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24. Februar 2026
Birgitta Dunckel
Ashwagandha bei Stress oder Schlafproblemen? Hier finden Sie wissenschaftlich orientierte Dosierungsempfehlungen für Pulver und Extrakte und Tipps zur Einnahme (morgens/abends) und worauf Sie achten sollten
Ashwagandha zählt zu den bekanntesten Pflanzen der traditionellen ayurvedischen Gesundheitslehre. Die Schlafbeere, botanisch Withania somnifera genannt, wird seit über 3000 Jahren in Indien zur Unterstützung von Körper und Geist eingesetzt und gilt als eines der wichtigsten Adaptogene der ayurvedischen Medizin.
Adaptogene sind Pflanzenstoffe, die den Organismus dabei unterstützen sollen, besser mit Stress umzugehen, indem sie die körperliche und geistige Anpassungsfähigkeit fördern. Aktuell erlebt Ashwagandha einen starken Aufschwung, da die Schlafbeere häufig im Zusammenhang mit Stress, Schlafqualität und emotionaler Balance genannt wird.
Die Hauptwirkstoffe der Pflanze sind sogenannte Withanolide, die vor allem in der Wurzel vorkommen und verschiedene Körpersysteme beeinflussen können.
Hier erfahren Sie, wie Ashwagandha dosiert werden kann, wann die Einnahme sinnvoll ist und welche Darreichungsform sich für welche Situation anbietet.
Ashwagandha ist in unterschiedlichen Formen erhältlich, die jeweils eigene Vor- und Nachteile haben. Die Wahl hängt davon ab, ob eine möglichst ursprüngliche Anwendung gewünscht ist oder ob Komfort, Geschmack und exakte Dosierung im Vordergrund stehen.
Pulver ist die traditionellste Form. Es lässt sich gut in warme Getränke, Smoothies oder Speisen einrühren und hat einen erdigen, leicht bitteren Geschmack. Da Pulver weniger konzentriert ist, wird im Vergleich zu Extrakten eine höhere Menge benötigt.
Vorteile:
Nachteile:
Extrakte weisen eine deutlich höhere Wirkstoffkonzentration auf, weshalb meist geringere Milligramm-Mengen ausreichen. Sie gelten als moderne und besonders effektive Form, da sie oft auf einen bestimmten Withanolid-Gehalt standardisiert sind.
Vorteile:
Nachteile:
Kapseln sind die praktischste und geschmacksneutralste Form. Sie können sowohl Pulver als auch Extrakt enthalten. Viele Produkte sind standardisiert, um einen gleichbleibenden Gehalt an Withanoliden sicherzustellen.
Vorteile:
Nachteile:
Die passende Dosierung hängt stark von der Darreichungsform und vom jeweiligen Produkt ab. Jede Form besitzt eine andere Konzentration, sodass sich die empfohlenen Mengen deutlich unterscheiden. Zu wenig kann wirkungslos bleiben, zu viel erhöht das Risiko unerwünschter Effekte.
Typische Orientierungsbereiche für Erwachsene mit gesunden Organfunktionen sind:
Diese Angaben sind allgemeine Richtwerte. Produkte unterscheiden sich in Qualität, Extraktionsverfahren und Wirkstoffgehalt, daher sollten die Herstellerempfehlungen immer sorgfältig beachtet werden. Viele Menschen beginnen mit einer niedrigeren Dosis und steigern langsam, um die individuelle Verträglichkeit und Wirkung zu beobachten.
Wichtig: Die Withanolide sind die Hauptwirkstoffe von Ashwagandha. Je höher der standardisierte Withanolid-Gehalt, desto geringer kann die insgesamt benötigte Menge sein.
Je nach Standardisierung gelten häufig folgende Orientierungsbereiche:
Die genaue Menge sollte immer an die Angaben des Herstellers und das persönliche Empfinden angepasst werden.
Für nicht standardisiertes Wurzelpulver werden typischerweise folgende Mengen genannt:
Die Wirkung von Ashwagandha setzt in der Regel nicht sofort ein, sondern entwickelt sich schrittweise. Viele Anwender berichten über erste Veränderungen nach ein bis zwei Wochen, deutlichere Effekte werden häufig nach etwa vier bis sechs Wochen wahrgenommen.
Ashwagandha unterscheidet sich damit von Substanzen, die unmittelbar aktiv werden. Die Eigenschaften bauen sich eher sanft auf und entfalten sich vor allem dann, wenn das Präparat konsequent und regelmäßig eingenommen wird. Unregelmäßige Einnahme kann dazu führen, dass die Effekte deutlich schwächer ausfallen oder gar nicht spürbar sind.
