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Führt das Trinken von Reiswasser tatsächlich zu Gewichtsverlust?
13. September 2024
Birgitta Dunckel
Der Hype um „Rice-Zempic“: In den Sozialen Medien trendet ein Getränk aus Reis, Wasser und Limettensaft, das ähnlich wirken soll wie die Abnehmspritze. Was steckt dahinter?
Es klingt zu einfach, um wahr zu sein: Ungewaschener Reis wird 15 Minuten in warmem Wasser eingeweicht, dann wird Limettensaft zu dem stärkehaltigen Wasser gefügt. Ein Glas davon sollte man am besten morgens auf nüchternen Magen trinken und schon purzeln die Kilos.
Laut Tiktok ist Reiswasser der Garant für die Ruckzuck-Bikinifigur, wirkt genauso gut wie die Abnehmspritze Ozempic und kostet dabei fast nichts. Klar, dass der simple Wunder-Drink auch schnell seinen Namen weg hatte: „Rice-Zempic“.
„Rice-Zempic“ – ist das Wortspiel aus Rice und dem Markennamen der Abnehmspritze Ozempic, die ursprünglich als Typ-2-Diabetes-Therapie auf den Markt kam, aber eben auch bei der Gewichtsreduktion nachweislich erfolgreich eingesetzt wird.
Der in Ozempic enthaltene Wirkstoff Semaglutid fungiert als Sättigungshormon, erhöht die Insulinproduktion und senkt den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten – das Sättigungsgefühl setzt früher ein, der Appetit lässt nach – was über kurz oder lang zu einem starken Gewichtsverlust führt.

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Angeblich eine günstige Ozempic-Alternative: Reiswasser
Ähnlich effektiv wie die Abnehmspritze soll nun ausgerechnet Reiswasser wirken. Einige TikTok-Nutzer behaupten sogar, dass sie durch das Getränk binnen einer Woche bis zu sechs (!) Kilogramm verloren hätten. Der Grund: ein längeres Sättigungsgefühl dank der im Reiswasser enthaltenen resistenten Stärke, die den Appetit reduzieren und die Fettverbrennung fördern soll, so dass man idealerweise im Laufe des Tages weniger isst und deshalb schlussendlich abnimmt.
Experten sehen den neuen Abnehm-Hype aus vielerlei Hinsicht skeptisch. Zum einen durch eine einfache Rechnung: Um einen optimalen Nutzen mit resistenter Stärke zu erzielen, sind täglich 15 bis 20 Gramm davon nötig. Ein Glas Rice-Zempic enthält aber lediglich rund 0,6 Gramm der Stärke.
Sprich: Man müsste täglich mindestens 25 Gläser Reiswasser konsumieren, um hier – vielleicht – eine Wirkung zu erzielen. Zum anderen: Reis enthält natürlicherweise mehr sogenanntes anorganisches Arsen als andere Getreidepflanzen.
In der Forschung wird anorganisches Arsen seit Längerem eine krebserregende Wirkung nachgesagt. Dass ein erhöhter Verzehr von Reiswasser und damit Spuren von Arsen gesundheitliche Risiken birgt, ist demnach durchaus wahrscheinlich.

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