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Anale Dysplasien

Bestimmte Typen des Humanen Papillomvirus – kurz HPV – können Zellveränderungen im Bereich des Afters hervorrufen. Diese sogenannten analen Dysplasien sind noch kein Krebs. Hochgradige Zellveränderungen können jedoch über Jahre in ein Analkarzinom übergehen.

Genau hier setzt moderne Vorsorge an: Auffällige Zellen sollen erkannt und behandelt werden, bevor daraus Krebs entstehen kann.

HRA: Veränderungen sehen, die mit bloßem Auge kaum erkennbar sind

Eine besonders präzise Untersuchung ist die High-Resolution-Anoskopie, kurz HRA (auf Deutsch: hochauflösende Anoskopie).

Sie gilt international als wichtigstes Verfahren zur gezielten Diagnostik analer Dysplasien. Gleichzeitig wird die HRA in Deutschland bislang nur von vergleichsweise wenigen spezialisierten Zentren angeboten.

Das Enddarmzentrum München-Bavaria verfügt über diese spezialisierte HRA-Diagnostik und kann damit auch sehr kleine und mit einer normalen Untersuchung schwer erkennbare Veränderungen der Schleimhaut gezielt beurteilen.

Wie funktioniert eine HRA?

Die Untersuchung ähnelt zunächst einer normalen proktologischen Untersuchung. Mit einem kleinen Instrument wird der Analkanal vorsichtig geöffnet. Anschließend wird die Schleimhaut mit einem hochauflösenden optischen System unter starker Vergrößerung betrachtet.

Zusätzlich wird eine verdünnte Essigsäurelösung aufgetragen. Auffällige Schleimhautbereiche verändern dadurch ihr Aussehen und lassen sich unter der Vergrößerung besser erkennen. Ergänzend kann eine Jodlösung verwendet werden, um Unterschiede zwischen gesunder und veränderter Schleimhaut noch deutlicher sichtbar zu machen.

Verdächtige Stellen können anschließend gezielt beprobt werden. Erst die feingewebliche Untersuchung dieser kleinen Proben zeigt zuverlässig, ob und in welchem Ausmaß Zellveränderungen vorhanden sind.

Der entscheidende Vorteil: Statt lediglich einen auffälligen Abstrich festzustellen, kann mit der HRA gezielt nach der verantwortlichen Veränderung gesucht werden.

Krebs verhindern statt erst Krebs behandeln

Werden hochgradige Zellveränderungen rechtzeitig erkannt, können sie gezielt behandelt und anschließend kontrolliert werden. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, bereits die Vorstufe einer Krebserkrankung zu behandeln. Die HRA verbindet somit Früherkennung, präzise Diagnostik und gezielte Therapieplanung. Gerade für Menschen mit erhöhtem Risiko für HPV-bedingte Zellveränderungen stellt sie einen wichtigen Baustein moderner Analkrebsvorsorge dar.