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Radiologie München
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Onkologische Bildgebung und uroradiologische Diagnostik (alles rund um Prostata, Blase und Nieren) gehören hier zu seinen Spezialgebieten. Und hier nicht nur die präzise Befundung, entscheidend ist für ihn, die Fragestellung der behandelnden Kolleginnen und Kollegen zu verstehen. Denn nur wer weiß, welche Informationen Urologen oder Onkologen für ihre Therapieentscheidung brauchen, kann wirklich zielgerichtet diagnostizieren.
Onkologische Bildgebung spielt aber nicht nur eine Rolle, wenn ein Patient Krebs hat. Man nutzt sie auch, etwa im Ganzkörper MRT, um Risiken abzuklären, zum Beispiel bei familiärer Vorbelastung. Oder in der Darmkrebs-Früherkennung: „Heute kann man das schon mit einer MRT- oder CT-gestützten Koloskopie machen – nicht invasiv und ohne Sedierung,“ so Prof. Dr. Graser. Eine smarte Alternative.
Für Graser ist es Aufgabe der onkologischen Radiologie, herauszufinden, ob da wirklich etwas Böses ist und dann den weiteren diagnostischen und therapeutischen Weg vorzugeben. Nichts passiert mehr ohne Bilder. Und dass es dafür eine Top-Expertise braucht, zeigen folgende Beispiele aus seiner täglichen Praxis: So werden etwa bei Nierenkrebs neue Medikamente eingesetzt, wie z. B. die Immuntherapie. Der Effekt dieser Therapien sieht im Bild anders aus als der bei einer Standard-Chemotherapie. Kennt der Radiologe die Effekte nicht, kann es zu Fehlinterpretationen kommen und schlimmstenfalls dazu, dass eine eigentlich wirksame Therapie zu früh abgesetzt wird. Etwas, das ihm sehr am Herzen liegt und das er in Fortbildungen an Studierende, Kolleginnen und Kollegen weitergibt.
Anderes Thema: Biopsien - schon mal eine Art „Blindflug“. Denn das MRT zeigt zwar, wo die kritischen Stellen sind und man Proben entnehmen sollte. Die Biopsie selbst unterliegt aber auch dem sogenannten Sampling Error, das heißt, wenn man dann die Probe entnimmt, kann man auch danebentreffen. Hier bringt die neue MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie deutlich mehr Sicherheit: Die Bilddaten vom MRT werden in Echtzeit mit den Ultraschallbildern beim Urologen zusammengeführt, sodass dieser die Stelle, die vom MRT präzise identifiziert wurde, exakt trifft.
„In der onkologischen Bildgebung muss man wissen, wo die Weichen liegen, an denen man nicht falsch abbiegen darf“
Prof. Dr. med. Anno Graser
Dass die Scanner, die Prof. Dr. Graser dazu nutzt, immer state-of-the-art sind, versteht sich von selbst. „Dabei geht es nicht nur um hohe Präzision und Bildschärfe, sondern auch darum, mit immer weniger Strahlung den Patienten eine schonende Diagnostik anbieten zu können.“ Zu den wichtigen Verfahren gehören hier das CT, das MRT - und das PetCT. Ein High-End-Verfahren, das Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie kombiniert und vor allem bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen eine entscheidende Rolle spielt. Es zeigt, ob Therapien anschlagen, macht Metastasen sichtbar und liefert die Grundlage für die weitere Behandlung.
Neue Technologien werden eingeführt, weil sie Diagnosen sicherer machen. Wissenschaftlicher Fortschritt ist für ihn kein Selbstzweck. Er soll Menschen helfen, schneller Gewissheit zu bekommen – und die richtige Therapie zu erhalten. Oder, wenn alles unauffällig ist, mit gutem Gefühl nach Hause zu gehen. „Doch was nützt der schnellste Ferrari, wenn man ihn nicht fahren kann – deshalb sind wir stolz, dass wir hier immer jemanden hinter dem Steuer sitzen haben, der weiß, wie es geht“, sagt Prof. Dr. Graser.
Die KI hilft dabei, weil sie Routineaufgaben übernehmen kann. Und diese gewonnene Zeit könne er direkt in die Gespräche mit seinen Patienten investieren. Sätze wie ‚So gut hat mir das noch niemand erklärt. Jetzt habe ich das zum ersten Mal verstanden‘ hört er daher oft. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, die Bilder zu lesen und sie dem Patienten in seine Sprache zu übersetzen. Denn, so Graser: „Es geht um seinen Körper und um seine Gesundheit. Und damit um sein höchstes Gut.“
„Es geht nicht nur um hohe Präzision und Bildschärfe, sondern auch darum, mit immer weniger Strahlung den Patienten eine schonende Diagnostik anbieten zu können.“
Prof. Dr. med. Anno Graser