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MW - Praxis für Orthopädie & Sportmedizin
Das Handwerkliche an der Unfallchirurgie faszinierte Niklas Haberstroh von Anfang an und führte ihn zu seiner Facharztspezialisierung. „Eigentlich ist es das, was die Unfallchirurgie und Orthopädie ausmacht: Man kann mit handwerklichen Schritten verloren gegangene Funktionen wiederherstellen und dafür sorgen, dass das alles wieder gut wird. Es gibt nichts Schöneres“, sagt er. An dieser Einstellung hat sich nichts geändert, doch heute arbeitet der Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin nicht mehr mit Schrauben und Platten. Die Begeisterung fürs Handwerkliche (und das im wahrsten Wortsinn) an der Orthopädie ist aber geblieben.
Viele Jahre arbeitete der gebürtige Aachener als Unfallchirurg im Luisenhospital Aachen, in der Klinik für Orthopädie der Uniklinik RWTH Aachen und im Marienhospital Aachen. Neben seiner klinischen Tätigkeit im Bereich der Traumatologie und arthroskopischen Gelenkchirurgie betreute Niklas Haberstroh diverse lokale Sportvereine – von Fußball über Handball und Rugby bis hin zu Radsport. 2019 erlangte er die Zusatzbezeichnung Sportmedizin und 2022 das Zertifikat DFB-Fußballmedizin.
Im Klinikalltag jedoch stellte er immer häufiger fest, dass Patientinnen und Patienten nach klassischen Behandlungen nicht ausreichend beschwerdefrei wurden. Auf der Suche nach alternativen Behandlungswegen überzeugte ihn besonders die Behandlungsphilosophie von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zunehmend. Während seiner Tätigkeit im MVZ des Luisenhospitals Aachen verlagerte er seinen Schwerpunkt mehr und mehr auf die konservative Behandlung von Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen. Im Rahmen eines Seminars in München lernte er die Sportmedizin-Legende Dr. Müller-Wohlfahrt persönlich kennen. Daraus entwickelte sich das Angebot, das Haberstroh augenzwinkernd als „Ritterschlag“ bezeichnet – und als konsequente Fortsetzung seines Weges sieht, in München zu arbeiten.
Seit 2022 gehört er zum Ärzteteam der MW Praxis für Orthopädie & Sportmedizin im Herzen der Münchener Altstadt.
Wichtig ist, dass man zunächst schaut, was ist das Problem? Und ist das Problem etwas, was ich lösen kann?
Niklas Haberstroh
Heilen ohne zu schaden – der Grundgedanke ärztlichen Handelns – ist dabei der Leitsatz der Praxis. Statt direkt zum Skalpell oder zur Kortisonspritze zu greifen, setzt man auf eine Kombination biologischer und homöopathischer Substanzen. Sie hemmt die Entzündungen und fördert die Regeneration. Beweglichkeit wird ermöglicht und damit Stabilität gefördert, Schmerzen reduziert und die Funktion verbessert. Physiotherapie, Osteopathie, Training und eigene Übungen helfen begleitend, die gewonnene Verbesserung zu stabilisieren.
Wie gut eine Behandlung anschlägt, zeigt sich meist nach einigen Wochen: „Optimalerweise kommt der Patient zur Kontrolluntersuchung und ist beschwerdefrei“, so Haberstroh. „Manchmal muss man nachjustieren oder irgendwann erneut behandeln, um den positiven Effekt zu erhalten.“ Ein wichtiges Puzzleteil zur erfolgreichen Behandlung sei eben auch, dranzubleiben. Das heißt aber auch Eigeninitiative zu zeigen, indem man seine Übungen macht und Folgetermine wahrnimmt.
Ein Konzept, das ihn immer wieder überzeugt. „Ich glaube nicht, dass diese Behandlung zu verbessern ist“, sagt er. „Aber ich glaube, dass man sie ergänzen kann.“ Deshalb erweitert er diesen Ansatz um moderne Methoden wie Stoßwellen- und Hochenergie-Induktionsfeldtherapie sowie Behandlungen mit Hyaluronsäure oder Blutplasma (PRP). Ziel aber bleibt: Die körpereigene Heilung anzuregen und zu unterstützen. Und den Patientinnen und Patienten möglichst schnell zu helfen.
