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  • Orthopädie & Muskuloskelettale Longevity (MSK)

Dr. Caroline Werkmeister

Ambulanzzentrum des UKE GmbH

Leistungen

Funktion beginnt beim Fuß

Dr. Caroline Werkmeister ist Orthopädin, Sportmedizinerin, Buchautorin – und eine der prägenden Stimmen, wenn es um muskuloskelettale Longevity geht. „Ich betrachte Longevity aus der Perspektive der Funktion“, sagt sie. „Was nützt ein langes Leben, wenn der Körper nicht mehr mitmacht?“ Für sie ist der Bewegungsapparat – Muskulatur, Faszien, Knochen und Gelenke – kein isoliertes mechanisches System, sondern ein zentraler Regulator von Stoffwechsel, Stabilität und Selbstständigkeit. Muskelarbeit beeinflusst Entzündungsprozesse, Insulinsensitivität, Gefäßgesundheit und sogar neurobiologische Prozesse. „Wir betrachten Muskulatur oft ästhetisch oder mechanisch. Biologisch gesehen ist der gesamte Bewegungsapparat jedoch ein endokrines Organ.“ In ihrem Ansatz verbindet sie so moderne konservative Orthopädie mit einem funktionellen, biologischen Verständnis von Bewegung.


Der Weg dorthin führte sie über den Leistungssport. Als Sprinterin und Weitspringerin entwickelte sie früh ein Gespür für die funktionelle Medizin des Bewegungsapparates. Im Medizinstudium irritierte sie deshalb die segmentale Denkweise – hier der Fuß, dort das Knie, darüber die Hüfte. Ihr war klar: So funktioniert Bewegung nicht. „Der Körper ist eine funktionelle Einheit.“


Funktioneller Abbau ist eines der größten, aber unterschätztesten Alterungsphänomene.

Dr. Caroline Werkmeister


Ambulanzzentrum des UKE GmbH

Martinistraße 52

20251 Hamburg

Diese Sichtweise prägt heute ihren ärztlichen Ansatz. Nach Jahren der chirurgischen Tätigkeit lautet ihre Maxime: alles dafür zu tun, die Funktionsfähigkeit zu erhalten, Regenerationsprozesse zu unterstützen und strukturelle Probleme möglichst konservativ zu begleiten oder zu lösen. Dabei kommt ihr auch die langjährige Arbeit mit Spitzensportlern zugute – unter anderem beim Deutschen Olympischen Sportbund und dem Deutschen

Behindertensportbund sowie als Leiterin des Athleticums, dem Untersuchungszentrum der Hamburger Olympiaathleten. Nicht zuletzt ihre Arbeit als Mannschaftsärztin der Bundesliga-Profis des HSV.

Heute bringt Dr. Caroline Werkmeister ihre Expertise zum einen als Leiterin des Fachbereichs Konservative Orthopädie am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), zum anderen in der Privatpraxis Sporthopaedic in Hamburg-Lokstedt ein. So verbindet sie das Beste aus beiden Welten: die universitäre Anbindung mit interdisziplinären Wegen und hochspezialisierten Kollegen – und die Vorzüge einer modern ausgestatteten Praxis mit funktioneller Diagnostik, Bewegungsanalyse und, wenn notwendig, modernen orthoregenerativen Verfahren.


Viele Menschen optimieren Laborwerte, vergessen aber das funktionell wichtigste System des Körpers – die Muskulatur. Dabei ist sie ein Schlüsselregulator für metabolische Gesundheit und systemische Stabilität und Resilienz.

Dr. Caroline Werkmeister


Muskuloskelettale Longevity ist für die Ärztin keine Trainingsphilosophie und kein Fitnesstrend. Es geht nicht um mehr Leistung oder um zusätzliche Routinen im Alltag. „Es geht um den Erhalt biologischer Funktionen“, sagt sie – um Muskelstoffwechsel, Gelenkmechanik, Stabilität, Anpassungsfähigkeit. Die Arbeit mit dem eigenen Bewegungsapparat sollte man nicht als Pflichtprogramm, sondern als die eigentliche Belohnung – der Moment des Tages, der auf allen Ebenen wirkt – sehen.


