
© Planet Volumes/Unsplash
16. März 2026
PMC Redaktion
Wie lässt sich Darmkrebs besser verhindern, früher erkennen und gezielter behandeln? Darüber diskutieren Experten am 26. März 2026 in München

Mit
Prof. Dr. med. Franz Bader
Darmkrebs gilt heute als eine der Krebsarten, die sich durch konsequente Vorsorge in vielen Fällen verhindern oder zumindest früh erkennen lassen. Dennoch erkranken in Deutschland jedes Jahr mehr als 55.000 Menschen neu. Nach Einschätzung von Fachleuten zeigt das, dass Prävention, Früherkennung und Versorgung noch enger zusammengedacht werden müssen.
Neue Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie eröffnen dabei Chancen, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. Vor allem für Risikogruppen können eine frühzeitige Diagnostik, molekulare Verfahren und personalisierte Behandlungsansätze entscheidend sein. Gleichzeitig sehen Experten weiter großen Handlungsbedarf: Präventionsstrategien müssten besser verzahnt, innovative Verfahren schneller in die Versorgung übernommen und die Vorsorge insgesamt stärker patientenorientiert weiterentwickelt werden.
Vor diesem Hintergrund diskutieren Fachleute unter dem Titel „Prävention Darmkrebs neu denken – nationale Strategien, molekulare Diagnostik, personalisierte Therapie“ am 26. März 2026 im Isarklinikum München über neue Ansätze in Prävention, Diagnostik und Behandlung.
Auf dem Programm des Darmkrebssymposiums stehen unter anderem Themen wie Präventionsgenetik, Liquid Biopsy, personalisierte Onkologie sowie robotisch-assistierte minimalinvasive Chirurgie und deren Bedeutung für die zukünftige Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs.
„Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und Impulse für eine moderne, strukturierte und qualitätsgesicherte Versorgung zu setzen“, sagt Prof. Dr. med. Franz Bader, Ärztlicher Direktor des Isarklinikums.
Unterstützung erhält das Symposium auch aus der Politik: Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat die Schirmherrschaft übernommen. Ihr Engagement unterstreicht die gesundheitspolitische Bedeutung einer stärkeren Präventionsstrategie und einer qualitätsgesicherten Versorgung.
Im Vorfeld des Symposiums beantwortet Prof. Dr. med. Franz Bader die wichtigsten Fragen zu Prävention, Früherkennung und Therapie bei Darmkrebs.
Darmkrebs ist eine der wenigen Krebserkrankungen, die sich in vielen Fällen tatsächlich verhindern ließe. Dennoch nutzen noch immer zu wenige Menschen die bestehenden Vorsorgeangebote wie Koloskopie und iFOBT. Prävention muss deshalb künftig früher, personalisierter und digital unterstützt gedacht werden.
Dazu gehören risikoadaptierte Screeningprogramme, eine bessere Einbindung von Hausärzten und Gastroenterologen sowie neue digitale Einladungs- und Erinnerungsstrategien. Gleichzeitig müsse stärker vermittelt werden, dass Prävention nicht erst mit der Koloskopie beginne, sondern bereits bei Lebensstil, Ernährung und Bewegung. Prävention sei damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Medizin, Politik und Aufklärung gemeinsam tragen müssten.
In der Prävention ist derzeit eine rasante Entwicklung bei molekularen Biomarkern und modernen Stuhltests zu beobachten, die immer empfindlicher werden und künftig eine noch individuellere Früherkennung ermöglichen könnten. Auch sogenannte Liquid-Biopsy-Verfahren könnten perspektivisch eine Rolle spielen.
Therapeutisch hat sich Darmkrebs zu einer Erkrankung entwickelt, bei der präzisionsmedizinische Konzepte zunehmend an Bedeutung gewinnen: molekulare Tumorcharakterisierung, zielgerichtete Therapien und Immuntherapien sind hier zentrale Stichworte.
Parallel dazu eröffnen künstliche Intelligenz in der Endoskopie und verbesserte Bildgebung neue Möglichkeiten, Vorstufen und Tumoren früher und präziser zu erkennen. Entscheidend sei das Zusammenspiel aller Disziplinen – von Prävention über Diagnostik bis hin zur personalisierten Therapie.
Die Chirurgie bleibt ein zentraler Baustein der kurativen Therapie bei Darmkrebs. Gleichzeitig wird sie immer präziser und minimalinvasiver. Robotische Verfahren, verbesserte Bildgebung und standardisierte onkologische Operationstechniken ermöglichen heute eine schonendere Behandlung bei gleichzeitig hoher onkologischer Sicherheit.
Künftig werde die Operation noch stärker in multimodale Therapiekonzepte eingebettet sein, etwa nach neoadjuvanten Therapien oder im Rahmen organerhaltender Strategien bei ausgewählten Patientinnen und Patienten. Ziel sei stets die bestmögliche Verbindung von onkologischer Radikalität, Funktionserhalt und Lebensqualität.
Der wichtigste Schritt ist die Teilnahme an der Vorsorge, insbesondere an der Darmspiegelung. Sie ermöglicht nicht nur die Früherkennung, sondern auch die Entfernung von Vorstufen, bevor Krebs überhaupt entsteht. Darüber hinaus spielt ein gesunder Lebensstil eine wichtige Rolle: regelmäßige Bewegung, eine ballaststoffreiche Ernährung, möglichst wenig rotes und verarbeitetes Fleisch sowie ein moderater Umgang mit Alkohol können das Risiko senken.
Auch Normalgewicht und der Verzicht aufs Rauchen tragen zur Risikoreduktion bei. Prävention bedeutet letztlich, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und die vorhandenen medizinischen Möglichkeiten konsequent zu nutzen.
Infos:
Darmkrebssymposium ISAR Klinikum am 26. 3. 2026
Uhrzeit: 17 Uhr - 19 Uhr
Veranstaltungsort: ISAR MED Forum, Sonnenstraße 24–26, 80331 München
Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung wird erbeten per E-Mail an: marketing@isarklinikum.de