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20. Januar 2026
Hanja Niederhammer
Ob Akne, OP oder Verletzung - lesen Sie hier alles darüber, wie Narben effektiv behandelt und langfristig gemildert werden können
Narben entstehen, wenn die Haut nach einer Verletzung oder Operation nicht vollständig regeneriert, sondern durch sogenanntes Narbengewebe ersetzt wird. Dieses Gewebe unterscheidet sich strukturell und funktionell vom ursprünglichen Hautbild:
Es ist meist weniger elastisch, schlechter durchblutet und kann optisch deutlich auffallen. Gerade im Gesicht oder nach chirurgischen Eingriffen empfinden viele Betroffene Narben als störend - sei es aus ästhetischen oder funktionellen Gründen.
Die moderne Medizin bietet heute zahlreiche Möglichkeiten, um Narben zu behandeln und ihr Erscheinungsbild gezielt zu verbessern. Dazu zählen unter anderem Lasertherapien, Microneedling, Silikonauflagen oder auch Injektionen. Ziel ist es, die Struktur des Narbengewebes positiv zu beeinflussen, Beschwerden zu lindern und das Hautbild anzugleichen.
Hier erfahren Sie, welche Behandlungsmethoden bei Narben sinnvoll sind, wann eine Therapie medizinisch empfohlen wird und wie Sie selbst zur Heilung beitragen können
Narben entstehen, wenn die tieferen Hautschichten - vor allem die Dermis - verletzt werden. Der Körper reagiert darauf mit der Bildung von Ersatzgewebe: Fibroblasten produzieren vermehrt Kollagen, um die Wunde schnell zu verschließen. Dieses sogenannte Narbengewebe unterscheidet sich jedoch deutlich von gesunder Haut: Es ist weniger elastisch, schlechter durchblutet und enthält kaum Talg- oder Schweißdrüsen.
Die Folge: Narben können fester, heller oder dunkler wirken, spannen, jucken oder sich verhärten.
Wie auffällig eine Narbe letztlich wird, hängt von mehreren Faktoren ab:
Eine gezielte, frühzeitige Narbenbehandlung kann helfen, auffällige oder überschießende Narbenentwicklungen, etwa keloidale oder hypertrophe Narben, deutlich zu reduzieren.
Nicht jede Narbe ist gleich - medizinisch unterscheiden sich Narbenarten deutlich in Aussehen, Beschwerdebild und Behandlungsbedarf. Wer wirksam Narben behandeln möchte, sollte zunächst wissen, um welche Art von Narbe es sich handelt. Denn je nach Struktur und Verhalten des Narbengewebes sind unterschiedliche Therapien sinnvoll.
Diese Narbenform entsteht, wenn zu wenig Bindegewebe gebildet wird, meist infolge von Akne oder Windpocken. Sie liegen unter dem Hautniveau und zeigen sich als kleine, eingezogene Grübchen oder flächige Vertiefungen. Häufig treten sie im Gesicht auf und lassen sich gut mit Microneedling, Laser oder Filler behandeln.
Hier produziert der Körper zu viel Kollagen - die Narbe wölbt sich sichtbar über die Haut hinaus, bleibt aber auf die ursprüngliche Wundfläche begrenzt. Hypertrophe Narben entstehen häufig nach OPs, Verbrennungen oder tieferen Verletzungen. Sie können Spannungsgefühle oder Juckreiz verursachen, flachen aber mit der Zeit oft etwas ab. Wer solche Narben behandeln will, sollte frühzeitig mit Silikonauflagen, Kompression oder gezielten Injektionen gegensteuern - das kann das Narbenwachstum effektiv bremsen.
Keloidale Narben wachsen über die ursprüngliche Wundgrenze hinaus und bilden wulstige, oft schmerzhafte oder juckende Verdickungen. Besonders häufig treten sie bei genetischer Veranlagung auf - etwa im Bereich von Brust, Rücken oder Schultern. Weil Keloide hartnäckig sein können und dazu neigen, immer wiederzukehren, ist eine gezielte Narbenbehandlung besonders wichtig. Zum Einsatz kommen meist Kombinationen aus Kortison-Injektionen, Lasertherapie und - in Ausnahmefällen - operativer Entfernung.