Der richtige Einnahmezeitpunkt richtet sich nach deinen Zielen und deiner individuellen Reaktion.
Einnahme am Abend:
Viele Menschen bevorzugen die Einnahme am Abend, wenn mehr Ruhe und Entspannung im Vordergrund stehen. Die Einnahme zu späterer Stunde kann dabei helfen, nach einem anspruchsvollen Tag besser „abzuschalten“ und zur Ruhe zu kommen.
Einnahme am Morgen:
Wer Ashwagandha eher zur Unterstützung der emotionalen Balance und Stabilität im Tagesverlauf nutzen möchte, entscheidet sich oft für den Morgen. Die Einnahme vor Beginn des Tages kann helfen, Herausforderungen gelassener zu begegnen.
Geteilte Dosierung:
Manche Anwender setzen auf eine geteilte Einnahme – morgens und abends –, um eine möglichst gleichmäßige Verfügbarkeit über den Tag zu erreichen.
Welche Variante am besten passt, zeigt sich meist nach einigen Tagen bis Wochen. Achte auf dein Körpergefühl, deine Schlafqualität und deine Tagesform, um den idealen Rhythmus zu finden.
Ashwagandha-Produkte sollten immer eine Packungsbeilage oder Dosierungsempfehlung enthalten. Diese Hinweise sind wichtig, da Konzentration, Extraktionsverfahren und das Verhältnis von Wurzel zu Extrakt stark variieren können.
Typische Angaben sind:
Das Extraktverhältnis spielt eine zentrale Rolle: Ein 10:1-Extrakt bedeutet, dass aus 10 g Wurzel 1 g Extrakt gewonnen wurde. Dadurch kann eine scheinbar kleine mg-Angabe dennoch eine hohe Wirksamkeit besitzen. Die Packungsbeilage hilft dir, die Herstellerempfehlung richtig zu interpretieren und eine passende Menge zu wählen.
Für Personen, die Ashwagandha zum ersten Mal verwenden, haben sich folgende Schritte bewährt:
Ein behutsamer Einstieg erleichtert es, die passende Dosierung zu finden und die Effekte realistisch einzuschätzen.
Woche 1–2: Eingewöhnungsphase
Woche 3–4: Anpassungsphase
Ab Woche 5: Erhaltungsdosis
Wie jedes wirksame Naturprodukt kann auch Ashwagandha Nebenwirkungen hervorrufen, vor allem bei höheren Dosen oder individueller Empfindlichkeit. Mögliche Reaktionen können unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit oder Kopfschmerzen sein.
Personen mit bestehenden Erkrankungen – insbesondere Schilddrüsenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder bestimmten psychischen Erkrankungen – sollten die Einnahme vorab medizinisch abklären. Gleiches gilt bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, um mögliche Wechselwirkungen auszuschließen.
Kinder, Schwangere und Stillende sollten Ashwagandha vorsichtshalber nicht einnehmen, sofern dies nicht ausdrücklich von einem Arzt empfohlen wurde.
Wer Ashwagandha ausprobieren möchte, sollte auf hochwertige, idealerweise standardisierte Extrakte achten und im Zweifel Rücksprache mit Arzt oder Heilpraktiker halten.
Wie viel Ashwagandha am Tag ist gesund?
Für Einsteiger: 300 mg Extrakt (5% Withanolide). Standard: 500-600 mg. Bei Schlafproblemen bis 1200 mg – immer mit Arzt abklären.
Abends für besseren Schlaf, morgens für Tagesbalance. Geteilte Dosis (morgens+abends) für konstante Wirkung über 24h.
Erste Effekte nach 1-2 Wochen, volle Wirkung nach 4-6 Wochen konsequenter Einnahme. Schlafverbesserung meist zuerst spürbar.
6-12 Wochen Einnahme, dann 1-2 Wochen Pause. Langzeitdaten begrenzt – regelmäßige Pausen empfohlen.
Vorsicht bei: Schilddrüsenmedikamenten, Blutdrucksenkern, Insulin, Beruhigungsmitteln. Immer Arzt fragen!
1. Extrakt (standardisiert): Höchste Wirkung, präzise Dosierung
2. Kapseln: Praktisch, geschmacksneutral
3. Pulver: Traditionell, aber höhere Dosis nötig (3-5g)
Schwangere, Stillende, Kinder, Autoimmunerkrankte, Schilddrüsenüberfunktion. Bei Medikamenten: Arzt konsultieren