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8. April 2026
Sharon Burbat
Wenn Männer ab 40 über vermehrtes Schwitzen klagen und sich die große Sinnfrage stellen, sind sie wahrscheinlich gerade “in den Wechseljahren” – der Andropause. Was dahinter steckt und wie es um das Testosteron im Alter steht
Schlechter Schlaf, weniger Energie, nachlassende Libido: Viele Männer bemerken ab Mitte 40 Veränderungen, die sie zunächst auf Stress oder das Älterwerden schieben. Tatsächlich kann auch der sinkende Testosteronspiegel eine Rolle spielen. Doch gibt es wirklich so etwas wie „Wechseljahre beim Mann“? Und worin unterscheiden sich die sogenannte Andropause und die weibliche Menopause?
Der Begriff „Wechseljahre beim Mann" ist medizinisch umstritten. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie und die Deutsche Gesellschaft für Urologie betonen, dass es kein direktes Pendant zur weiblichen Menopause gibt. Dennoch ist anerkannt, dass der Testosteronspiegel bei Männern ab etwa 30 Jahren jährlich um ein bis zwei Prozent sinkt und das ab einem gewissen Punkt spürbare Folgen haben kann.
Gängige Fachbegriffe sind:
Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon. In der Pubertät steuert es Bartwuchs, Stimmbruch, Muskelaufbau und die Entwicklung der Geschlechtsorgane. Im Erwachsenenalter beeinflusst es Libido, Energie, Knochendichte und Stimmung.
Der altersbedingte Rückgang ist normal und verläuft schleichend, anders als bei Frauen, bei denen Östrogen und Progesteron mit der Menopause nahezu vollständig einbrechen.
Ein sinkender Testosteronspiegel kann sich durch folgende Beschwerden äußern:
Wichtig: Diese Symptome sind nicht automatisch auf Testosteronmangel zurückzuführen. Schilddrüsenprobleme, Durchblutungsstörungen, Depressionen oder psychosoziale Belastungen (Midlife-Krisen, berufliche Umbrüche) können dieselben Beschwerden verursachen. Eine ärztliche Abklärung ist deshalb unerlässlich.
Nicht bei allen Männern sinkt der Testosteronspiegel so, dass er spürbar wird. Im Gegensatz zu der Hormonumstellung bei Frauen fällt diese bei Männern nämlich wesentlich weniger drastisch aus.
Während bei Männern “in den Wechseljahren” lediglich ein leichtes Testosterondefizit entsteht, kommt bei Frauen die Hormonproduktion von Östrogen und Progesteron fast vollständig zum Erliegen, was zur Unfruchtbarkeit führt. Einige Männer sind hingegen noch bis ins hohe Alter zeugungsfähig.
Es lässt sich beim Mann auch kein definierter Zeitpunkt festlegen – wie etwa bei der Menopause, dem Ausbleiben der Regelblutung – es handelt sich vielmehr um einen schleichenden, sehr individuellen Prozess.
Der Hausarzt kann den Testosteronwert einfach über eine Blutuntersuchung bestimmen. Ein klinisch relevanter Mangel – der sogenannte Hypogonadismus – liegt nur bei etwa drei bis fünf Prozent der über 60-jährigen Männer vor. Ein leicht gesunkener Wert allein reicht nicht für eine Diagnose; die Beschwerden müssen eindeutig zuordenbar sein.
Der Lebensstil beeinflusst maßgeblich, wie stark Beschwerden wahrgenommen werden:
Bei nachgewiesenem, krankhaftem Testosteronmangel (Hypogonadismus) kann eine Hormonersatztherapie sinnvoll sein. Diese wird nur nach sorgfältiger Diagnose und Abwägung von Risiken verordnet, mögliche Nebenwirkungen wie erhöhtes Herzkreislaufrisiko oder Beeinflussung der Prostata müssen berücksichtigt werden.
Bei Erektionsproblemen können nach ärztlicher Rücksprache entsprechende Medikamente eingesetzt werden.
Da die Lebensmitte oft mit anderen Umbrüchen zusammenfällt (Karriere, Beziehung, Identität), kann eine Einzel- oder Paarberatung sinnvoll sein, um körperliche und psychische Veränderungen gemeinsam zu verarbeiten.
Nein. Zwar sinkt der Testosteronspiegel bei jedem Mann mit dem Alter, aber nicht alle entwickeln dadurch spürbare Beschwerden. Ein klinisch relevanter Mangel betrifft nur etwa 3–5 % der über 60-Jährigen.
Der Testosteronabfall beginnt schleichend ab 30, meist ab 40. Beschwerden treten häufig erst mit 50 oder 60 Jahren auf.
Wenn Symptome wie Antriebslosigkeit, Libidoverlust oder Schlafstörungen über mehrere Wochen anhalten, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll – um andere Ursachen auszuschließen und den Hormonstatus zu prüfen.
Nur bei nachgewiesenem, krankhaftem Testosteronmangel. Eine Therapie ohne klare Indikation ist nicht empfehlenswert und mit Risiken verbunden.
Ja – anders als bei Frauen bleibt die Zeugungsfähigkeit bei vielen Männern bis ins hohe Alter erhalten, auch wenn sie mit dem Alter abnimmt.