Die Technologie des Femtosekundenlasers stammt aus der Physik und wird seit den 1980er-Jahren vor allem in der Grundlagenforschung von Photonik und nichtlinearer Optik eingesetzt. Die Dauer der Lichtpulse dieses speziellen Lasers liegt im Femtosekundenbereich. Das sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitende Laserlicht legt innerhalb einer Femtosekunde (1 fs = 10–15 s) eine Strecke von nur 0,3 μm zurück – die etwa hundertmal kleiner ist als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Seit 2001 verwenden auch Augenärzte diese moderne Methode neben zahlreichen altbewährten Lasertechnologien. Zuerst wurde der Femtosekundenlaser im Rahmen von Hornhautbehandlungen – vor allem der sog. LASIK zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten und für Hornhauttransplantationen eingesetzt. Seit etwa 2012 gibt es auch Systeme, mit denen Ophthalmochirurgen einen Grauen Star behandeln können.
1. Flap, 2. Laser, 3. Hornhaut
Der Femtosekundenlaser erlaubt es dem Augenchirurgen, Gewebe mittels sehr kurzer, energiereicher Impulse zu behandeln (Photodisruption). Im Vergleich zu anderen Lasertechnologien „verdampft“ oder zerstört der Arzt kein Gewebe, sondern trennt es mittels mikroskopisch kleiner Plasmablasen voneinander. Die Behandlungsdauer ist abhängig vom Anwendungsgebiet; sie liegt bei modernen Systemen normalerweise zwischen 30 und 60 Sekunden. Im Rahmen des LASIK-Verfahrens setzen Augenchirurgen den Femtosekundenlaser statt eines mechanischen Skalpells (sog. Mikrokeratom) ein. Dabei präparieren sie eine etwa 100 μm dünne Lamelle in der Hornhaut, welche für die eigentliche Laserbehandlung zur Seite geklappt wird und später als „körpereigener“ Verband dient.