Der Verschleiß ist nicht das Hauptproblem, sondern der Funktionsverlust. Ist der wiederhergestellt, kann man auch wieder beschwerdefrei sein.
Niklas Haberstroh
Als wichtigstes Tool zur Diagnostik dienen ihm dabei nicht Hightech-Geräte, sondern seine Hände. Und da ist es wieder, das Handwerkliche: Mittels Palpation, also durch Abtasten, beurteilt er Hautbeschaffenheit und Temperatur, Muskelspannung und die Verschieblichkeit verschiedener Gewebsschichten. Er prüft Bewegungsumfang und Stabilität der Gelenke und spürt, ob etwas reibt oder schlicht nicht mehr „rund läuft“. Wertvolle Informationen, von denen er sich wünschen würde, dass sich auch Kollegen wieder stärker auf sie verlassen, statt allein dem radiologischen Befund zu glauben. „Wir sollten wieder mehr
Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben.“
All das fügt sich für Haberstroh zu einer Diagnose zusammen, die er bei Bedarf durch Ultraschall, Röntgen oder MRT ergänzt oder absichert. „Wir lehnen apparative Medizin nicht ab, wollen ihr aber nicht die Diagnosestellung überlassen.“ Er macht das mit einem Beispiel anschaulich: „Häufig sieht man im MRT der Wirbelsäule degenerative Veränderungen, die aber nicht wirklich die Beschwerden widerspiegeln. Ginge man jetzt nur nach dem Bild, kann es sein, dass etwas operiert wird, was das eigentliche Problem aber nicht löst. Denn Bilder sind eine statische Momentaufnahme, die nicht unbedingt die Wirklichkeit in Gänze widerspiegeln.“ Dabei zeige sich auch immer wieder: Der Verschleiß ist nicht das Hauptproblem, sondern der Funktionsverlust. Ist der wiederhergestellt, kann man auch wieder beschwerdefrei sein.
Der Verlust von Lebensqualität führt die meisten zu mir.
Niklas Haberstroh
Bei allem Erfolg kennt er auch die Grenzen konservativer Medizin. „Wichtig ist, dass man zunächst schaut, was ist das Problem? Und ist das Problem etwas, was ich lösen kann?“ Nicht jede Verletzung lässt sich so behandeln, dennoch kann er – und auch so versteht er Medizin – jedem Patienten weiterhelfen. Indem er trotzdem zuhört und ihn dann dahin weiterleitet, wo ihm am besten geholfen werden kann. Die Pflege seines Expertennetzwerks aus Ärzten, Physiotherapeuten, Osteopathen und Trainingstherapeuten ist ihm daher ebenso wichtig wie die eigenen Skills. „Das Schlimmste, was man einem Patienten antun kann, ist, zu sagen, dass man ihm nicht helfen kann.“
Niklas Haberstroh geht es immer auch darum, was Beschwerden im Leben eines Menschen verändern. „Der Verlust von Lebensqualität führt die meisten zu mir.“ Dazu gehören Schmerzen und Einschränkungen beim Sport oder im Alltag. Und diese Lebensqualität zurückzugeben, indem er Körperfunktion und Beweglichkeit wiederherstellt, ist der eigentliche Erfolg seiner Behandlung. Für ihn persönlich hat Bewegung noch eine andere Funktion: Sie ist Gegenpol zum stressigen Alltag. Er fährt Rad, Snowboard und Ski, geht auf Skitouren und zum Surfen – vor allem aber läuft er. „Da muss ich auf nichts achten und kann extrem gut meine Gedanken sortieren.“ Dass Bewegung auch privat eine große Rolle spielt, passt zu einem Arzt, der sich jeden Tag damit beschäftigt, sie anderen wieder zu ermöglichen.
Es gibt eigentlich nichts Schöneres, als eine Körperfunktion wieder herzustellen,
Niklas Haberstroh
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