Schutz weg. Regelmäßige Blutdruckkontrollen sind wichtig.
Die Speichelproduktion nimmt ab, ein trockener Mund ist die Folge. Das Kariesrisiko und Risiko von Zahnfleischerkrankungen wie Parodontitis erhöht sich dadurch. Auch der Knochenabbau kann den Kieferknochen betreffen und Zahnverlust begünstigen.
Es kommt häufiger vor, dass Hände, Füße, Arme und Beine kribbeln. Grund kann eine nervenbedingte Empfindungsstörung sein. Manchmal fühlt es sich auch an, als würden die Füße brennen. Dies kann mit den Hitzewallungen und dem Nachtschweiß zusammenhängen, wobei die verstärkte Durchblutung einen plötzlichen Anstieg der Körperkerntemperatur verursacht.
Es ist nicht überraschend, dass sich eine erhöhte Schweißproduktion durch Hitzewallungen und Stress auch auf den Körpergeruch auswirkt. Gleichzeitig ist der Schweiß stärker konzentriert, da der Körper den Wasserhaushalt nicht mehr so gut regulieren kann.
Die hormonellen Veränderungen können Angstzustände auslösen, die sich nachts oder situationsbedingt eventuell verschlimmern. Etwa 15-20 Prozent der Frauen erleben erstmals in den Wechseljahren Angstgefühle oder eine Verschlechterung bestehender Ängste.
Warum entstehen Angstzustände? Östrogen beeinflusst die Produktion von GABA, einem beruhigenden Neurotransmitter. Der sinkende Hormonspiegel kann zu einem Ungleichgewicht führen, das Angstzustände begünstigt. Auch die anderen körperlichen Veränderungen und die psychische Belastung durch die Wechseljahre können Ängste verstärken.
Die Angstzustände können in Panikattacken münden, die überraschend und unvorbereitet kommen. Symptome sind Herzrasen, Atemnot, Schwitzen, Zittern und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.
Akute Hilfe bei einer Panikattacke:
Da der Histaminspiegel in den Wechseljahren erhöht ist, können sich Allergien jetzt verschlimmern. Manche Frauen entwickeln sogar neue Allergien oder Unverträglichkeiten, die sie vorher nicht hatten.
Durch einen Mangel an Keratin und die verminderte Östrogenwirkung auf die Nagelmatrix entstehen mitunter brüchige, splitternde Nägel. Sie wachsen langsamer und brechen leichter ab.
Einige Frauen klagen nach der Menopause über verstärkten Haarwuchs im Gesicht und den sogenannten "Damenbart". Grund dafür ist das veränderte Verhältnis der Hormone: Während der Östrogenspiegel sinkt, bleibt der Testosteronspiegel relativ konstant, wodurch dessen Wirkung stärker zum Tragen kommt.
Schmerzen in den Muskeln oder Muskelverspannungen sind in den Wechseljahren keine Seltenheit. Hinzu kommt, dass die Muskelmasse bereits ab 35 Jahren abnimmt und dieser Prozess sich in den Wechseljahren beschleunigt. Ohne gezieltes Krafttraining verlieren Frauen bis zu 1 Prozent Muskelmasse pro Jahr.
Warum entstehen Muskelschmerzen? Östrogen hat eine entzündungshemmende Wirkung und unterstützt die Muskelregeneration. Der Hormonmangel kann zu Muskelverspannungen, verlangsamter Erholung nach Belastung und diffusen Muskelschmerzen führen. Auch der Muskelabbau selbst kann Beschwerden verursachen.
Mitunter verändert sich in den Wechseljahren der vaginale Ausfluss. Ist dieser geruchlos und gelblich, ist das kein Grund zur Sorge. Andere Formen können auf Erkrankungen wie eine bakterielle Vaginose, Infektionen, einen Tumor oder Scheidenpilz hinweisen. In jedem Fall sollte dies ärztlich abgeklärt werden.
Wassereinlagerungen treten insbesondere zu Beginn der Wechseljahre auf, was an dem (noch) hohen Östrogen-Spiegel liegt. Zunächst lässt die Produktion von Progesteron nach, es herrscht eine Östrogendominanz. Auch vor dem Eisprung, wenn der Östrogenspiegel ansteigt, lagern Frauen vermehrt Wasser ein, was zu geschwollenen Händen, Füßen und einem aufgedunsenen Gesicht führen kann.
Ähnlich wie in der Schwangerschaft, wo sich der Hormonhaushalt verändert, haben Frauen in den Wechseljahren oft mit Übelkeit zu kämpfen. Manchmal entsteht diese jedoch durch Eierstockzysten oder wird verursacht durch Medikamente, die andere Wechseljahresbeschwerden lindern sollen.
Die Symptome der Wechseljahre entwickeln sich nicht alle gleichzeitig, sondern folgen einem typischen Verlaufsmuster über die verschiedenen Phasen hinweg. Dieses Wissen hilft Frauen, ihre Beschwerden besser einzuordnen und zu verstehen.