Nach großflächigen Verletzungen oder Verbrennungen kann sich das Narbengewebe zusammenziehen - Mediziner sprechen von sogenannten Kontrakturen. Dabei entsteht Zug auf umliegende Hautpartien oder Gelenke, was die Beweglichkeit spürbar einschränken kann. Um solche Folgen zu vermeiden, sollte frühzeitig eine gezielte funktionelle Narbenbehandlung eingeleitet werden - etwa durch physikalische Therapie, Kompression oder spezielle Narbenmobilisation.
Nach einer Operation kann sich das Narbengewebe vorübergehend verhärten, röten oder erhaben erscheinen - vor allem in den ersten Wochen der Heilung. Mit der richtigen Pflege, sanfter Bewegung und etwas Geduld beruhigt sich die Haut in vielen Fällen von selbst. Wenn Spannungen, Verhärtungen oder optisch auffällige Narben zurückbleiben, kann eine gezielte Behandlung der Narben nach der OP helfen, das Gewebe geschmeidiger zu machen und die Heilung zu unterstützen.
Nicht jede Narbe braucht eine Therapie, doch sobald Narben Beschwerden verursachen oder als kosmetisch belastend empfunden werden, lohnt sich eine gezielte Narbenbehandlung. Auch funktionelle Einschränkungen, etwa durch Kontrakturen oder verhärtetes Narbengewebe, sprechen für eine frühzeitige Intervention.
Eine Behandlung von Narben ist vor allem dann sinnvoll, wenn:
Je nach Art, Alter und Lage der Narbe stehen heute verschiedene medizinisch erprobte Therapien zur Verfügung. Ziel jeder Behandlung: Narben weicher, flacher und unauffälliger machen - funktionell wie ästhetisch.
Hier ein Überblick über bewährte Verfahren:
Laser gelten heute als fester Bestandteil der modernen Narbentherapie. Je nach Art der Narbe - ob gerötet, wulstig oder uneben - kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Besonders bewährt haben sich CO₂-Laser, Gefäßlaser oder fraktionierte Erbium-Laser. Eine gezielte Narbentherapie mit Laser kann die Kollagenproduktion anregen, die Hautoberfläche glätten und störende Rötungen sichtbar reduzieren.
Beim medizinischen Microneedling durchdringen feine Nadeln kontrolliert die Haut. Der Mikroreiz fördert die Neubildung von Kollagen und kann vor allem atrophische Narben - etwa nach Akne - sichtbar verbessern. Oft werden parallel Wirkstoffe wie Hyaluron oder Vitamin C eingeschleust.
Silikonpflaster und -gele gelten als Goldstandard in der konservativen Narbentherapie. Sie wirken feuchtigkeitsregulierend, stabilisieren das Gewebe und können übermäßiges Wachstum eindämmen. Besonders in der frühen Heilungsphase sind sie eine wirksame, gut verträgliche Option zur Behandlung von Narben.
Druckbehandlung - etwa mit maßgefertigten Kompressionskleidungsstücken - wird vor allem bei hypertrophen Narben und Verbrennungsnarben eingesetzt. Der anhaltende Druck bremst die überschießende Kollagenbildung und hilft, das Narbengewebe flacher zu halten.
Keloide sprechen oft schlecht auf herkömmliche Cremes oder Pflaster an. In solchen Fällen kommen Kortison-Injektionen direkt in die Narbe zum Einsatz. Sie hemmen Entzündungen und reduzieren das überaktive Zellwachstum. Häufig sind mehrere Sitzungen notwendig.
Wenn Narben sehr auffällig oder funktionell einschränkend sind, kann eine chirurgische Korrektur sinnvoll sein. Dabei wird das alte Narbengewebe entfernt und die Haut spannungsfreier vernäht. Die neue Narbe kann anschließend mit Laser, Silikon oder weiteren Methoden nachbehandelt werden.
