Mit Experten aus unserem Netzwerk

Prof. Dr. med. Sebastian Siebenlist

Innovative Orthopädie & Sportorthopädie

Dr. med. dent. Siegfried Marquardt

Ästhetik & Funktion in der Zahnmedizin

Dr. med. Juliane Bodo

Ästhetische Chirurgie & Dermatologie

Home
PodcastFachwissenÜber UnsMitglied werden

Magazin

Alle Themen

Weitere Themen

HealthPortraitsMindBeautyTravelFood

Weitere Themen

Allgemein AugenheilkundeBodyConference 2026EventsFrauengesundheitHotelsInterviewKunstLongevity Mental HealthMind Philosophie PodcastPsychologieSchmerzen SportSustainabilityThink TankVegan Zahnmedizin

Arztsuche

Alle Ärzte anzeigen

Fachbereiche

EndokrinologieGynäkologie & ReproduktionsmedizinHNO-MedizinHandchirurgie HumangenetikInnovative Orthopädie & SportorthopädieKardiovaskuläre MedizinKinder und Jugendmedizin Moderne AugenheilkundeModerne Bauchchirurgie & Proktologie NeuromedizinOrthopädie & Muskuloskelettale Longevity (MSK)PräventionPsychische GesundheitRadiologie und Strahlentherapie UrologieÄsthetik & Funktion in der ZahnmedizinÄsthetische Chirurgie & Dermatologie
Eigenbluttherapie: Was die Behandlung wirklich bringt – von Arthrose bis Haarausfall

© Mart Production

19. März 2023

Margit Hiebl

  • Health

Eigenbluttherapie: Was die Behandlung wirklich bringt – von Arthrose bis Haarausfall

Von Arthrose über Schmerztherapie bis Vampir-Lifting: Expert:innen erklären, wie Eigenbluttherapie funktioniert, wo sie helfen kann und was Studien dazu sagen

Mit

Prof. Dr. med. Sebastian Siebenlist, Dr. med. dent. Siegfried Marquardt & Dr. med. Juliane Bodo

Beitrag teilen:

Neues aus dem Magazin

gesunde Ernährung gegen Krebs

Kann man Krebs mit der richtigen Ernährung aushungern?

Schlafapnoe

Schlafapnoe: Was jede Nacht im Körper passiert, wenn die Atmung aussetzt

Schild Healthcare

„Wer niemanden kennt, wartet“: Werden Arzttermine ab 2027 knapper?

Darm Wechseljahre Leaky Gut

„Leaky Gut“ in den Wechseljahren: Was schon Jahre vorher im Darm passiert

Zahnbürste KI Zahnpflege

Kann eine KI-Zahnbürste mein Leben verlängern?

Wandsitzen Frau Blutdruck

Einmal pro Woche Wandsitzen soll den Blutdruck senken – stimmt das?

  • Impressum
  • AGBsDatenschutzerklärungCookie-Richtlinie
Alle ThemenHealthPortraitsMindBeautyTravelFood
Weitere Themen
Allgemein AugenheilkundeBodyConference 2026EventsFrauengesundheitHotelsInterviewKunstLongevity Mental HealthMind Philosophie PodcastPsychologieSchmerzen SportSustainabilityThink TankVegan Zahnmedizin
PodcastFachwissen
Stethoscope IconStethoscope IconArztsuche

Suchen Sie im Netzwerk nach passenden Fachärzten und kontaktieren Sie sie direkt

Alle Ärzte anzeigen
Fachbereiche
  • Endokrinologie
  • Gynäkologie & Reproduktionsmedizin
  • HNO-Medizin
  • Handchirurgie
  • Humangenetik
  • Innovative Orthopädie & Sportorthopädie
  • Kardiovaskuläre Medizin
  • Kinder und Jugendmedizin
  • Moderne Augenheilkunde
  • Moderne Bauchchirurgie & Proktologie
  • Neuromedizin
  • Orthopädie & Muskuloskelettale Longevity (MSK)
  • Prävention
  • Psychische Gesundheit
  • Radiologie und Strahlentherapie
  • Urologie
  • Ästhetik & Funktion in der Zahnmedizin
  • Ästhetische Chirurgie & Dermatologie
Über PMCMitglied werden

Was ist eine Eigenbluttherapie?

Bei der Eigenbluttherapie wird dem Patienten Blut entnommen, aufbereitet und anschließend wieder in den Körper eingebracht. Ziel ist es, Heilungs- und Regenerationsprozesse durch körpereigene Wachstumsfaktoren anzuregen. Eingesetzt wird die Methode unter anderem bei Arthrose, Sehnenverletzungen, Haarausfall und in der ästhetischen Medizin.

