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30. September 2024
Birgitta Dunckel
Superfood Brunnenkresse: Die unscheinbare Wasserpflanze enthält unzählige gesunde Mineralstoffe und Vitamine, beispielsweise Vitamin C, Vitamin A, Eisen und Zink
Brunnenkresse gilt als das gesündeste Gemüse der Welt – zumindest laut einer wissenschaftlichen Untersuchung des Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Das amerikanische Gesundheitsinstitut, das Pendant zum deutschen Robert-Koch-Institut, verlieh der Brunnenkresse als einzigem Lebensmittel die Maximalpunktzahl von 100 von 100 Punkten für Nährstoffdichte.
Damit verwies sie Chinakohl mit 91,99 Punkten deutlich auf Platz zwei, gefolgt von Mangold mit 89,27 Punkten auf dem dritten Platz.
Die perfekte Bewertung erhielt Brunnenkresse dank ihrer außergewöhnlichen Nährstoffdichte. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis von wertvollen Nährstoffen zur Kalorienmenge eines Lebensmittels. Je höher die Nährstoffdichte, desto mehr Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien enthält das Lebensmittel pro Kalorie und Gramm – und genau hier ist Brunnenkresse unschlagbar.
Interessante Tatsache: Von den 41 untersuchten Lebensmitteln in der CDC-Studie schaffte es die Zitrone auf Platz 28. Sie ist damit zwar das gesündeste Obst im Ranking, muss sich aber gleich 27 Gemüsesorten geschlagen geben – allen voran der Brunnenkresse.
Brunnenkresse, auch als Wasserkresse bekannt, gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Zu dieser gesunden Pflanzenfamilie zählen auch Grünkohl, Brokkoli, Chinakohl, Rucola, Rosenkohl und Kohlrabi. Wie ihr Name bereits verrät, wächst Brunnenkresse bevorzugt in der Nähe von Gewässern – daher auch die alternative Bezeichnung Wasserkresse.
Erkennbar ist das Superfood an seinen charakteristischen Merkmalen: runde, dunkelgrüne und fleischige Blätter sowie kleine weiße Blüten. Sowohl Stängel als auch Blätter sind essbar und zeichnen sich durch einen angenehm scharfen, leicht senfartigen Geschmack aus.
Verantwortlich für die würzige Schärfe sind Senfölglycoside – natürliche Pflanzenstoffe mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen. Genau diese charakteristische Note macht Brunnenkresse zu einer beliebten Zutat in Suppen, Salaten und Smoothies, wo sie für einen extra Schärfekick sorgt.
Das gesündeste Gemüse der Welt steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe. Die Nährstoffzusammensetzung von Brunnenkresse ist beeindruckend vielfältig:
Vitamine in Brunnenkresse:
Mineralstoffe in Brunnenkresse:
Zahlreiche Studien bestätigen die positive Wirkung der in Brunnenkresse enthaltenen Pflanzenstoffe. Die sekundären Pflanzenstoffe in den Blättern wirken nachweislich:
Um die maximale gesundheitliche Wirkung der Brunnenkresse zu nutzen, sollte man sie bevorzugt roh verzehren. Beim Kochen oder Braten gehen wertvolle hitzeempfindliche Nährstoffe verloren – insbesondere Vitamin C und B-Vitamine werden dabei reduziert.
Roh und kalt serviert:
So bleibt die geballte Nährstoffkraft der Brunnenkresse vollständig erhalten.
Ein wichtiger Hinweis: Obwohl Brunnenkresse das nährstoffreichste Gemüse ist, enthält sie vergleichsweise weniger Ballaststoffe als andere Kreuzblütler. Zum Vergleich: Eine Tasse gekochter Brokkoli liefert etwa 5 Gramm Ballaststoffe, während eine Tasse Brunnenkresse weniger als 1 Gramm enthält.
Da Ballaststoffe aber eine wichtige Rolle für eine gesunde Verdauung und das Sättigungsgefühl spielen, sollte Brunnenkresse nicht der einzige Kreuzblütler auf deinem Speiseplan sein.
Ernährungsexperten raten: Auch wenn Brunnenkresse das gesündeste aller Gemüse ist, ist es gesünder, eine breite Palette verschiedener Gemüsesorten und Früchte zu essen. Nur so kannst du eine ausgewogene Vielfalt an Nährstoffen garantieren und von den unterschiedlichen gesundheitlichen Vorteilen verschiedener Lebensmittel profitieren.
Wo kann ich Brunnenkresse kaufen? Brunnenkresse findet man in gut sortierten Supermärkten, auf Wochenmärkten, in Bio-Läden und teilweise in Asia-Shops. Alternativ kann man Wasserkresse auch online bestellen oder selbst auf der Fensterbank anbauen.
Wie lange ist Brunnenkresse haltbar? Frische Brunnenkresse hält sich im Kühlschrank etwa 2-3 Tage. Am besten bewahrt man sie in einem feuchten Küchentuch eingewickelt oder mit den Stängeln in einem Glas Wasser auf – ähnlich wie frische Kräuter.
Kann man Brunnenkresse selbst anbauen? Ja, Brunnenkresse lässt sich sehr einfach selbst anbauen. Sie benötigt nur feuchte Erde oder kann sogar auf Watte gezogen werden. Die Samen keimen bereits nach wenigen Tagen, und nach etwa 2 Wochen kann man sie ernten.
Wie viel Brunnenkresse sollte man täglich essen? Bereits eine Handvoll (etwa 30-50 Gramm) Brunnenkresse pro Tag kann einen wertvollen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten. Durch den intensiven Geschmack wird sie meist in kleineren Mengen als Würzkomponente verwendet.
Gibt es Nebenwirkungen beim Verzehr von Brunnenkresse? Brunnenkresse ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. In sehr großen Mengen können die Senfölglycoside bei empfindlichen Personen zu leichten Magenbeschwerden führen. Schwangere sollten vor regelmäßigem Verzehr Rücksprache mit ihrem Arzt halten.
Was ist der Unterschied zwischen Brunnenkresse und Gartenkresse? Obwohl beide zur Familie der Kreuzblütler gehören, sind es unterschiedliche Pflanzen. Gartenkresse wächst an Land und hat feinere Blätter, während Brunnenkresse (Wasserkresse) dickere Blätter hat und in Gewässernähe gedeiht. Beide sind gesund, aber Brunnenkresse hat die höhere Nährstoffdichte.
Fazit: Brunnenkresse verdient ihren Titel als gesündestes Gemüse der Welt zu Recht. Mit ihrer perfekten Nährstoffdichte von 100 Punkten, den zahlreichen Vitaminen, Mineralstoffen und gesundheitsfördernden Pflanzenstoffen ist sie ein echtes Superfood.