Mobilität entscheidet darüber, ob Menschen unabhängig bleiben, soziale Kontakte pflegen und aktiv am Leben teilnehmen können. Funktioneller Abbau führe häufig zuerst zu sozialem Rückzug – lange bevor manifeste Erkrankungen auftreten. „Nicht das Alter macht unbeweglich, sondern ein unbewegtes Leben.“ Longevity sei daher mehr als optimierte Blutwerte. „Viele Menschen verbessern Laborparameter und Supplements, vergessen aber das funktionell wichtigste System des Körpers – die Muskulatur“, so Werkmeister. Dabei produziert der Muskel Myokine – hormonähnliche Botenstoffe –, die systemisch wirken: auf Stoffwechsel, Gefäße, Entzündungsregulation und Gehirn. Bewegung ist somit kein Lifestyle-Add-on, sondern ein biologischer Regulationsreiz.

Um herauszufinden, wo man am besten ansetzt, um funktionellen Abbau frühzeitig zu erkennen, zu verlangsamen und damit körperliche Autonomie langfristig zu sichern, hat die Orthopädin ein „Functional Longevity 5-Säulen Signature Programm“ entwickelt. Nach diesem Schema werden Patientinnen und Patienten in ihrer Gesamtheit erfasst: Im Zentrum stehen Muskel- und Gelenkgesundheit als biologische Regulatoren von körperlicher Resilienz und Belastbarkeit, Stoffwechsel und mentaler Gesundheit. Ergänzend fließen Parameter wie Schlaf, Stressregulation und Trainingsdosierung ein. Durch individualisierte Diagnostik und interdisziplinäre Therapieformen kann dann früh und spezifisch interveniert werden.

Gelenke reagieren auf Funktion und den Gesamtorganismus, nicht auf das Alter.

Dr. Caroline Werkmeister


Besonders am Herzen liegt Dr. Werkmeister die funktionelle Fußtherapie. Denn Füße sind das Fundament der Bewegung – nicht nur bei Fußballern. Nur im optimalen Zusammenspiel der drei Dimensionen des Fußes – dem knöchernen, dem muskulären und dem bindegewebigen Fuß – kann ihr volles Potenzial genutzt werden. Unser moderner Lebensstil führe jedoch dazu, dass Muskulatur, Sehnen, Bänder und Bindegewebe im Laufe der Jahre verkümmern. Die Folgen reichen von Hallux valgus über Knickfüße bis hin zu einem erhöhten Sturzrisiko im Alter.

Das Problem: In Deutschland existiert eine Lücke zwischen Einlagenversorgung und Operation. Strukturierte, funktionelle Rehabilitationskonzepte für den Fuß sind bislang kaum etabliert. Genau hier setzt Werkmeisters Engagement an: Als Mitgründerin und Vorsitzende einer Deutschen Gesellschaft für funktionelle interdisziplinäre Fußtherapie arbeitet sie daran, Standards zu entwickeln, Ausbildungscurricula zu etablieren und Betroffenen über eine bundesweite Datenbank qualifizierte Anlaufstellen zugänglich zu machen.

Darüber hinaus ermuntert sie jeden, die eigenen Füße wieder bewusst in Bewegung zu bringen: etwa durch manuelles Dehnen und Kreisen. Oder durch regelmäßigen Schuhwechsel – mit ausreichend Raum für die Zehen. Und vor allem durch Barfußgehen. Ihr Tipp: täglich einige Minuten im „Katzengang“, wie in Zeitlupe, bewusst, ohne harten Fersenaufschlag, mit aktiver Spannung über die gesamte Fußsohle bis zur großen Zehe gehen. So wird die gesamte hintere Kette – über die Waden und die Oberschenkel bis hin zum Gesäß – aktiviert. Denn gerade in einer sitzdominierten Gesellschaft degeneriert diese dorsale Kette häufig – mit Folgen für Haltung, Belastungsverteilung und Schmerzsymptomatik. Was die Expertin jedoch immer wieder begeistert: wie schon kleine Veränderungen große Effekte erzielen – und Schlimmeres verhindern. Und das „for free“!