Die Methode hat eine lange Tradition und wurde bereits in alten Kulturen von China bis Ägypten angewendet. Dennoch werden ihre Wirkmechanismen und die wissenschaftliche Evidenz bis heute kontrovers diskutiert.

Wirkt die Eigenbluttherapie?

„Leitlinien und Studien gibt es noch nicht ausreichend, sie umfassen häufig nicht ausreichende Patient:innenzahlen, und die Art der Aufarbeitung ist nicht einheitlich. Daher besteht hier noch Forschungsbedarf und die bisherigen Ergebnisse sollten kritisch hinterfragt werden“, so Prof. Dr. Sebastian Siebenlist, Leiter und Chefarzt der Sektion Sportorthopädie am Klinikum Rechts der Isar in München.

Kritisch hinterfragen bedeutet jedoch nicht, dass es nicht wirken kann, wie man aus der Erfahrungsmedizin weiß. So konnte auch in mehreren Studien gezeigt werden, dass Eigenbluttherapie für verschiedene Anwendungsgebiete in der Orthopädie zu einer Linderung der Beschwerden führen kann und teilweise sogar einer Cortison-Injektion überlegen ist. „Derzeit geht ein klarer Trend zu weniger körperfremden Substanzen hin zu mehr Einsatz von körpereigenen Materialien“, beobachtet Prof. Dr. Sebastian Siebenlist.

Mit gutem Grund: „Die Eigenbluttherapie kann die Notwendigkeit einer Operation zurückstellen oder im besten Fall zur Vermeidung dieser führen. Bei der konservativen Therapie kann diese den Heilungsprozess beschleunigen und so auch den Einsatz von Schmerzmitteln reduzieren. 

Bei welchen Erkrankungen wird sie eingesetzt?

Zur Anwendung kommt die Eigenbluttherapie vor allem bei überlastungsbedingten und degenerativen Erkrankungen. „Sie kann zum Beispiel bei einer Achillessehnenreizung oder einem Tennisellenbogen die Beschwerden lindern. Auch bei leichter bis mittlerer Arthrose kann sie die Schmerzen reduzieren, die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks verbessern und so unter Umständen den Einsatz eines künstlichen Gelenks herauszögern“, so der Experte.

Lesen Sie auch

Blutprobe in Hand

Apherese: Ist Blutwäsche die Zukunft der Präventivmedizin?

Apherese gegen Mikroplastik, Entzündungen und Long Covid? Was die moderne Blutwäsche wirklich kann und wo der Health-Hype der Longevity-Szene beginnt

Eigenbluttherapie bei Arthrose und Sehnenverletzungen

„Regenerationsprozesse von geschädigtem Gewebe bestehen aus komplex zusammenhängenden Einzelschritten und werden von sogenannten Wachstumsfaktoren geregelt. Diese werden unter anderem von den Blutplättchen, den Thrombozyten, freigesetzt. Durch das Einbringen dieser Faktoren am Ort der Schädigung werden Heilungs- und Regenerationsprozesse des geschädigten Gewebes unterstützt und vermehrt angeregt“, so Prof. Dr. Siebenlist.

Über ein sogenanntes Autologes Conditioniertes Plasma-Verfahren (ACP) werden diese Zellen verarbeitet – autolog bedeutet körpereigen, conditioniert in dem Zusammenhang aufbereitet. Dazu wird dem Patienten zunächst eine bestimmte Menge Blut aus einer Vene entnommen und zentrifugiert.

„Hierdurch setzen sich die schweren Blutbestandteile ab. Das Blutplasma mit den Thrombozyten und Wachstumsfaktoren kann so isoliert werden, und im Anschluss wird es unter sterilen Bedingungen in den Bereich des geschädigten Gewebes injiziert." 

Da es ein körpereigener Wirkstoff ist, wird die Injektion in der Regel gut vertragen, „einige Patienten berichten von einer kurzzeitigen leichten Aktivierung mit Schmerzen, Schwellung und diskreter Überwärmung im Bereich der Injektion“, berichtet der Arzt. Insgesamt dauert die Behandlung etwa eine Viertelstunde, und der Patient kann direkt danach nach Hause gehen.

In den meisten Fällen werden bis zu drei Anwendungen im Abstand von mindestens einer Woche durchgeführt. Eine Evidenz bzw. Empfehlung der Häufigkeit der Anwendung gibt es aber bis dato nicht. Die Eigenbluttherapie gehört nicht zu den regulären Kassenleistungen. Manche privaten und gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten jedoch nach Vereinbarung.

