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Microgreens: essbare Pflanzenkeimlinge, die man bereits nach wenigen Tagen oder Wochen ernten kann
5. Januar 2026
Jana Ackermann
Microgreens sind kleine Kraftpakete: Sie enthalten bis zu viermal mehr Vitamine als ausgewachsenes Gemüse. Erfahren Sie, was Microgreens sind, wie Sie sie einfach zu Hause anbauen und welche Sorten am gesündesten sin
Microgreens - sie sehen zwar aus wie unauffällige, zarte Pflänzchen, stecken aber voller Vitalstoffe, die ihrem Ruf als Superfood gerecht werden. Doch was genau sind Microgreens, wie werden sie angebaut und warum sind sie so gesund? Ein Blick auf den Food-Trend.
Microgreens sind junge, essbare Pflanzenkeimlinge, die bereits nach wenigen Tagen oder Wochen geerntet werden können. “Micro” beschreibt die Größe der Pflanzen zur Erntezeit, “Greens” die Palette an Gemüsepflanzen, Kultur-und Wildkräutern, die verwendet werden können, wie Brokkoli, Radieschen, Rucola, Koriander oder Basilikum.
Sie sind sozusagen deren “Babys”. Sie enthalten all das, was die Pflanzen benötigen, um groß zu werden, in geballter Ladung, sodass ihr Gehalt an Vitaminen, Nähr- und Mineralstoffen wesentlich höher ist als in der gleichen Menge des ausgewachsenen Gemüses. Das erklärt auch das sehr intensive Aroma der Microgreens.
Microgreens können ganz unkompliziert zu Hause angebaut werden – ein großer Vorteil gegenüber regulärem Gemüse. Dafür braucht es nur Samen, Erde und einen hellen Standort. Die Samen werden in flache Schalen gesät und regelmäßig gegossen. Bereits nach sieben bis 14 Tagen kann die erste Ernte erfolgen.
Empfehlenswert ist der Anbau auf der Fensterbank, da Microgreens viel Licht, aber keine direkte Sonneneinstrahlung brauchen. Wer das Anbau-Experiment startet, wird schnell merken, dass die kleinen Pflanzen kaum Platz benötigen und auch bei allen ohne grünen Daumen erfolgreich gedeihen können.
Da der Food-Trend bei uns noch relativ jung ist, werden Microgreens häufig mit Sprossen verwechselt. Der Unterschied liegt jedoch in der Anbaumethode und im Entwicklungsstadium der Pflanze. Sprossen werden direkt in Wasser keimen gelassen und nach wenigen Tagen gegessen, bevor sie grüne Blätter bilden. Microgreens hingegen wachsen in Erde oder einem anderen Nährmedium und entwickeln kleine Blätter, die ihnen ihre kräftige Farbe und den intensiven Geschmack verleihen.
Microgreens gelten als wahre Nährstoffbomben. Studien zeigen, dass sie oft eine höhere Konzentration an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien aufweisen als die ausgewachsenen Pflanzen. Besonders hoch sind die Gehalte an Vitamin C , E, K sowie an Beta-Carotin und Lutein, was Microgreens ideal für die Unterstützung des Immunsystems und der Augengesundheit macht.
So enthält Microgreen-Brokkoli bis zu viermal mehr Vitamine und Antioxidantien als reifer Brokkoli. Wer sie regelmäßig in die Ernährung integriert, kann von der geballten Nährstoffdichte profitieren.
Microgreens sind nicht nur gesund, sondern bringen auch Vielfalt und Geschmack auf den Teller. Je nach Sorte sind sie mild, würzig, scharf oder sogar leicht süßlich. Brokkoli-Microgreens sind besonders reich an Vitamin C und unterstützen die Immunabwehr, während Radieschen-Microgreens mit ihrem scharfen Aroma eine perfekte Würze zu Salaten, belegten Broten oder Bowls bieten. Koriander-Microgreens passen ideal zu asiatischen Gerichten und stecken voller Geschmack.
Durch ihre hohe Nährstoffkonzentration eignen sich Microgreens hervorragend als tägliche Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung. Sie lassen sich mühelos in viele Gerichte integrieren und verleihen selbst einfachen Snacks oder Gerichten einen besonderen Kick.
Ob als Topping für Salate, Smoothies, Suppen oder als energiespendender Hingucker auf einem Stück Vollkornbrot mit Hüttenkäse – die kleinen Pflanzen bringen Geschmack und Farbe in die Küche.
Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen stützen die Gesundheitsvorteile von Microgreens. Eine Studie der University of Maryland (Xiao et al., 2012) zeigte, dass junge Keimpflanzen von Rotkohl, Koriander oder Amaranth je nach Sorte bis zu 40‑Mal höhere Konzentrationen an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen enthalten als ihre ausgewachsenen Gegenstücke.
Neuere Analysen, veröffentlicht im Journal of Agricultural and Food Chemistry (2018), weisen ebenfalls darauf hin, dass Microgreens reich an Polyphenolen und antioxidativen Enzymen sind, die oxidativen Stress im Körper reduzieren können. Besonders Brokkoli‑Microgreens enthalten hohe Mengen an Sulforaphan — eine Substanz, die in der Forschung mit entzündungshemmenden und potenziell krebshemmenden Effekten in Verbindung gebracht wird.
Geerntete Microgreens halten sich im Kühlschrank, in einem luftdichten Behälter, etwa 5 bis 7 Tage. Am besten schmecken sie frisch – direkt nach der Ernte.
Ja, Microgreens sind für Kinder sehr gut geeignet. Milde Sorten wie Brokkoli oder Erbse sind besonders beliebt und liefern wertvolle Nährstoffe für das Wachstum.
Radieschen und Sonnenblumen gelten als besonders pflegeleicht und keimen schnell. Sie sind ideal für alle, die zum ersten Mal Microgreens anbauen möchten.
Die meisten Microgreens eignen sich nur für eine einmalige Ernte, da sie nach dem Schneiden nicht nachwachsen. Ausnahmen bilden Erbsen- und Basilikum-Microgreens, die unter guten Bedingungen ein zweites Mal austreiben können.
Nein. Sprossen werden in Wasser gekeimt und komplett gegessen, inklusive Wurzel und Samen. Microgreens wachsen in Erde, entwickeln erste Blätter und werden nur oberhalb der Erde geerntet.