Die entfernte Brust oder der entfernte Brustteil können ersetzt und die Symmetrie wieder hergestellt werden, die rekonstruierte Seite wird jedoch nie so aussehen wie die gesunde Brust. Ob und wann der Eingriff in Frage kommt, hängt vom Stadium der Brustkrebserkrankung und von der Therapie ab. Manchmal kann der Wiederaufbau in derselben Operation mit der Brustentfernung erfolgen. Bei einer späteren Rekonstruktion sollten wenigstens sechs Monate seit der letzten Chemotherapie oder Bestrahlung vergangen sein.
Für den Wiederaufbau stehen verschieden Techniken zur Verfügung. Sind ausreichend Haut und Weichteile vorhanden, kann ein Implantat eingesetzt werden. Eventuell wird das Gewebe im Vorfeld mit speziellen Expander-Prothesen vorgedehnt.
Wesentlich aufwändiger ist die Rekonstruktion aus Eigengewebe. Dabei werden Gewebeteile samt Blut- und Nervenversorgung aus dem Rücken, dem Unterbauch oder der Gesäßregion gelöst, in die Brustregion geschwenkt oder frei transplantiert und zur Brust geformt. Für die Rekonstruktion der Brustwarze wird oft ein Teil der gesunden Gegenseite entnommen und versetzt. Eine Tätowierung bildet den Warzenhof nach. Alternativ kann der Warzenhof zum Beispiel mit Oberschenkelhaut rekonstruiert werden. Die Brustrekonstruktion erfolgt in der Regel stationär und unter Vollnarkose.
Nach der Operation ist mit Schmerzen, Schwellungen und Blutergüssen zu rechnen. Die Wunden können sich infizieren oder schlecht heilen. Die Narben sind oft sehr auffällig und bilden sich erst im Laufe von Monaten und Jahren zurück. Auch eine überschießende Narbenbildung ist möglich. Eine Rekonstruktion aus Muskellappen kann Bewegungsabläufe stören und die Körperkontur im Entnahmegebiet verändern. Auf die Tumorerkrankung hat der Wiederaufbau keinen Einfluss.
In den ersten vier Wochen nach dem Eingriff sollten die Hautnähte nicht unter Zug geraten. Heben Sie die Arme nicht über den Kopf. Zudem empfiehlt es sich, drei bis sechs Wochen lang einen Spezial-BH zu tragen.