Warum Zahnärzte auf Eigenblut setzen

Angewendet wird die Eigenbluttherapie auch in der Zahnmedizin. „Die Indikationsbereiche finden sich im zahnärztlich-chirurgischen Bereich wieder, immer dann, wenn es um die Beschleunigung und Verbesserung der Wundheilung sowohl im Weich- wie auch im Hartgewebe geht“, erklärt Dr. Siegfried Marquart, Zahnarzt in Tegernsee.

leicht geöffneter Frauenmund

Podcast Anti-Aging-Zahntherapie mit Dr. Paul Leonhard Schuh

„Feel good, live better“ – der Health-Podcast von Premium Medical Circle. In dieser Episode spricht Dr. Paul Leonhard Schuh darüber, welche Anti-Aging-Therapien ihm als Zahnarzt zur Verfügung stehen und welche sinnvoll sind

Also bei Zahnextraktionen, Knochenaufbau, Weichgewebeaufbau, Implantationen und sonstigen oralchirurgischen Maßnahmen. Auch hier wirkt sich das körpereigene Material vorteilhaft aus. Es ist sozusagen ein biologisches Wundpflaster – es gibt keine Allergien oder Unverträglichkeiten und auch keine Abstoßungsreaktionen. Das Eigenblut des Patienten wird entsprechend aufbereitet. Verwendet werden unterschiedliche Blutplättchenkonzentrate.

„Je nachdem, ob man die flüssige oder geronnene Fraktion einsetzen möchte, werden sie aktiviert oder inaktiviert. Dabei werden entweder PRF-(Platelet Rich Fibrin), PRP-(Platelet Rich Plasma) und PRGF-(Platelet Rich Growth Factor) Verfahren eingesetzt, die sich im Wesentlichen in der Handhabung unterscheiden.“

Bis auf einen kleinen Stich bei der Blutabnahme ist die Therapie nicht schmerzhaft. Doch auch hier gibt es noch keine Leitlinie und die Studienlage wird kontrovers diskutiert. Dennoch: „Die klinische Evidenz ist signifikant positiv in Bezug auf die Heilungsverläufe und Regenerationsprozesse“, meint Dr. Marquardt.

Vampir-Lifting: Verjüngung mit Eigenblut?

Berühmtheit erlangte eine Variation der Eigenbluttherapie im Bereich der Ästhetik, als Mitte der 2010er-Jahre Celebrities wie Kim Kardashian und Bar Refaeli nach einem Besuch beim Schönheitsdoc blutige Selfies posteten. Schnell gab es auch einen dramatischen Namen: Vampir- oder Dracula-Lifting. „Der korrekte Begriff lautet PRP – Platelet Rich Plasma, also zellreiches Blutplasma,“ erklärt Dr. Juliane Bodo, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Berlin.

Inzwischen ist dies ein gern genutztes Standardtreatment, bei dem das Blut über Zentrifugieren entsprechend aufbereitet wird. „Das Plasma wird dann in die Haut durch Mikroneedling eingearbeitet oder unter die Haut gespritzt, um eine Verjüngung der Haut zu erreichen und auch um entzündliche Prozesse und Alterserscheinungen wie Akne oder Pigmentstörungen zu behandeln“, so Dr. Bodo.

Wenn geneedlet wird, ist das natürlich nicht immer unblutig, aber nicht so dramatisch, wie es auf den Prominenten-Selfies wirken mag. „Wir spritzen das Plasma meist mit der Kanüle ein, da gibt es nur drei Einstiche“, erklärt Dr. Bodo.

Sie nutzt es auch im Bereich der Unterlider: „Bei dunklen Schatten oder müder Haut eine gute Alternative zu Hyaluronsäure, die hier zu stärkeren Schwellungen führen kann.“ Auch in der ästhetischen Medizin hat Eigenblut den Vorteil, dass es keine unerwünschten Reaktionen wie Allergien oder Knötchenbildung gibt. 

Lesen Sie auch

Spritze mit Botox neben Augenbraue

Mesobotox - sanfte Faltenglättung mit natürlichem Effekt

Mesobotox kombiniert die Wirkung von Botulinumtoxin mit der stimulierenden Mesotherapie zu einer wirksamen Anti Aging-Methode

Kann Eigenblut gegen Haarausfall helfen?

Weitere Einsatzbereiche in der ästhetischen Dermatologie sind Haarausfall oder dünnes Haar. Durch die Mini-Injektionen werden Haarwurzeln gestärkt, wodurch Haarausfall vermindert wird. „Eine hochwirksame Behandlung, solange noch Haarwurzeln vorhanden sind“, so Dr. Bodo. Risiken und Nebenwirkungen?