Die ersten Anzeichen der Wechseljahre treten meist zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr auf und sind oft subtil:
In der aktiven Übergangsphase, etwa zwischen 45 und 51 Jahren, treten die intensivsten Beschwerden auf:
Nach der letzten Regelblutung, ab etwa 51-52 Jahren, entwickeln sich langfristige Veränderungen:
Wichtig: Hitzewallungen und Schweißausbrüche können 2-5 Jahre anhalten, bei etwa 10 Prozent der Frauen auch bis zu 10 Jahre. Danach klingen sie meist ab. Viele andere Symptome bessern sich ebenfalls nach der Postmenopause, wenn sich der Hormonhaushalt auf niedrigem Niveau stabilisiert hat.
Ein Arztbesuch ist ratsam bei:
Ab wann beginnen die Wechseljahre?
Die Wechseljahre beginnen im Durchschnitt zwischen 45 und 50 Jahren, können aber individuell auch früher oder später einsetzen. Die ersten Anzeichen (Perimenopause) treten oft schon ab 40 auf. Manche Frauen erleben eine vorzeitige Menopause vor dem 40. Lebensjahr, was etwa 1 Prozent betrifft.
Wie lange dauern die Beschwerden?
Die gesamte Übergangsphase dauert durchschnittlich 7-10 Jahre. Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die belastendsten Symptome, halten bei den meisten Frauen 2-5 Jahre an, bei etwa 10 Prozent auch bis zu 10 Jahre. Viele Beschwerden lassen nach der Menopause nach, wenn sich der Hormonhaushalt stabilisiert hat.
Können Wechseljahre auch früher einsetzen?
Ja, bei etwa 1 Prozent der Frauen tritt die Menopause vor dem 40. Lebensjahr ein (vorzeitige Menopause oder Prämature Ovarialinsuffizienz). Ursachen können sein: genetische Veranlagung, Autoimmunerkrankungen, Chemotherapie, Strahlentherapie oder operative Entfernung der Eierstöcke. Frauen mit vorzeitiger Menopause sollten unbedingt ärztlich betreut werden, da das Osteoporose- und Herz-Kreislauf-Risiko erhöht ist.
Was ist der Unterschied zwischen Perimenopause und Menopause?
Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der letzten Regelblutung, in der die Hormonspiegel schwanken und die meisten Symptome auftreten (durchschnittlich 4-5 Jahre). Die Menopause selbst ist der Zeitpunkt der letzten spontanen Regelblutung, was aber erst im Nachhinein festgestellt werden kann (nach 12 Monaten ohne Periode). Die Postmenopause ist die Zeit danach.
Muss ich mit allen 34 Symptomen rechnen?
Nein, definitiv nicht! Jede Frau erlebt die Wechseljahre unterschiedlich. Etwa 30-40 Prozent der Frauen haben kaum Beschwerden. Die meisten erleben 3-5 verschiedene Symptome in unterschiedlicher Ausprägung. Nur ein kleiner Teil leidet unter sehr vielen und starken Beschwerden gleichzeitig.
Sind alle Symptome behandelbar?
Die meisten Symptome lassen sich gut behandeln, entweder durch Lifestyle-Änderungen, pflanzliche Präparate oder – bei starken Beschwerden – durch Hormontherapie. Es gibt für fast jedes Symptom wirksame Strategien. Wichtig ist, sich nicht zu scheuen, ärztliche Hilfe zu suchen, wenn die Lebensqualität stark eingeschränkt ist.
Kann ich trotz Wechseljahren noch schwanger werden?
In der Perimenopause ist eine Schwangerschaft noch möglich, wenn auch zunehmend unwahrscheinlicher. Erst nach 12 Monaten ohne Menstruation (bei Frauen über 50) bzw. 24 Monaten (bei Frauen unter 50) kann eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden. Bis dahin sollte verhütet werden, wenn keine Schwangerschaft gewünscht ist.
Sind Wechseljahresbeschwerden ein Zeichen von Krankheit?
Nein, die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche biologische Phase. Die Symptome entstehen durch die hormonelle Umstellung. Allerdings: Wenn Beschwerden sehr stark sind und die Lebensqualität erheblich einschränken, ist eine Behandlung sinnvoll und wichtig. Nach der Menopause erhöht sich zudem das Risiko für bestimmte Erkrankungen (Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen), weshalb Vorsorge wichtig ist.
Welche Untersuchungen sind in den Wechseljahren wichtig?
Hilft eine Hormontherapie wirklich und ist sie sicher?
Die Hormonersatztherapie (HET) ist die wirksamste Behandlung bei mittelschweren bis schweren Wechseljahresbeschwerden. Laut Studien kann sie Hitzewallungen um 80-90 Prozent reduzieren, Schlaf und Lebensqualität verbessern und vor Osteoporose schützen. Bei Frauen unter 60 Jahren und innerhalb der ersten 10 Jahre nach der Menopause überwiegen die Vorteile die Risiken deutlich. Die HET sollte individuell angepasst werden (niedrigste wirksame Dosis, kürzest notwendige Dauer) und unter ärztlicher Kontrolle stehen.
Die Wechseljahre sind eine Phase tiefgreifender körperlicher und hormoneller Veränderungen, die jede Frau anders erlebt. Von den 34 möglichen Symptomen erlebt keine Frau alle, und viele kommen mit wenigen oder gar keinen Beschwerden durch diese Zeit.