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Art, Lage und Ausprägung der Narbe ab. Für eine gezielte Therapie ist eine fachärztliche Einschätzung entscheidend. Die folgende Übersicht zeigt, was bei typischen Narbenarten helfen kann.
– Microneedling
– Lasertherapie (fraktioniert)
– Filler oder PRP
Besonders bei Aknenarben im Gesicht wirksam
– Silikon-Gel / Pflaster
– Kompression
– Laser (CO₂ oder Farbstofflaser)
Frühzeitig behandeln, oft gute Rückbildungstendenz
– Kortison-Injektionen
– Laser (in Kombination)
– chirurgische Korrektur (mit Nachsorge)
Rezidivgefahr hoch - Langzeitbetreuung wichtig
– Chirurgische Narbenkorrektur
– Physio-/Ergotherapie
– Kompression
Wichtig zur Erhaltung der Beweglichkeit
– Silikonauflagen
– Narbenmassage
– ggf. Laser / Microneedling
Kombination aus Pflege + gezielter Behandlung häufig ideal
– Laser (sanft, punktgenau)
– Microneedling
– medizinische Pflegeprodukte
Hohe ästhetische Ansprüche - Behandlungsplan individuell abstimmen
Nach Operationen ist die Haut besonders empfindlich. In den ersten Wochen steht daher die richtige Narbenpflege im Vordergrund: sanfte Reinigung, konsequenter UV-Schutz und ggf. Silikonauflagen. Bei auffälligen oder verhärteten Narben kann ein gezieltes Narben behandeln - etwa mit Laser, Microneedling oder Injektionen - helfen, die Struktur zu verbessern und Spannungen zu lösen. Nach der Behandlung Narben mit Pflegeprodukten weiter unterstützen, um den Heilungsverlauf optimal zu begleiten.
Das Gesicht stellt besondere Anforderungen an jede Behandlung. Hier kommen je nach Narbenart schonende Verfahren wie fraktionierte Lasertherapie, medizinisches Microneedling oder sanfte Peelings zum Einsatz. Auch spezielle Narbengels oder minimalinvasive Korrekturen können helfen, das Hautbild sichtbar zu glätten - ganz ohne OP.
Komplett verschwinden Narben in der Regel nicht - sie sind dauerhaftes Ersatzgewebe. Moderne Therapien können das Erscheinungsbild jedoch deutlich verbessern: Narben können weicher, flacher, unauffälliger und beschwerdefrei werden. Entscheidend sind frühe Behandlung, geeignete Methode und konsequente Pflege.
Die richtige Pflege kann entscheidend beeinflussen, wie gut eine Narbe abheilt - besonders in den ersten Wochen. Wer Narben gezielt unterstützen möchte, sollte auf folgende Maßnahmen achten:
Zur ergänzenden Pflege - insbesondere bei älteren oder unauffälligen Narben - kommen auch einfache Hausmittel und rezeptfreie Produkte infrage:
Am besten so früh wie möglich - idealerweise innerhalb der ersten Wochen bis Monate nach der Verletzung oder OP. In dieser Phase ist das Narbengewebe noch formbar und spricht besonders gut auf Therapien wie Silikon, Massage oder Laser an. Aber auch ältere Narben lassen sich mit modernen Methoden oft noch deutlich verbessern.
Die Dauer variiert je nach Methode und Ausgangsbefund. Erste Effekte zeigen sich oft nach wenigen Wochen - bei Laser oder Injektionen sind mehrere Sitzungen nötig, verteilt über Monate. Auch die Nachpflege ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.
Die Kosten reichen von wenigen Euro für Narbengels bis zu mehreren hundert Euro pro Behandlung bei Laser oder Injektionen. Microneedling, Silikonprodukte oder chirurgische Korrekturen liegen je nach Aufwand und Region preislich dazwischen. Ein individuelles Beratungsgespräch schafft hier Klarheit.
In den meisten Fällen handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung - vor allem bei ästhetischer Indikation. Liegen jedoch funktionelle Einschränkungen vor (z. B. durch Kontrakturen), kann die Krankenkasse eine Kostenübernahme ganz oder teilweise gewähren. Voraussetzung ist meist ein medizinisches Gutachten.