„Beim Einspritzen kann es Blutergüsse geben, die aber nach drei bis sieben Tagen verschwinden – durch das Plasma an sich gibt es höchstens Schwellungen, die zwei Tage anhalten können. Es gibt viele Studien, es ist aber immer vom eigenen Stoffwechsel abhängig, inwiefern der Körper Kollagen produziert, daher ist das Ergebnis nie vorhersehbar.“

Bei aller Diskussionsfreude: Erfolge der Eigenbluttherapie in den unterschiedlichsten Bereichen sind nicht von der Hand zu weisen. Es lohnt sich immer, über den medizinischen Tellerrand hinauszublicken – solange es nicht schadet und Patient:innen sich besser fühlen.

Mehr zum Thema

gesunde Ernährung gegen Krebs
  • Prävention
  • Health
  • Food

Kann man Krebs mit der richtigen Ernährung aushungern?

Zucker weglassen, Kohlenhydrate reduzieren, bestimmte Lebensmittel meiden: Rund um Ernährung und Krebs kursieren viele Regeln. Onkologin Dr. Gesche Brannolte-Raab erklärt, was davon stimmt – und was sie ihren Patienten wirklich empfiehlt.

Christine Bürg & Marianne Waldenfels

dr-med-gesche-brannolte-raab-praevention

Ein Interview mit

Dr. med. Gesche Brannolte-Raab

Schlafapnoe
  • Health

Schlafapnoe: Was jede Nacht im Körper passiert, wenn die Atmung aussetzt

Schlafapnoe bleibt häufig lange unentdeckt – und betrifft nicht nur übergewichtige Männer. Dr. Carlos Nunez erklärt, welche Symptome häufig übersehen werden, was nächtliche Atemaussetzer im Körper auslösen und welche Therapien heute helfen.

Marianne Waldenfels

Schild Healthcare
  • Health

„Wer niemanden kennt, wartet“: Werden Arzttermine ab 2027 knapper?

Weniger Facharzttermine, längere Wartezeiten, Einschnitte bei Vorsorge und Früherkennung: Radiologin Dr. Chressen Regier warnt vor den Folgen des neuen GKV-Spargesetzes – besonders für gesetzlich Versicherte

Moira Hammes

Darm Wechseljahre Leaky Gut
  • Health

„Leaky Gut“ in den Wechseljahren: Was schon Jahre vorher im Darm passiert

Eine neue Studie zeigt: Bereits Jahre vor der letzten Periode verändert sich die Darmbarriere. Gleichzeitig nehmen Entzündungsmarker zu – ein bislang wenig beachteter Vorgang in den Wechseljahren.

Marianne Waldenfels

Zahnbürste KI Zahnpflege
  • Zahnmedizin
  • Health

Kann eine KI-Zahnbürste mein Leben verlängern?

95 Prozent der 35- bis 44-Jährigen in Deutschland haben eine Parodontitis, die meisten ohne es zu wissen. Health-Experte Nils Behrens hat die erste Zahnbürste mit Kamera und KI getestet und erklärt, warum Mundpflege ein unterschätzter Faktor für gesunde Langlebigkeit ist.

Nils Behrens

Wandsitzen Frau Blutdruck
  • Body
  • Sport
  • Health

Einmal pro Woche Wandsitzen soll den Blutdruck senken – stimmt das?

Eine einfache Übung, wenige Minuten Training – und bis zu 13,7 mmHg weniger beim oberen Blutdruck: Eine neue Studie zeigt überraschend große Effekte. Doch ausgerechnet bei der Frage, wie oft man dafür trainieren muss, lohnt sich ein genauerer Blick

Marianne Waldenfels

Wechseljahre Psyche Frau verschwommen Reizbar Angst Depression
  • Mental Health
  • Health

Reizbar, erschöpft, ängstlich: Was die Wechseljahre mit der Psyche machen

Die Wechseljahre können Stimmung, Schlaf und Konzentration verändern – bei manchen Frauen treten sogar erstmals Ängste oder depressive Beschwerden auf. Psychotherapeutin Sandra Tschöpe erklärt, was dahintersteckt und welche Warnzeichen man ernst nehmen sollte

Marianne Waldenfels

Salami Aufschnitt Demenz
  • Health
  • Food

Macht Wurst dement? Was hinter der 44-Prozent-Schlagzeile wirklich steckt

Zwei Scheiben Wurst am Tag sollen das Demenzrisiko um 44 Prozent erhöhen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Woher die Zahl stammt, was neuere Studien zeigen – und welche Rolle verarbeitetes Fleisch für die Gehirngesundheit tatsächlich spielen könnte.

Marianne Waldenfels

-