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15. Juni 2026
Birgitta Dunckel
Wie gesund ist Sanddorn wirklich? Erfahren Sie, welche Wirkung wissenschaftlich belegt ist, wer profitieren könnte und worauf Sie achten sollten
Sanddorn (Hippophae rhamnoides) wächst auf kargen Böden, trotzt Wind und salzhaltiger Luft und gehört zu den widerstandsfähigsten Wildpflanzen Europas. Seit Jahrhunderten gilt die Pflanze in vielen der Welt als Heilpflanze. In Deutschland ist der dornenreiche Strauch vor allem an Nord- und Ostsee heimisch.
Seine leuchtend orangefarbenen Beeren zeichnen sich durch ihren intensiv säuerlichen Geschmack und eine außergewöhnlich hohe Nährstoffdichte aus.
Sanddornbeeren liefern eine Vielzahl bioaktiver Substanzen. Besonders hervorzuheben sind:
Besonderes wissenschaftliches Interesse gilt dem Sanddornöl, das aus Fruchtfleisch oder Samen gewonnen wird. Es enthält neben Omega-3-, Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren vergleichsweise hohe Mengen der seltenen Omega-7-Fettsäure Palmitoleinsäure. Diese könnte dazu beitragen, die Haut- und Schleimhautbarriere zu unterstützen und steht deshalb im Fokus der aktuellen Forschung.
Obwohl Sanddorn seit Langem als Heilpflanze bekannt ist, stammen viele belastbare wissenschaftliche Arbeiten erst aus den vergangenen Jahren. Die meisten Studien weisen auf antioxidative und entzündungsmodulierende Eigenschaften der enthaltenen Pflanzenstoffe hin. Diese könnten dazu beitragen, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen und Entzündungsprozesse günstig zu beeinflussen.
Am überzeugendsten ist die Studienlage derzeit bei trockenen Schleimhäuten. Mehrere randomisierte Studien zeigten Verbesserungen bei trockenen Augen sowie bei vaginaler Trockenheit nach der Einnahme von Sanddornöl. Die Autoren vermuten, dass insbesondere die enthaltenen Fettsäuren die Barrierefunktion der Schleimhäute unterstützen könnten.

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Mit
Dr. med. Timm Golüke

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Ein Interview mit
Dr. med. Jan K. Hennigs
Weniger eindeutig ist die Datenlage beim Stoffwechsel. Zwar fanden einige Studien günstige Veränderungen einzelner Stoffwechselparameter, insgesamt reichen die Ergebnisse jedoch noch nicht für klare Empfehlungen aus.
Immer wieder wird Sanddorn als natürliches Mittel zum Abnehmen beworben. Die wissenschaftlichen Daten zeichnen allerdings ein deutlich nüchterneres Bild.
Einzelne klinische Studien zeigen zwar, dass Sanddorn nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit die Insulinantwort und den Blutzuckeranstieg günstig beeinflussen kann. Auch eine Meta-Analyse fand Hinweise auf Verbesserungen einzelner Marker des metabolischen Syndroms.
Ein konsistenter Effekt auf Körpergewicht oder Blutdruck ließ sich dagegen bislang nicht nachweisen. Sanddorn kann daher allenfalls als Bestandteil einer insgesamt ausgewogenen Ernährung betrachtet werden und nicht als eigenständiges Mittel zur Gewichtsreduktion.
Nicht jeder Mensch profitiert gleichermaßen von einer Ergänzung mit Sanddorn. Nach aktuellem Forschungsstand könnten vor allem folgende Personengruppen einen Nutzen haben:
Wichtig: Sanddorn ist kein Arzneimittel und sollte nicht als Ersatz für eine medizinisch empfohlene Behandlung eingesetzt werden. Die bisherige Forschung zeigt zwar vielversprechende Ansätze, doch sind größere und längerfristige Studien erforderlich, um den tatsächlichen Nutzen für verschiedene Erkrankungen eindeutig zu belegen.
Sanddorn ist in unterschiedlichen Formen erhältlich, darunter:
Außerdem wird Sanddorn in Lebensmitteln wie Marmeladen, Gelees oder Sirup verarbeitet. Für die äußerliche Anwendung stehen Cremes, Salben und Sprays mit Sanddornöl zur Verfügung, die vor allem bei trockener oder gereizter Haut eingesetzt werden.
Insgesamt wird Sanddorn in Studien gut vertragen. Unerwünschte Wirkungen sind selten und beschränken sich meist auf leichte Magen-Darm-Beschwerden.
Schwangere, Stillende sowie Personen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten eine langfristige Einnahme hoch dosierter Präparate vorsorglich ärztlich abklären, da belastbare Sicherheitsdaten begrenzt sind.
Sanddorn zählt zu den nährstoffreichsten heimischen Früchten und liefert hohe Mengen an Vitamin C sowie zahlreiche antioxidative Pflanzenstoffe. Besonders für die Gesundheit von Haut und Schleimhäuten gibt es inzwischen vielversprechende Hinweise. Für viele andere Anwendungsgebiete – etwa zur Gewichtsreduktion – reichen die bisherigen Daten dagegen noch nicht aus